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Salle Modulable: Sponsor will 10 Millionen Franken springen lassen
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So könnte die grosse Bühne der Salle Modulable aussehen. (Bild: zVg)

Jost Schumacher startet Rettungsaktion Salle Modulable: Sponsor will 10 Millionen Franken springen lassen

7 min Lesezeit 4 Kommentare 02.09.2016, 05:00 Uhr

Am 19. September könnte das visionäre Projekt eines multifunktionalen Theaters in Luzern vom Kantonsrat beerdigt werden. Doch dagegen stemmen sich nun, in letzter Sekunde, die Befürworter, allen voran der umtriebige Anwalt und Immobilienbesitzer Jost Schumacher. Seine Vorschläge sind überraschend, brisant – und kommen eventuell zu spät.

Jetzt hat Rechtsanwalt, Immobilienbesitzer, Kunstmäzen und zentralplus-Blogger Jost Schumacher das Zepter übernommen. Der umtriebige Luzerner will den drohenden Untergang der Salle Modulable um jeden Preis verhindern. Dazu schart er hochkarätige Personen um sich, weibelt bei Politikern und Geschäftsleuten – und macht Vorschläge, wie die Kosten des Theaterneubaus auf dem Inseli gesenkt oder besser akzeptiert werden könnten. Und er hat einen 10-Millionen-Spender an der Angel.

Jost Schumacher, Luzern, den 24.10.2014

Jost Schumacher will der SalleModulable zum Durchbruch verhelfen.

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(Bild: Priska Ketterer Luzern)

Nicht ohne Gegenleistung

«Ich hätte einen Sponsor, der bereit wäre, 10 Millionen Franken an die Betriebskosten zu zahlen», erzählt Schumacher. Doch der Sponsor möchte dafür eine Gegenleistung: «Er möchte dann eventuell auch mal selber Anlässe in der Salle Modulable durchführen, oder Werbung seiner Firma auf die Tickets drucken lassen.» Wer der mögliche Millionen-Sponsor ist, sagt Schumacher nicht. Bevor nicht klar sei, ob das Projekt überhaupt vorangetrieben werden könne, wolle der sich nicht öffentlich dazu bekennen.

Nun entscheidet der Luzerner Kantonsrat am 19. September über den kantonalen Anteil von 7 Millionen Franken am Planungskredit für die Salle Modulable. Und bekanntlich sieht es gar nicht gut aus, die vorberatende Kommission hat grossmehrheitlich Nein dazu gesagt (hier geht’s zu allen Hintergründen). Falls auch das Parlament Nein sagt, wird aus dem Theaterneubau die teuerste Planungsleiche des Kantons.

«Diese einmalige Chance wird es sonst kaum mehr geben.»

Jost Schumacher

Dann müsste auch das Stadtparlament an seiner Sitzung vom 29. September nicht mehr über den städtischen Kredit von 3 Millionen abstimmen. Total betragen die Planungskosten 12 Millionen, die restlichen 2 Millionen hat die Stiftung Salle Modulable von Hubert Achermann bereits zu einem Grossteil gesammelt.

Diese Visualisierung zeigt, wie die grosse Bühne des neuen Theaters dereinst aussehen könnte.  (Bild: zvg)

Diese Visualisierung zeigt, wie die grosse Bühne des neuen Theaters (Salle Modulable) dereinst aussehen könnte.  (Bild: zvg)

«Wir appellieren an das Herz»

«Wir geben sicher nicht auf», sagt Schumacher. «Es kann nicht sein, dass Luzern so mutlos agiert und eine so einmalige Chance bereits in der Planungsphase scheitern lässt.» Deshalb engagiert sich Schumacher gleich in drei respektive vier Gremien (siehe unten).

Nun will Schumacher also mit allen Beteiligten das Steuer herumreissen und eine Mehrheit der 120 Kantonsräte von einem Ja zum Planungskredit überzeugen. Dazu liess er einen Brief an alle Parlamentarier verfassen. «Wir appellieren an das Herz. Wir brauchen ein Theater in Luzern. Diese einmalige Chance wird es sonst kaum mehr geben.» (Den ganzen Brief finden Sie hier.)

