Regionales Leben

Contact Tracing funktioniert noch
Rund 9000 Luzerner sind in Quarantäne oder Isolation

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentar: 1
Isolation_Quarantäne_Corona_Zuhause_Luzern. (Symbolbild: Annie Spratt)
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Rund 9'000 Luzernerinnen stecken derzeit zu Hause in Quarantäne oder Isolation. Das ist ein neuer Höchstwert im Kanton. (Symbolbild: Annie Spratt)

Die aktuelle Corona-Welle erreicht ständig neue Höchstwerte. Zuletzt haben sich im Kanton Luzern so viele Menschen wie noch nie mit dem Virus angesteckt – jetzt schnellt auch die Zahl der Quarantäne- und Isolationsfälle in bisher unerreichte Höhen. Das Contact Tracing hält trotzdem mit.

340 neue Corona-Fälle vermeldet der Kanton Luzern diesen Freitag. Anfang Woche waren es sogar über 500. Im ganzen Kanton stecken sich derzeit ständig Menschen mit dem Coronavirus an. Diese wiederum haben Kontakt mit anderen Personen. Um die Ansteckungsketten zu durchbrechen, schickt der Kanton diese Menschen in Isolation oder Quarantäne – derzeit tut er das so häufig wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie.

Rund 9’000 Personen stecken auf Anordnung des Kantons zu Hause fest – das ist fast jeder 45. Luzerner. Rund 3’500 Personen davon sitzen nach einem positiven Testergebnis in Isolation. Bei 5’500 Personen besteht die Gefahr, dass sie sich angesteckt haben. Sie müssen deshalb in Quarantäne, da sie ungeimpft sind.

David Dürr, Leiter der kantonalen Dienststelle Gesundheit und Sport, bestätigt den neuen Höchstwert: «Im Kanton Luzern waren noch nie so viele Personen in Quarantäne oder Isolation wie aktuell.»

Omikron ist nicht der Grund für den Anstieg

Und täglich werden es mehr. Allein von Mittwoch auf Donnerstag zählt der Kanton Luzern über 200 zusätzliche Personen, die sich in Quarantäne befinden. David Dürr begründet die steigende Zahl mit einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren: eine hohe Anzahl ungeimpfter Personen, die kältere Jahreszeit mit tendenziell mehr Treffen im Innenbereich sowie der nachlassende Impfschutz. Aber, und das unterscheidet Luzern von anderen Kantonen: Die Omikron-Variante zählt Dürr nicht als Faktor auf.

«Es sind uns keine Omikron-Verdachtsfälle bekannt», sagt Dürr auf Anfrage. Wegen zwei bestätigten Omikron-Fällen mussten in der Westschweiz am Donnerstag rund 2’000 Personen in Quarantäne, wie verschiedene Schweizer Zeitungen berichteten. Der Kanton Luzern bleibt davon vorerst verschont. Nicht auszudenken, welche Konsequenzen ein Omikron-Fall für das Contact Tracing hätte.

«Das Contact Tracing kann aktuell die notwendigen Aufgaben bewältigen.»

David Dürr, Dienststellenleiter Gesundheit und Sport

Denn dieses hat schon bei den aktuellen Quarantäne- und Isolationsfällen alle Hände voll zu tun. Im Gegensatz zu anderen Kantonen wie Zug ist das Luzerner Contact Tracing aber noch nicht überlastet (zentralplus berichtete).

Mehr Personal für die telefonische Kontaktstelle

Das hängt damit zusammen, dass das Contact Tracing seine Kommunikationsweise angepasst hat, wie die «Luzerner Zeitung» berichtete. So kommuniziert die Dienststelle mit betroffenen Personen automatisch und digital per SMS. «Dank dem hohen Automatisierungsgrad sind wir sehr effizient. Das Contact Tracing kann aktuell die notwendigen Aufgaben bewältigen», sagt Dienststellenleiter Dürr.

Allerdings kann das Contact Tracing nicht mehr alle Personen, die sich in Isolation oder Quarantäne befinden, persönlich anrufen und sie direkt befragen. Auch bei der Corona-Hotline der Dienststelle gebe es aktuell lange Wartezeiten. «Um diese wieder abzubauen, haben wir zusätzliches Personal eingestellt», ergänzt David Dürr.

Neue Hotline für Schulleiterinnen

Das hat auch einen Einfluss auf die Infrastruktur des Contact Tracings. Weil sich viele Ansteckungen derzeit an den Schulen ereignen, hat der Kanton für Schulleiter eigens eine neue Nummer eingerichtet. Diese müssen nun nicht mehr über die normale Hotline des Kantons anrufen. Damit will der Kanton bei Corona-Fällen an Schulen schneller reagieren und Ansteckungsketten rascher unterbrechen können.

Wie sich vor einer Woche in den Stadtluzerner Schulhäusern Säli und Steinhof gezeigt hat, drohen positive Corona-Fälle sonst den ganzen Schulbetrieb lahmzulegen. Nach knapp zehn bestätigten Corona-Fällen im Säli-Schulhaus am Anfang der vergangenen Woche wuchs die Zahl der Ansteckungen innert weniger Tage auf über 50 (zentralplus berichtete). Vier Klassen musste der Kanton daraufhin in Quarantäne schicken (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. Leila, 04.12.2021, 00:51 Uhr

    Rudolf lässt grüssen

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