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200 Lastwagenladungen Eschenholz werden jährlich gefällt
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Von Pilzsporen befallene Eschenbäume. Triebe können nur noch ungenügend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden und sterben darum ab. (Bild: Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).)

Zug: Eschenbestände «massiv bedroht» 200 Lastwagenladungen Eschenholz werden jährlich gefällt

2 min Lesezeit 12.12.2019, 10:10 Uhr

Das Eschentriebsterben hat auch den Kanton Zug mit voller Wucht erfasst. Aus Sicherheitsgründen müssen im ganzen Kantonsgebiet Bäume gefällt werden.

Die Eschenbestände sind schweizweit stark bedroht. Schuld daran ist ein aggressiver Pilz aus Ostasien: das sogenannte «Falsche Weisse Stengelbecherchen». Es verursacht das Eschentriebsterben, auch Eschenwelke genannt. Die Pilzkrankheit wurde 2008 erstmals in der Schweiz festgestellt. Im Kanton Zug verursacht sie seit 2009 Schäden, wie das Amt für Wald und Wild am Donnerstag mitteilt.

Pilzerreger durch Wind verbreitet

Verbreitet wird der Pilzerreger durch den Wind. Im Sommer werden die Eschenblätter von Pilzsporen befallen. Diese gelangen über Blattstiele in Zweige und Äste bis hin zum Stamm. Weil die Triebe oberhalb der Befallstelle nur noch ungenügend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden können, sterben zuerst die Triebe und schliesslich die gesamten Bäume ab. Ein weiteres Problem: Durch den Pilzbefall geschwächte Bäume sind anfällig für weitere Schädlinge, die das Absterben der Eschen zusätzlich beschleunigen.

Wirtschaftlicher und ökologischer Schaden ist gross

Stark befallene Eschen erkennt man an der gelichteten Baumkrone mit Dürrästen. Sie stellen, vor allem wenn sie sich entlang von Strassen und Gebäuden befinden, ein Sicherheitsrisiko dar und müssen gefällt werden, heisst es in der Mitteilung.

Jährlich müssen im Kanton Zug wegen des Eschentriebsterbens rund 4’000 Kubikmeter Eschenholz gefällt werden, was rund 200 Lastwagenladungen entspricht. Darin sind Eschen, die nicht genutzt werden und langsam im Wald absterben nicht inbegriffen.

Resistente Exemplare geben Anlass zu Hoffnung

Bis heute sind keine wirksamen Massnahmen gegen den Pilzerreger oder dessen Ausbreitung bekannt. Dennoch bestehe Hoffnung: Etwa fünf Prozent der Eschen scheinen gegenüber dem Pilz resistent zu sein. Einzelne Bäume, die keine Krankheitssymptome oder nur einen geringen Befall aufweisen würden, würden daher bewusst stehen gelassen.

Diese Bäume könnten ihre Resistenz an ihre Nachkommen übertragen; eine entscheidende Voraussetzung, damit sich das Eschenvorkommen langfristig erholen kann, heisst es abschliessend.

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