Bekanntlich muss das alte Luzerner Theater neben der Jesuitenkirche dringend saniert werden, was auch 45 bis 80 Millionen Franken kosten würde. Die Salle Modulable als neue Heimat unter anderem des Theaters, des Lucerne Festival, des LSO sowie der Freien Szene würde mit gut 160 Millionen zu Buche schlagen, das Gesamtprojekt mit Aufwertung Inseli käme auf mindestens 208 Millionen zu stehen.

Mögliche Innenansicht der grossen Bühne in der Salle Modulable: Möglich sind alternative Inszenierungen mit Akteuren in Fensteröffnungen.

Mögliche Innenansicht der grossen Bühne in der Salle Modulable: Vorstellbar sind alternative Inszenierungen mit Akteuren in Fensteröffnungen.

(Bild: Visualisierung PD)

Architekt soll Rabatt geben

Doch ein netter Brief allein dürfte kaum genügen. Denn die finanziellen Bedenken speziell wegen der Betriebskosten von 31 Millionen schrecken enorm ab – beim Luzerner Theater betragen diese 24 Millionen.

«Bei den Planerkosten muss einfach hart verhandelt werden.»

Jost Schumacher

Das weiss auch Schumacher. Doch er will zuerst bei den Planungskosten ansetzen, um den Kantonsräten ein Ja schmackhaft zu machen. Diese Kosten seien mit total 12 Millionen viel zu hoch. «Ich hab dem Verantwortlichen, der diese Kosten zusammengestellt hat, gesagt: So geht das nicht, dieser Betrag muss gesenkt werden.» Und das sei durchaus möglich. So soll der Architekt nicht mit 7 Millionen entschädigt werden, sondern mit so um die 3. «So viel Rabatt muss er geben, 3 Millionen sind auch noch viel Geld für ein Jahr Arbeit», sagt Schumacher, der als einer der grössten Immobilienbesitzer Luzerns viel Erfahrung mit Bauprojekten hat.

Auch diese Visualisierung zeigt eine Variante, wie der grosse Saal der Salle Modulable bespielt werden könnte.

Auch diese Visualisierung zeigt eine Variante, wie der grosse Saal der Salle Modulable bespielt werden könnte.

Planungskosten halbieren?

Auch die budgetierten 5 Millionen für die weiteren Planer könnten gesenkt werden. «Hier muss einfach hart verhandelt werden», sagt Schumacher. Dann bringe man die Planungskosten von 12 auf vielleicht 6 bis 8 Millionen runter. Und dann würde sich auch der Anteil des Kantons und der Stadt entsprechend markant verringern – und die Chance auf ein Ja der Politiker massiv erhöhen.

Ob das aber realistisch ist? Ursprünglich gingen die Salle-Modulable-Verantwortlichen von einem Planungskredit von 7 Millionen aus. Anfang Juli teilten sie aber mit, dass dieser aufgrund genauerer Berechnungen rund 12 Millionen betrage. Und die Erfahrung zeigt, dass solche Riesenprojekte fast immer teurer werden als budgetiert.

So könnte eines der Studios der Salle Modulable aussehen.

So könnte eines der Studios der Salle Modulable aussehen.

Supertheater würde viel mehr Umsatz generieren

Für etwas reduzierbar hält Schumacher auch die Betriebskosten – dies verlangt übrigens auch die Luzerner Regierung. Schumacher sagt aber auch: «Im alten Luzerner Theater gibt es nur einen Saal, in der neuen Salle Modulable sind es sechs bis sieben. Dadurch steigen die Einnahmen stark an, man könnte ganz andere Beträge generieren.» Gegenwärtig nimmt das Luzerner Theater mit Ticketeinnahmen und Sponsoring jährlich nur gegen 3 Millionen Franken ein. Zudem, erinnert Schumacher, würden auch bei einer Sanierung des alten Luzerner Theaters die Betriebskosten steigen.

«Zu einem weiteren Zeitpunkt werde ich selbstverständlich einen weiteren Beitrag an das Projekt leisten.»

