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Schiavo-Gemälde in Baar: Es ist Kunst, doch muss es weg
  • Kultur
Schiavos langes Gemälde an der Scheunenauffahrt bei der Sennweid muss offenbar weg. (Bild: wia)

Der Künstler ist in Zug omnipräsent Schiavo-Gemälde in Baar: Es ist Kunst, doch muss es weg

3 min Lesezeit 12.06.2020, 11:00 Uhr

Ein grosses Wandgemälde des bekannten Zuger Künstlers Elso Schiavo soll neuen Schulhausprovisorien weichen. Das bedauern Einheimische in den sozialen Medien. Der Künstler selbst nimmt es gelassen. Seine Präsenz ist weiterhin gross.

«Au das Kunstwerk vom Schiavo muess für es wiiters provisorisch Schuelhuus Platz mache», schreibt eine Facebook-Nutzerin auf der Seite «Du bisch vo Baar wenn …». Darunter ein Foto einer Wandmalerei beim Schulhaus Sennweid. Viele der Rückmeldungen auf den Post drücken Bedauern aus.

Für alle, die den Künstler nicht kennen: Schiavo ist nicht nur Kunstmaler, sondern auch mehrfach ausgezeichneter Grafiker, Designer und Werber. Er hat unter anderem Werbeplakate gestaltet, von denen einige um die Welt gegangen sind, darunter vor allem Auftragsarbeiten von Zuger Firmen und Institutionen. Auch das erste Logo des EVZ hat er gestaltet.

Vor dem Werk des Künstlers in der Sennweid sind bereits Gitter angebracht. Sie weisen darauf hin, dass die Scheunenzufahrt, an welcher ebendieses Werk prangt, abgerissen wird.

Der Künstler hat kein Problem mit Vergänglichkeit

Elso Schiavo selbst nimmt die Sache gelassen. «Es macht mir nichts aus, wenn meine Werke nicht für die Ewigkeit sind. Für die Fasnacht Hünenberg habe ich beispielsweise auch schon einen ‹Eichefrässer› gemacht, der dann Ende Fasnacht verbrannt wurde.» Der 86-Jährige, der noch immer malt, sagt weiter: «Das ist so in meinem Business. Wenn Werke abgerissen werden, dann ist das halt so. Ich hänge nicht daran.»

Es ist auch nicht das erste Wandgemälde Schiavos, welches verschwindet. So etwa wurde vor einiger Zeit die Fussgängerunterführung beim «Bärenwägli» weiss gestrichen. Jahrelang hatten davor bunte Gestalten des Baarer Künstlers die Wände geziert.

Schiavos Frau, die Galeristin Anna Marie Arrigoni, ist da nicht ganz so entspannt: «Es gibt schon einige Werke, bei denen ich es sehr schade fände, wenn sie abgerissen würden. So etwa hätte ich Bedenken, wenn die Wandmalerei im Zuger Loreto-Schwimmbad und beim Schulhaus weg käme.» Auch an der Skulptur am Baarer Jöchlerweg hängt Arrigoni.

Als Arrigoni mehrere Werke des Baarer Künstlers aufzählt, wird klar: Lokalmatador Schiavo ist – nicht nur in Baar – omnipräsent.

Viele von ihnen sind der Bevölkerung schon derart vertraut, dass sich eine gewisse Blindheit eingestellt hat. Und dann gibt es die Werke des Baarer Künstlers, die so gar nicht nach Schiavo aussehen.

Wir schauen nochmals hin.

Wo es noch weitere Street Art von Schiavo gibt

Etwa an die Hauswand gleich neben der Baarer St.Martin-Kirche. Hier hängt ein Werk, von dem wohl die wenigsten wissen, dass es von Elso Schiavo ist. Das Gemälde, das an die Hauswand gemalt wurde, stammt von 1953 und ist mit seinen klaren Linien und in schlichtem Schwarz sehr atypisch für den sonst so bunten Schiavo.

Der heilige St. Martin, 1953. (Bild: zvg)

Wasserscheue Zuger Schulkinder verbinden mit Schiavo wohl weniger positive Erinnerungen. Wie von Anna Marie Arrigoni erwähnt, zieren Schiavos «Viecher» auch das Hallenbad Loreto seit Jahrzehnten.

Schwimmbad Loreto mit Kroki. (Bild: zvg)

Quizfrage für die Baarer: Wo ist dieses Gemälde zu finden?

Kuh auf Fisch an der Langgasse in Baar. (Bild: zvg)

Das Bild der Kuh, die auf einem Fisch steht, findet man neben der Peugeot-Garage in Baar an der Hauswand, direkt an der Langgasse.

Etwas einfacher zu finden ist dieser Vogel.

Vogelskulptur beim Jöchler in Baar. (Bild: zvg)

Dieser ist vor langem zum Schutzpatron des Gewerbes im Baarer Gebiet Jöchler geworden.

Auch während der Corona-Krise hat Elso Schiavo gearbeitet. Während dieser Zeit hielt sich der 86-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nur im Haus sowie im Atelier auf. In dieser Zeit entstanden ist unter anderem «Kräftiger Fisch ‹Corona› dem Virus getrotzt habend».

Das Werk heisst «Kräftiger Fisch ‹Corona› dem Virus getrotzt habend».

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