Rückzonung droht Luzerner Familienerbe  zu vernichten
  • Gesellschaft
Mit dem neuen Raumplanungsgesetz soll die Zersiedelung gestoppt werden. (Bild: Patrik Tschudin)

Auswirkung des Raumplanungsgesetz Rückzonung droht Luzerner Familienerbe zu vernichten

2 min Lesezeit 1 Kommentar 25.10.2020, 18:14 Uhr

Einer Familie aus Greppen droht ein enormer Werteverlust ihres Erbes. Der Fall zeigt die Probleme im Kampf gegen die Zersiedelung auf.

Gerecht hätte es sein sollen. Drei erwachsenen Geschwister aus Greppen erhielten von ihren Eltern je 1000 Quadratmeter Bauland vererbt, auf dem das Elternhaus stand.

Einer der Söhne baute auf jener der Parzelle, auf der das Haus der Eltern stand, neu. Nun müssen aber die beiden anderen Geschwister möglicherweise hinnehmen, dass ihr Erbe, statt rund einer Million Franken, plötzlich nur noch wenige Tausend Franken wert ist.

Gemeinde setzt sich für die Geschwister ein

Den Fall publik gemacht hat der «Beobachter». Vor rund einem Jahr musste die Gemeinde Greppen die beiden Geschwister, welche die noch unbebauten Grundstücken besitzen, darüber informieren, dass ihre Grundstücke von der kantonalen Rückzonungsstrategie betroffen seien. Ihr Bauland soll in Landwirtschaftsland verwandelt werden. Statt je eine Million wäre es nur noch ein paar tausend Franken wert.

Der Kanton begründet den Entscheid damit, dass die Grundstücke am Dorfrand und seit 1989 unbebaut seien, schreibt der «Beobachter». Die Geschwister versuchen sich gegen den Entscheid zu wehren. Sie argumentieren, dass sie das Land bisher noch gar nicht hätten bebauen können.

Ob die Geschwister für die Rückzonung allenfalls entschädigt werden, sei fraglich. Ihre letzte Hoffnung dürfte die Gemeinde Greppen selbst sein. Dies, weil die Rückzonung noch nicht rechtskräftig ist. Der Gemeinderat hat sich für das Anliegen der Geschwister beim Kanton starkgemacht, schreibt der«Beobachter». Sollte dies keine Wirkung haben, werde die Bevölkerung von Greppen wohl bald an der Urne über das Erbe der Geschwister abstimmen.

Kanton hat 21 Gemeinden identifiziert

Um nationalen Vorgaben zur Eindämmung der Zersiedelung umzusetzen, hat der Kanton Luzern 21 Gemeinden identifiziert, in denen Land rückgezont werden soll. Diese weisen noch immer zu grosse unbebaute Bauzonen aus.

Die Rückzonungsgemeinden sind über den ganzen Kanton verteilt: Aesch, Altbüron, Altwis, Büron, Entlebuch, Ermensee, Escholzmatt-Marbach, Flühli, Greppen, Hitzkirch, Mauensee, Rain, Reiden, Rickenbach, Roggliswil, Schwarzenberg, Triengen, Vitznau, Wauwil, Weggis und Zell.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 26.10.2020, 15:23 Uhr

    Und in der Stadt bewilligt man einen Albert-Speer-Gedächtnis-Bau am Kapellplatz. Zeigt wohl alles auf.

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