Schon vor Corona: Studie zeigt Personalmangel in Spitälern
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Viele Spitäler in der Schweiz wiesen schon vor der Corona-Pandemie einen Personalmangel im Pflegebereich auf. (Bild: zvg)

Luzerner und Zuger Kliniken betroffen Schon vor Corona: Studie zeigt Personalmangel in Spitälern

2 min Lesezeit 3 Kommentare 08.09.2021, 08:26 Uhr

20 Prozent aller Spitäler in der Schweiz hatten bereits zwischen 2016 und 2018 zu wenig Personal angestellt, um eine optimale Pflege zu garantieren. Die Corona-Pandmie hat diese Situation zusätzlich verschärft. Betroffen sind auch Spitäler in Zug und Luzern.

Wie viele Pflegestunden werden an einem Spital geleistet? Und wofür? Mit diesen Fragen untersuchte das Bundesamt für Statistik und das Bundesamt für Gesundheit 130 Spitäler in der Schweiz. Aus der Analyse ergibt sich eine optimale Anzahl Pflegefachleute in einem Spital, um eine gute Pflege zu garantieren. Diese Zahl wird wiederum mit der Anzahl effektiv angestellter Pflegerinnen verglichen.

Die Zahlen zeigen, dass rund 20 Prozent der Schweizer Spitäler zu wenig Pflegepersonal angestellt haben. Besonders brisant: Die Erhebungen wurden von 2016 bis 2018 gemacht. Mit der Corona-Pandemie hat sich der Fachkräftemangel und die entsprechende Überbelastung der Angestellten im Pflegebereich bekanntlich deutlich verschärft (zentralplus berichtete).

Auch die Luzerner Hirslanden-Klinik St. Anna sowie das Zuger Kantonsspital weisen in der Studie einen Mangel an Pfleger auf. Dies berichtet der «Kassensturz», dem die Studie exklusiv vorliegt. Allerdings ist der Fachkräftemangel in beiden Spitälern vergleichsweise klein. Im St. Anna-Spital sind 94 Prozent der Pensen gedeckt, die für eine ideale Pflege notwendig wären. Im Zuger Kantonsspital sind es sogar 97 Prozent. Zum Vergleich: Im Spitalzentrum Oberwallis sind nur 78 Prozent des optimalen Pflegepersonals gedeckt.

Spitäler verteidigen sich

Die beiden Innerschweizer Spitäler zeigen sich in einer Stellungnahme gegenüber «SRF» verständnislos für die Resultate der Auswertung. So schreibt die Hirslanden-Gruppe, dass das Resultat der Studie «verzerrt» sei, weil verschiedene Faktoren, zum Beispiel die Beschäftigten von temporärem Personal, nicht in die Erhebungen mit eingeflossen sind. Zudem verweist die Hirslanden-Gruppen auf die Patientenzufriedenheit, die gemäss unabhängiger Qualitätsmessungen bei Hirslanden überdurchschnittlich hoch sei.

Auch das Zuger Kantonsspital verteidigt sich in seiner Stellungnahme und verweist dabei auf den hohen Anteil an gut ausgebildetem Pflegepersonal sowie die geringe Fluktuation im Pflegebereich. Zudem würden externe Untersuchungen regelmässig aufzeigen, dass eine gute Betreuungsqualität am Zuger Kantonsspital gewährleistet wird.

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3 Kommentare
  1. schaltjahr, 08.09.2021, 09:52 Uhr

    Die Problematik der Pflegenden kommt zwar auf den Tisch, wird aber sofort wieder zerredet. Die Regierung sagt, die Spitäler sind ausgelagert und selber zuständig. Die Spitäler wollen nun nur noch Gewinne erwirtschaften und wenns mal nicht funktioniert läuft man heulend zum Staat, der dann Helfen soll ( Gewinne privat, Verluste dem Staat .. )
    Die Politik macht es sich sehr einfach. Keinerlei Führungsverantwortung wahrnehmen und sich immer schön mit dem Wind drehen und wenden.
    Die Verlierer sind, wie fast immer, das Personal und die Bevölkerung.

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  2. Michel von der Schwand, 08.09.2021, 08:56 Uhr

    Das Ganze grenzt an Zynismus! Die Spitäler wussten ganz genau, dass sich die Lage zuspitzen wird. Die Pandemie hat diesen Prozess nur noch beschleunigt. Grundsätzlich wird viel in die Bildung gesteckt. Luzern zeigt sich hier vorbildlich. Die Problematik liegt in der Bezahlung oder auch die Tatsache, dass das Umziehen im LUKS lange nicht zur Arbeitszeit gehörte. Zu guter Letzt müssen dann die Pflegenden die Konsequenzen für das flacherdlern der Schwurbler tragen (Plakativ).
    Es ist gut, dass diese Problematik endlich auf den Tisch kommt.

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    1. Adamsäpfelchen, 08.09.2021, 15:50 Uhr

      Herr von der Schwand, ich möchte Ihnen eine ernstgemeinte Frage stellen, ich sorge mich hernach dringlich um Ihre innerseelische Ausgeglichenheit: Können Sie einmal ein statement ohne die Wörter «Schwurbler» oder «Flacherdler» oder allenfalls «Aluhutträger» abgeben? Was wollen Sie mit der Dauerbeschallung und der nonstop-Wiederholung dieser Denunziationsfiguren eigentlich bezwecken?

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