Jost Schumacher

An die Gesamtkosten der Salle Modulable von 208 Millionen Franken sollen Stadt und Kanton total 93 Millionen beisteuern, 80 Millionen kämen von der Engelhorn-Schenkung dazu. Die restlichen 35 Millionen müssten Private aufwerfen. «Auch daran müssen wir nun mit Hochdruck arbeiten», sagt Schumacher und gibt sich überzeugt, dass dies machbar ist.

Querschnitt durch das Modell, das den grossen Saal der Salle Modulable darstellt.

Querschnitt durch das Modell, das den grossen Saal der Salle Modulable darstellt.

(Bild: Thomas Zimmermann)

Er will auch noch mehr dran zahlen

Auf die Frage, ob auch er selbst für das Projekt ins Portemonnaie greift, versichert Schumacher: «Einstweilen habe ich 10’000 Franken beigetragen. Zu einem weiteren Zeitpunkt, wenn die Salle Modulable an der Urne angenommen wird, werde ich selbstverständlich einen weiteren Beitrag an das Projekt leisten.» Wie hoch dieser sein werde, will Schumacher zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren. Bislang habe er für die Vereinsgründung, für Werbung sowie administrativen Aufwand nochmals 10’000 Franken investiert.

«Wenn wir uns nun alle mit Herzblut für das Projekt einsetzen, ist es noch nicht zu spät.»

Jost Schumacher

So könnte es im kleinen Saal der Salle Modulable aussehen.

So könnte es im kleinen Saal der Salle Modulable aussehen.

Leise Kritik an Initianten

Stellt sich zum Schluss nur noch die Frage: Warum starten die Theater-Befürworter erst jetzt durch? Bereits in zweieinhalb Wochen muss der Kantonsrat Ja oder Nein zum Planungskredit sagen. Schumacher lässt zwar durchblicken, dass er natürlich auch dazu eine Meinung hätte. Eine in Richtung: Man hätte in den letzten Monaten deutlich mehr machen müssen. Doch er will keinen Staub aufwirbeln. Er will die Salle Modulable retten, und sagt deshalb: «Wenn wir uns nun alle mit Herzblut für das Projekt einsetzen, ist es noch nicht zu spät.»

Ursula Stämmer und Hubert Achermann vor dem Modell der Salle Modulable.

Ursula Stämmer und Hubert Achermann vor dem Modell der Salle Modulable.

(Bild: lwo)

Diese vier Komitees sollen’s richten

Schumacher engagiert sich in folgenden drei Gruppierungen für die Salle Modulable:

  • Erstens ist er Präsident des erwähnten Vereins Theater am See. Per Crowdfunding sind von den benötigten 2 Millionen allerdings erst 185’000 Franken zusammengekommen. «Wir haben mehr erwartet», räumt Schumacher ein. Vizepräsident des Vereins ist Fabian Reinhard, Parteichef der Stadtluzerner FDP, Kassier ist Unternehmer und Kulturliebhaber Heinz Wild.
  • Zweitens hat Schumacher ein erweitertes Komitee ins Leben gerufen. Diesem gehören nebst Reinhard und Wild an: Adrian Gut, Quästor LSO, Kurt Sidler, der bezüglich Salle Modulable für Veranstaltungen verantwortlich ist, CVP-Kantonsrat Ferdinand Zehnder und Christian Reichardt, der sich um Standaktionen kümmern wird. An einer Sitzung dieses Komitees hat auch Peter Steiner als Gast in der Funktion als Geschäftsführer der IG Theater am Inseli teilgenommen.
  • Drittens gehört Schumacher der «Elefantengruppe» an, wie er sie nennt. Darin vertreten sind die Direktbeteiligten Hubert Achermann von der Stiftung Salle Modulable, Michael Häfliger vom Lucerne Festival, Birgitt Aufterbeck vom Luzerner Theater und Numa Bischof vom Luzerner Sinfonieorchester (LSO).

Erst in Planung ist zudem ein Patronatskomitee, das laut Schumacher aus namhaften Vertretern von Banken-CEOs sowie Stadt- und Regierungsratsmitgliedern bestehen soll. Zusagen hat Schumacher bereits, Namen möchte er noch keine nennen. Dieses Komitee soll, wenn es denn soweit kommt, für die Sammlung der 35 Millionen Franken an die Investitionskosten federführend sein.

