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Schauen Sie mal, was Carla Del Ponte unter dem roten Tuch verbirgt
  • Regionales Leben
Carla Del Ponte enthüllte diesen Donnerstag eine Skulptur. (Bild: les )

Lebensgrosses Kunstwerk am Luzerner Mühlenplatz Schauen Sie mal, was Carla Del Ponte unter dem roten Tuch verbirgt

4 min Lesezeit 31.08.2017, 12:50 Uhr

Sie war Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und setzt sich unermüdlich für Menschenrechte ein: die Tessinerin Carla Del Ponte. Seit heute steht ihr Abbild aus Holz im Rahmen einer Kampagne am Mühlenplatz. Sie will mit dem Künstler jedoch noch ein ernstes Wörtchen reden.

Ab sofort gibt es am Luzerner Mühlenplatz eine neue Attraktion zu sehen. Noch unter einem roten Tuch versteckt, präsentierte sich die mannshohe Holzstatue, als der Stargast zur Enthüllung an diesem verregneten Donnerstagmorgen eintraf. Die Holzskulptur stellt Carla Del Ponte dar – und die Tessinerin hatte die Ehre, sich selbst zu enthüllen.

Sehen Sie die Enthüllung im Video:

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Kampagne #Woodvetia

Das Bundesamt für Umwelt und die «Initiative Schweizer Holz» präsentieren mit dieser Kampagne zahlreiche Holzfiguren von wichtigen Persönlichkeiten der Schweizer Geschichte und Gegenwart. Damit soll den Menschen auf überraschende Weise Zugang zu Schweizer Holz gewährt werden. Der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck (36) schnitzt jede lebensgrosse Figur aus einer anderen Holzart.

Die Nachfrage nach Holz aus der Schweiz ist seit Jahren rückläufig. Auf dem Bau würden jährlich rund 70 Prozent aller verbauten Hölzer importiert. Und dies obwohl die Schweizer Waldfläche jedes Jahr um die Fläche des Thunersees wächst. Bewirtschaftete und leistungsfähige Wälder würden eine wichtige Grundlage für die hohe Lebensqualität bilden, so die Initianten. Wälder schützen sie Siedlungen und Strassen vor Lawinen, säubern 40 Prozent unseres Trinkwassers und absorbieren jährlich 1,6 Millionen Tonnen CO2. Zudem würden Schweizer Wälder wertvolle Arbeitsplätze schaffen.

Tessinerin sagt, was sie denkt

«Ich bin viel zu ernst», lachte Del Ponte, als sie ihrem Abbild zum ersten Mal gegenüberstand. Immer sei sie nicht so humorlos. In ihrem typischen Deutsch mit charmantem italienischem Dialekt erklärte sie, wie es zur Statue kam, die im Rahmen einer Aktion für mehr Schweizer Holz entstanden ist.

Vor Monaten sei sie angefragt worden. «Ich hatte das längst vergessen», scherzte sie. «Ich war skeptisch, weil andere in Holz verewigte Schweizer Persönlichkeiten längst tot sind.» Frisch von der Leber plauderte die 70-Jährige und wiederholte ihre sanfte Kritik am Werk des Künstlers. Sie freute sich jedoch auch, dass sie mit ihrem Engagement etwas fürs Schweizer Holz beitragen konnte, und dankte für die Statue.

«Das Holz ist ebenbürtig»

Die Aktion fand im Rahmen einer Kampagne «#Woodvetia – Aktion für mehr Schweizer Holz» statt (siehe Box). Melanie Brunner, Geschäftsführerin Pro Holz Lignum Luzern, erklärte: «Frau Del Ponte passt ideal ans Ende einer Brücke – deshalb der Standort hier am Mühlenplatz.» Salome Sidler vom Bundesamt für Umwelt strich in einer kurzen Rede hervor, weshalb Carla Del Ponte in die Kränze kam. Mit Härte und Beharrlichkeit habe sie als Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien sowie den Völkermord in Ruanda aufgearbeitet. Auch als Bundesanwältin machte sie sich einen Namen.

«Die Statue besteht aus dem Holz einer Edelkastanie aus dem Tessin», sagte Sidler. Ein besonders hartes Holz, welches oft für Lawinenverbauungen verwendet werde. «Dies passt zum Charakter von Carla Del Ponte.» In Bezug auf ihre berufliche Tätigkeit mag das stimmen, doch bei Del Ponte war spürbar, dass sie gerne auch von einer herzlichen, menschlichen Seite gezeigt werden würde. Deshalb auch die Kritik an der ernsten Statue.

Del Ponte wacht nun am Luzerner Mühleplatz.

Del Ponte wacht nun am Luzerner Mühlenplatz.

(Bild: les)

Sehen Sie weitere Statuen von Inigo Gheyselinck

Albert Escher wurde in einem Zug positioniert:


 

Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler:


 

Der Schweizer Musiker Stress:


 

Vierfach-Olympiasieger Simon Ammann:


 

Auch vom mittlerweile verstorbenen Polo National existiert eine Statue:


 

Giovanni Segantini war insbesondere für seine Alpenbilder bekannt:


 

Auguste Piccard war ein bekannter Schweizer Forscher:

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