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Leserbrief zum Ende der Raiffeisen-Filiale Schliessung der Raiffeisenbank in Oberägeri erhitzt die Gemüter

2 min Lesezeit 13.04.2018, 11:39 Uhr

Leserbriefschreiber befürchten, das Oberägeri mehr und mehr zu einem Schlafdorf wird. Grund: Die Raiffeisenbank in Oberägerin bricht ihre Zelte ab. Die Kunden des Geldinstituts fühlen sich verprellt.

Als an der GV der Raiffeisenbank Ägerital-Sattel so mehr nebenbei mitgeteilt wurde, dass der Standort Oberägeri geschlossen werden soll, trauten die Anwesenden ihren Ohren nicht. Nur ein Jahr nach der Fusion der Raiffeisenbank Oberägeri-Sattel mit der Raiffeisenbank Unterägeri hat der Verwaltungsrat beschlossen, die Raiffeisenbank Oberägeri zu schliessen.

Die Begründung: Es kommen nur noch sehr wenige Kunden an den Schalter, und es lohnt sich nicht, dafür die ganze Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Es könnten jährlich Kosten von CHF 220’000 eingespart werden. Die Kunden seien innerhalb von zehn Minuten in der Bank in Unterägeri oder in Sattel, wo sie bestens bedient würden.

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Leider sei auch kein geeigneter Standort für einen Bancomat gefunden worden. Zudem sei dieser auch zu betreuen und verursache Kosten. Man erinnere sich: Seit Jahren werden die Kunden dahin trainiert, den Bancomat zu benützen, denn Kunden am Schalter verursachen Mehrkosten.

Ersatzangebot löst Gelächter aus

Brauche man Bargeld, reiche ein kurzer Telefonanruf und das Geld liege anderntags im eigenen Briefkasten. Dieses Angebot löste in der Runde Gelächter aus. Wer bringt das Geld nach Hause? Bringt es etwa einer der Verwaltungsräte persönlich oder gar der Pizzakurier. Und was kostet diese Dienstleistung? Was, wenn findige Diebe herausbekommen, wann ein Couvert im Briefkasten liegt und dieses herausfischen? So geschehen, als die ersten Cumulus-Gutscheine in die Haushaltungen verschickt wurden. Sie mussten schnellstmöglich mit dem persönlichen Code versehen werden, so dass sie nur noch zusammen mit der persönlichen Karte eingelöst werden können.

Unser Dorf verliert immer mehr an Infrastruktur: Die Metzgerei, die Molkerei, Restaurants usw. sind nicht mehr. Die Poststelle soll ebenfalls verschwinden und nun auch noch die Raiffeisenbank. Oberägeri wird mehr und mehr zu einem Schlafdorf.

Raiffeisen, die Bank, die den Kunden gehört! Die Bank, die nahe beim Kunden ist! Die Bank mit Stallgeruch, eine Bank für die Handwerker, für die „normalen» Leute! So nannte sie sich, nachdem die Grossbanken vom Staat gerettet werden mussten. Die Raiffeisenbank Oberägeri, die regelmässig Gewinn erwirtschaftet, die es bis dato nicht nötig hatte, Millionenboni und Stargehälter zu zahlen, muss sparen, lächerliche 220’000 Franken und dies ausgerechnet in Oberägeri. Müssen wir nun die Bank wechseln?

Anton und Erica Albisser-Iten

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