Hinweis: Jost Schumacher, der als Blogger «Junker Jost» auch für zentralplus schreibt, ist ein unorthodoxer Zeitgenosse, wie er in unserem 50-Fragen-Interview mit Worten, einer Zeichnung und einem Witz-Video unter Beweis gestellt hat.

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4 Kommentare
  1. Omer Ilozneg, 04.09.2016, 19:16 Uhr

    Es ist sehr interessant und auch aufschlussreich, wer mit welchen Argumenten für diesen unselige Elitekulturtempel Salle Modulable laviert. Es sind genau diese (bürgerlichen) Kreise, welche einerseits vermutlich vom Tiefststeuerwahnsinn in diesem Kanton schamlos profitieren, diesen mit grosser Wahrscheinlichkeit auch mit Vehemenz propagieren und dann anderseits kalten Arsches via öffentliche Hand langfristig diese Salle-Geschichte finanzieren lassen wollen. Das Ganze nennt sich dann Privat-Public-Partnership, mit Betonung auf Public. Diese Salle ist, so wie sie aktuell daherkommt und geplant ist, ein elitäres Wirtschaftsförderungsprogramm, ein Kulturcampus für einige wenige Bestbetuchte, schlussendlich finanziert von vielen Wenigerbetuchten, also eine Salle Mogel-able. Es ist zu hoffen, dass der Kantonsrat dem Verdikt der EBKK folgt und sich nicht über den Tisch ziehen lässt.

  2. Marcel Moser, 03.09.2016, 01:29 Uhr

    Herr Schumacher, die Nebelkerze die sie zünden raucht ganz schön. Aber so einfach ist es nicht. Wenn sie doch 10 Mio beitragen möchten warum nennen Sie die dann die honorablen Spender nicht einfach öffentlich. Die Luzerner sind es langsam leid mit warmer Luft abgespiesen zu werden. Oder sollte das ein weiterer Versuch sein, der Stadt den Fuss ins Genick zu stellen? Handfestes haben selbst sie nicht zu bieten… Herr Schumacher?

  3. Sam Pirelli, 02.09.2016, 11:04 Uhr

    Luzern hat hoffentlich nicht vergessen, dass Jost Schumacher die Boa auf dem Gewissen hat? Zusammen mit seinem Anwalt (und Chef der grossstadträtlichen Baukommission) Kurt Bieder (genau, der wurde nachher Baudirektor) hat er die Umzonung des Boa-Nachbarlands für Eigentumswohnungen erwirkt. Und das brach der Boa letztendlich das Genick. Die Boa allerdings war das Symbol des Kulturkompromisses, der das KKL ermöglichte. Man erinnere sich: Das ist der Bau, den man mit 170 Millionen veranschlagte, dessen Errichtung dann die Hälfte mehr kostete, der wiederholt mit Notkrediten und Billettsteuergeschenken gerettet werden musste und dessen bereits fällige Renovation wieder etwa 50 Millionen verschlingen wird – in einer Zeit, da man denn Schülern ganze Schulwochen streichen muss, weil man – der bürgerlichen Steuer-“Politik” zum Dank – kein Geld hat.

    Und eben: Laut Finanzierungsplan sollen Private ohnehin 35 Millionen in das Projekt einschiessen – die genannten 10 Millionen sind also nicht mal ein Drittel. Und es darf nicht vergessen werden, dass solche Projekte stets den Kostenrahmen um sicher die Hälfte übersteigen – werden das dann auch die Privaten übernehmen oder haben das Stadt und Kanton zu tragen, die jetzt schon nicht wissen, welche Schulen sie schliessen sollen, um die bislang geforderten 90 Millionen zusammenzukratzen?

