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Rupan Sivaganesan: «Stadt Zug könnte eine Vorreiterrolle spielen»
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Rupan Sivaganesan will sowohl in den Stadtrat wie auch ins Stadtpräsidium. Auch er hat schon früh seinen Wahlkampf lanciert – in Zeitungsinseraten. (Bild: wia)

Leserbrief zum Vaterschaftsurlaub Rupan Sivaganesan: «Stadt Zug könnte eine Vorreiterrolle spielen»

2 min Lesezeit 24.09.2018, 20:03 Uhr

Der Zuger Stadtratskandidat Rupan Sivaganesan (SP) äussert sich in einem Leserbrief zu verschiedenen Vorschlägen bezüglich Erhöhung des Vaterschaftsurlaubs. Er nimmt dabei auch die Stadt Zug in die Pflicht.

Vor zehn Jahren hatte die Zuger SP eine Erhöhung des Vaterschaftsurlaubs für kantonale Angestellte von fünf auf zehn Tage gefordert. In der Stadtzuger Verwaltung haben frisch gebackene Väter zehn Tage Urlaub. Die Zeit ist reif für 20 Tage.

Genau das will die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub» schweizweit, die von über 160 Organisationen unterstützt wird. In den vergangenen Jahren waren mehr als 30 Vorstösse für einen Vaterschafts- oder Elternurlaub im Bundesparlament eingereicht worden. Für mich der interessanteste war jener von Kathrin Bertschy (GLP), die auch an der Zuger Denkplattform «First Friday» referiert hat.

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Sie forderte zusätzlich zum 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub einen ebenso langen Vaterschaftsurlaub unter der Bedingung, dass beide Elternteile zuvor und danach arbeiteten. Ebenfalls sympathisch war der Vorschlag von Rosmarie Quadranti (BDP), die zum bestehenden Mutterschaftsurlaub eine gleichlange zusätzliche Elternzeit vorschlug, die auch zu 100 Prozent von den Vätern hätte genutzt werden können.

Einige Unternehmen gehen weit darüber hinaus. Bei Google beziehen Väter 60 Tage Vaterschaftsurlaub, bei Johnson & Johnson in Zug sind es 40 Tage. Auch die Regelungen von Microsoft, Ikea, Axa Winterthur und der Alternativen Bank (30 Tage beziehungsweise vier Wochen) lassen sich sehen. In der öffentlichen Verwaltung liegen die Städte Bern mit neu vier Wochen sowie Biel, Genf, Lausanne und Neuenburg mit je 20 Tagen an der Spitze.

Dass die nationale Volksinitiative Druck macht, sieht man nun bei den Parteien und im Bundesparlament. Vor einem guten Monat schlug die FDP Schweiz eine 16-wöchige Elternzeit anstelle des jetzigen Mutterschaftsurlaubs vor.

Ich fand die Absicht, damit falsche traditionelle Rollenbilder aufzubrechen, sehr gut. Allerdings waren die Bedingungen der FDP für die anderen Parteien nicht annehmbar: mehr Steuerabzüge und keine Erneuerung der Bundesgelder für die Anstossfinanzierung von Krippen. Daran, am Bundesengagement für Kinderkrippen, will das Parlament nämlich festhalten.

Das ist auch notwendig, wenn die Bekämpfung des Fachkräftemangels durch ein höheres Erwerbsengagement von Frauen mit Kindern kein Lippenbekenntnis sein soll. Aktuell sieht es nach einem Gegenvorschlag zur Volksinitiative aus, der in den Kommissionen des National- und des Ständerats durchkommt: 14 Tage allgemeiner Vaterschaftsurlaub.

Die Stadt St. Gallen erhöht ihren Vaterschaftsurlaub auf 20 Tage und macht sich damit zur Vorreiterin in der Ostschweiz. Die Stadt Zug, der es finanziell gut geht, könnte doch eine Zentralschweizer Vorreiterrolle spielen und ebenfalls auf drei oder vier Wochen, wie in Bern, gehen. Unternehmen der Privatwirtschaft in Zug können uns hier ein Beispiel sein.

Rupan Sivaganesan, Zuger Stadtratskandidat und Kantonsrat SP

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