Rückzug des Patrons: Generationenwechsel bei Schindler
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Bei Schindler übernimmt schon bald die nächste Generation das Zepter. (Bild: zvg)

Ebikoner Konzern weiter in Familienhand Rückzug des Patrons: Generationenwechsel bei Schindler

2 min Lesezeit 09.01.2020, 07:09 Uhr

Die Nachfolgeregelung beim Ebikoner Lifthersteller nimmt Formen an. Nun werden lange erwartete Details zum Generationenwechsel bekannt. Der Konzern soll weiterhin in Familienhand bleiben.

Bereits 2016 wurde bekannt, dass beim Ebikoner Lifthersteller Schindler ein Generationenwechsel ansteht. Patron Albert N. Schindler kündigte an, dass er sich mittelfristig aus dem Unternehmen zurückziehen wird. Nachdem man lange auf mehr Details zur geplanten Übergabe warten musste, scheint die Nachfolgeregelung nun konkrete Züge anzunehmen. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, soll der Liftkonzern weiterhin in Familienhand bleiben.

Hierzu würden in den nächsten zwei Jahren die Aktienanteile schrittweise von der vierten an die fünfte Generation übertragen. Insgesamt seien in diesem Zeitraum bis zu 15 ausserbörsliche Aktientransaktionen zwischen 20 und 350 Millionen Franken zu erwarten, heisst es von Seiten des Unternehmens. Eine erste Tranche sei bereits am 27. Dezember des vergangenen Jahres erfolgt.

Es stehen grosse Herausforderungen an

Bei Schindler hat die Gründerfamilie bis heute eine tragende Rolle. Die durch einen Aktionärsbindungsvertrag miteinander verbandelten Familien Schindler und Bonnard kontrollieren gemäss LZ 71 Prozent der Stimmen und 44 Prozent des Kapitals.

Der langjährige Konzernchef und heutige Verwaltungsrat Alfred N. Schindler (70) sowie der ebenfalls im Verwaltungsrat sitzende Luc Bonnard (73) bilden die letzten Vertreter der vierten Generation. Von der fünften Generation sind fünf von elf aktiv im Unternehmen tätig, zwei davon sitzen im Verwaltungsrat.

Patron Albert N. Schindler hat sein ganzes berufliches Leben in Ebikon verbracht. 26 Jahre lang war er Konzernchef und während 22 Jahren Präsident. Unter seinem Kommando wurde Schindler zu einem Unternehmen mit gut 6’400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 11 Milliarden Franken.

Weiterhin in Familienhand

Der seit Anfang 2016 amtierende Konzernleiter Thomas Oetterli und der im März 2017 bestätigte Verwaltungsratspräsident Silvio Napoli arbeiten seit über 23 Jahren für den Konzern.

Wie es aktuell aussieht, dürfte sich daran in nächster Zeit auch nicht viel ändern. Denn von der kommenden fünten Generation soll noch niemand bereit sein, die Geschicke von der Spitze aus zu leiten. Dennoch glaubt der Patron, dass sein Unternehmen noch bis zur zehnten Generation in Familienhand bleiben wird.

Zurücklehnen werden sich die neuen Leute am Steuer nicht können: Um zeitgemässe Services und Produktionsabläufe zu garantieren, werden sie viel in die Automatisierung und Digitalisierung investieren müssen.

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