    In seinem Blog vom Mittwoch (Einleitungstext: “Nach einer Infoveranstaltung zur Salle Modulable ist Jost Schumacher vom Projekt überzeugt”) schreibt Schumacher, er habe letzten Samstag eine Informationsveranstaltung besucht. Stellt sich die Frage: Tatsächlich erst jetzt? Er hat in seinem Blog vom 9. Juni doch schon die Werbetrommel für die SM gerührt? An dieser Veranstaltung seien “alle wichtigen Leute” gewesen. Nein, denn offenbar waren keine Kritiker da. Es zeigt zumindest, wen Herr Schumacher für “wichtig” hält. Und er hat offenbar das Hochglanz-Werbefilmli geguckt, denn er schreibt mit glühenden Ohren: “Ich habe dort in einem Kurzfilm gesehen, wie vielseitig das Theater am See verwendet werden kann. Und das mit modernster Technik, die es erlaubt, das Theater innert wenigen Stunden komplett zu verwandeln. Dies alles funktioniert automatisch. Sitzreihen verschieben sich über Stockwerke wie von Geisterhand ins Lager oder werden zu grösseren und kleineren Einheiten zusammengestellt.”

    Herr Schumacher, das ist ein Werbefilm. Fragen Sie doch in den Kulturhäusern nach, wie sehr “wie von Geisterhand” solche Technik tatsächlich funktioniert. Zum Beispiel die sogenannt automatische Tribüne in der Boa. Pardon, dort können Sie ja eben nicht mehr nachfragen.

    Als Immobilienmogul und gewiefter Geschäftsmann sollte Schumacher doch zumindest von Haustechnik so viel Ahnung haben, dass er nicht derart bereitwillig einem Propagandafilm auf den Leim geht? Und hat er wirklich das Gefühl, 31 Millionen Unterhaltskosten im Jahr (die erst noch gekürzt werden sollen) reichten den Betrieb dieses hochtechnischen Molochs?

    Luzern hat leere Kassen, die Tiefsteuerstrategie ist voll in die Binsen gegangen. Setzt sich Jost Schumacher nun für deren Abschaffung ein? Und wenn er wirklich etwas für die Allgemeinheit tun will, hört er mit seinem unsinnigen Kampf gegen Wohnbaugenossenschaften auf?

    Ferner erneut diese Heimlichtuerei: “‘Ich hätte einen Sponsor, der bereit wäre, 10 Millionen Franken an den Unterhalt zu zahlen’, erzählt Schumacher. Doch der Sponsor möchte dafür eine Gegenleistung: ‘Er möchte dann eventuell auch mal selber Anlässe in der Salle Modulable durchführen, oder Werbung seiner Firma auf die Tickets drucken lassen.’ Wer der mögliche Millionen-Sponsor ist, sagt Schumacher nicht. Bevor nicht klar sei, ob das Projekt überhaupt vorangetrieben werden könne, wolle der sich nicht öffentlich dazu bekennen.” Kennen wir das nicht schon zur Genüge aus der ganzen Salle-Misérable-Geschichte? Erpressung durch die Geldgeber (und die Stiftung) inklusive?

    Fazit: Diese 10 Millionen wären ein Tropfen auf dem heissen Stein – allein der Projektierungskredit beträgt 12 Millionen. Zur Erinnerung: Gesamtkosten des Baus über 200 Millionen (was, wenn das KKL als Massstab dienen soll, dann eher 300 Millionen sein werden), davon kommen aus der Stiftung mit den Steuerhinterziehungsgeldern auf den Bahamas 80 Millionen; 90 Millionen sollen Stadt und Kanton betragen, weitere 35 Millionen Private. Und dazu soll das Inseli weitflächig überbaut und der Blick auf den See durch ein 35 Meter hohes Hochhaus verstellt werden. Und lasst euch keinen Sand in die Augen streuen: Auch die verbliebene Fläche wird komplett gentrifiziert werden mit dieser Achse KKL–SM – wir können dann dem freien Aufenthalt auf dem Inseli Tschüss küssen; man erinnere sich an den Wegweisungsartikel, der extra für das KKL Gesetz wurde.

    Und das alles in einer Stadt, die unter dem x-ten Sparpaket in Folge ächzt und der sogar das Geld für den Unterhalt der Parkbänkli fehlt …

    1. Sam Pirelli, 02.09.2016, 11:06 Uhr

      Hercolani, warum schluckt das Ding denn alle Absätze? Ist ja eine furchtbare Bleiwüste so. Pardon.