Parkhaus bei der Reussportbrücke erhält Rückenwind von der Regierung
  • Politik
Die Reussportbrücke soll durch ein Parkhaus ergänzt werden. (Bild: Visualisierung Swiss Interactive AG,)

Projekt soll mit dem Luzerner Bypass kommen Parkhaus bei der Reussportbrücke erhält Rückenwind von der Regierung

3 min Lesezeit 2 Kommentare 14.07.2020, 05:00 Uhr

Noch steht nicht fest, ob die geplante neue Reussportbrücke überhaupt kommt. Falls ja, stehen die Chancen gut, dass es dort künftig auch ein Parkhaus geben wird.

Die Idee einer Park-and-Ride-Anlage für Autos und Reisecars im Gebiet Lochhof wirbelte vergangenen Februar einigen Staub auf. Schliesslich wurde ein solches Kombi-Parkhaus auch als Teil der Luzerner Metro-Pläne aufs Tapet gebracht, über die damals abgestimmt wurde (zentralplus berichtete).

Die Metro – und mit ihr das im Ibach vorgesehene Parkhaus – ist an der Urne abgelehnt worden. Die Idee einer Park-and-Ride-Anlage im Gebiet Lochhof lebt derweil noch weiter. Allerdings ist sie mit einem gewaltigen Fragezeichen verbunden.

Stadt wehrt sich gegen Autobahnzufahrt

Kantonsrat Daniel Keller (SVP) schlägt ein ober- oder unterirdisches Parkhaus vor, das die geplante Reussportbrücke bei der Autobahneinfahrt respektive -ausfahrt Lochhof ergänzt. Von dort aus soll die Stadt durch den ÖV erschlossen werden. So soll künftig verhindert werden, dass ein Grossteil des Verkehrs mitten durchs Zentrum fährt.

Tatsache ist jedoch, dass die Reussportbrücke politisch umstritten ist. Die Stadt Luzern hat sich offiziell gegen das Nachfolgeprojekt der ungeliebten Spange Nord gestellt (zentralplus berichtete). Die Vernehmlassung für das Brückenprojekt, das den Bypass ergänzen soll, läuft noch bis Ende September 2020.

Bund will solche Projekte fördern

Sollte ein Autobahnanschluss Luzern-Lochhof danach aber weiterverfolgt werden, sieht die Luzerner Regierung durchaus Potenzial für eine solche «multimodale Drehscheibe», wie die Regierung das Parkhaus in ihrer Stellungnahme nennt.

Dafür spreche etwa, dass der Bund solche Drehscheiben-Projekte verstärkt mitfinanzieren wolle. Der Bund lege jedoch grossen Wert auf den Einbezug der jeweiligen Agglomeration. Entsprechend müsste ein «Gesamtkonzept mit Weitblick» dazu erstellt werden.

Umsteigen? «Kä Luscht»

Eine Herausforderung sieht der Regierungsrat darin, dass die Motivation, mitten auf dem Weg das Verkehrsmittel zu wechseln, heute gering sei. Dennoch ist er überzeugt, dass solche kombinierten Mobilitätsangebote künftig an Bedeutung gewinnen werden: «Umsteigepunkte wie zum Beispiel Park-and-Ride-Anlagen, Bushubs und Bahnhöfe sollen für ein einfaches und effizientes Umsteigen, etwa vom Auto zum öffentlichen Verkehr, oder zum Fuss- und Veloverkehr sorgen.»

Ein Parkhaus bei einem Autobahnanschluss könne den Autoverkehr in die Stadt begrenzen, wenn es mit «attraktiven Umsteigemöglichkeiten auf den öffentlichen Verkehr Richtung Zentren» kombiniert werde.

Strategie für den gesamten Kanton

Letztlich schlägt die Regierung Folgendes vor: Die Prüfung einer Park-and-Ride-Anlage soll in Koordination mit einem neu lancierten Projekt namens «Zukunft Mobilität im Kanton Luzern» erfolgen. Im Rahmen des Projekts soll eine Mobilitätsstrategie für den gesamten Kanton ausgearbeitet werden.

Genau eine solche hatte die Stadt in der Begründung ihrer Ablehnung der Reussportbrücke gefordert. Der strategische Teil des Konzepts soll Mitte 2021 vorliegen. Der Regierungsrat beantragt das Postulat erheblich zu erklären.

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2 Kommentare
  1. Marcel Sigrist, 14.07.2020, 14:11 Uhr

    Ein Umsteigeparkhaus an einem Autobahnanschluss ist beim Projekt Metro-Luzern für Kanton und Stadt noch heute ein Unding, beim Unding einer Reussportbrücke aber plötzlich eine gute Sache:
    ine Herausforderung sieht der Regierungsrat darin, dass die Motivation, mitten auf dem Weg das Verkehrsmittel zu wechseln, heute gering sei. Dennoch ist er überzeugt, dass solche kombinierten Mobilitätsangebote künftig an Bedeutung gewinnen werden: «Umsteigepunkte wie zum Beispiel Park-and-Ride-Anlagen, Bushubs und Bahnhöfe sollen für ein einfaches und effizientes Umsteigen, etwa vom Auto zum öffentlichen Verkehr, oder zum Fuss- und Veloverkehr sorgen.»
    Ein Parkhaus bei einem Autobahnanschluss könne den Autoverkehr in die Stadt begrenzen, wenn es mit «attraktiven Umsteigemöglichkeiten auf den öffentlichen Verkehr Richtung Zentren» kombiniert werde.

    1. Margarita, 15.07.2020, 08:41 Uhr

      Vermutlich funktioniert ein Umsteigen nur mit klaren Regeln und Vorgaben dafür, wer weiter in die Stadt fahren darf und wer nicht. Darüber will die Regierung heute nicht sprechen.
      Auf Freiwilligkeit zu setzen ist etwas blauäugig, ausser ein PP in der Stadt wäre massiv teurer.

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