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Ndiaye, Schürpf und Ndenge geben ihr Comeback
Rückkehrer verleihen dem FC Luzern Flügel

  • Lesezeit: 5 min
Sein FCL-Comeback von Beginn weg wurde durch das 2:0 gegen St. Gallen gekrönt: Ibrahima Ndiaye.
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Sein FCL-Comeback von Beginn weg wurde durch das 2:0 gegen St. Gallen gekrönt: Ibrahima Ndiaye. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Es war kein Spiel für Fussballästheten, aber es waren drei wichtige Punkte. Der FCL hat mit dem Vollerfolg gegen den FC St. Gallen nicht nur den ersten Saisonsieg in der Tasche – auch das Lazarett scheint sich zu lichten. Das verleiht dem Luzerner Offensivspiel wichtige Impulse.

Fabio Celestini atmete erst einmal tief durch. Sein FCL hatte gerade den ersten Saisonsieg im elften Spiel in trockene Tücher gebracht und die Erleichterung war jedem Akteur ins Gesicht geschrieben (zentralplus berichtete). Die Celestini-Truppe zeigte beim 2:0 gegen St. Gallen einen effizienten Auftritt.

Die Vorstellung des Cupsiegers wurde durch die Rückehrer geprägt. Mit Ibrahima Ndiaye, Pascal Schürpf und Tsiy Ndenge gaben gleich drei Spieler nach überstandener Verletzungspause ihr Comeback, Ersterer stand gar in der Startaufstellung.

Mit ihren Eigenschaften haben sie lange schmerzlich vermisste Akzente im Spiel der Luzerner setzen können. Mit ihnen ist die Hoffnung auf eine sportlich erfolgreichere Fortsetzung der Meisterschaft verbunden.  

Ibrahima Ndiaye: Die Rückkehr des Tempos

Nach auskurierter Knöchelverletzung kehrte mit Ndiaye das Tempo ins Spiel der Zentralschweizer zurück. Mit seiner aussergewöhnlichen Schnelligkeit machte der 24-jährige das Spiel des FCL flexibler und unberechenbarer.

«Ibra», wie er von seinen Mitspielern gerufen wird, war für die St. Galler Abwehr ein ständiger Unruheherd. Seine Läufe hinter die hochstehende Abwehr waren kaum zu verteidigen, sein Abstaubertor war der verdiente Lohn für eine sehr engagierte Leistung.

Der Senegalese ist zwar wahrlich kein Mann der grossen Worte, er bringt für Celestini aber die beim FCL so dringend benötigen Emotionen auf den Platz: «Ibrahima ist unglaublich wertvoll für uns. Seine positive und vorwärts orientierte Spielweise reisst die Mannschaft mit.»

Pascal Schürpf: Die Rückkehr des Schreihalses und der Cleverness

Die Energie im Spiel und im Stadion veränderte sich schlagartig, als eine grüne Nummer Elf auf der Wechseltafel des vierten Offiziellen den Arbeitstag des Luzerner Volkshelden Pascal Schürpf ankündigte. «Pasci, Pasci Schürpf»-Sprechchöre zeigten eindrücklich, wie sehr der Luzerner Anhang ihren Vorkämpfer vermisst hatte.

Die erste Siegesfeier in dieser Saison mit den FCL-Fans (von links): Tsiy Ndenge, Yvan Alounga, Pascal Schürpf, Simon Grether und Varol Tasar. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Während seiner gut 25 Minuten auf dem Feld zeigte sich wieder einmal, wie wertvoll Schürpfs Erfahrung und Cleverness für den FCL sein können. Einmal verhinderte er einen schnellen Abschlag des St. Gallers Ati Zigi, ein anderes Mal kommentierte er lauthals einen Schiedsrichterentscheid und schindete so wichtige Sekunden von der Uhr. Es sind am Ende auch diese Momente, die in einer Partie das Zünglein an der Waage spielen.

Der 32-jährige weiss natürlich um sein lautes Sprachorgan und benutzt es auch fleissig. Es ist genau diese Kommunikationskultur, die sein Cheftrainer während seiner Absenz auf dem Feld so vermisste. Trotzdem weiss auch Celestini, dass die Knieprobleme des Flügelspielers in Zukunft nicht mehr jedes Spiel zulassen.

Tsiy Ndenge: Die Rückkehr der Robustheit?

Robustheit ist eigentlich genau die Eigenschaft, die man mit Tsyi Ndenge nicht verbinden würde. Zu lange ist die Verletzungshistorie des 24-jährigen und fast schon vergessen sind seine Qualitäten auf dem Platz.

Für ihn endete am vergangenen Sonntag eine besonders lange Leidenszeit. Nach einer Meniskusverletzung und einem Muskelfaserriss durfte der Deutsche erstmals seit vergangenem Dezember wieder für fünf Minuten Super League schnuppern.

Seine Verletzungen sind bitter für den FCL, der frühere Leverkusener und Gladbacher hätte nämlich genau die Voraussetzungen, die im Mittelfeld des FCL zurzeit benötigt werden. Er besticht durch Durchsetzungskraft, Ballsicherheit, Passgenauigkeit, Dynamik und eine Robustheit, die Gegenspieler an ihm abprallen lässt wie an einer Betonwand.

Ist Ndenge fit, hat er die Qualitäten, um die wichtige Schaltzentrale des FCL-Spiels werden. Die grosse Frage bleibt aber, ob sein Körper das auch über einen längeren Zeitraum zulässt.

Dejan Sorgic: Die Rückkehr des Torinstinkts

Auch ohne Verletzung kann Dejan Sorgic auf gewisse Art und Weise zu den Rückkehrern gezählt werden. Oder besser gesagt sein Torinstinkt.

Es läuft am letzten Sonntag die 39. Minute, Samuele Campo tritt einen Eckball scharf vors St. Galler Tor. Kein Spieler kann den Ball abwehren oder verwerten – mit Ausnahme von Sorgic. Denn Sorgic stand dort, wo Sorgic letzte Saison so häufig gestanden hatte. Nämlich am richtigen Ort. Es war wieder einmal ein klassisches «Sorgic-Tor», wie es ein euphorisierter Zuschauer treffend beschrieb.

Tatsächlich sind es diese Tore, die den 32-jährigen letzte Saison so gefährlich machten. Diese Momente, in denen er sich davonschleichen kann und seine Abgebrühtheit nutzt, um zuzuschlagen. Vielleicht ist das Tor auch eine Folge von der Entscheidung Celestinis, Christian Gentner mit der Captainbinde auflaufen zu lassen (zentralplus berichtete). Richtig wohl in der Captainrolle schien sich der eher introvertierte Sorgic sowieso nie zu fühlen.

Rückkehr von Marius Müller weiter ungewiss

Grosse Hoffnungen ruhen in Luzern ebenfalls auf der Rückkehr von Stammtorwart Marius Müller. Wann er wieder spielen kann, hängt vom Heilungsverlauf ab. Ebenfalls verletzt sind aktuell Flügelspieler Nikola Cumic mit Adduktorenproblemen (zentralplus berichtete) und die beiden Aussenverteidiger Farkas und Frydek. Samuel Alabi wird nach seinem Kreuzbandriss erst im neuen Jahr zurückerwartet.

Die Vorstellung, was mit einem fitten Kader alles möglich wäre, lässt die Fans in Luzern träumen. Am Mittwoch (20.15 Uhr) im Cup gegen Schaffhausen fordert Cheftrainer aber keine Traumvorstellung, sondern erst einmal demütige, harte Arbeit.

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