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Rote Zahlen trotz 150-prozentigem Einsatz
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Geschäftsführer Andreas Gröber hört Ende Juni bei der Chollerhalle auf. (Bild: zentral+ )

Wie weiter mit der Chollerhalle? Rote Zahlen trotz 150-prozentigem Einsatz

3 min Lesezeit 09.06.2015, 11:00 Uhr

Der Geschäftsführer der Chollerhalle wirft das Handtuch nach vier Jahren: Das Haus sei zu gross für Zug, sagt Andreas Gröber. Nun muss sich der Verein Chollerhalle die Frage stellen, wie es mit dem Haus weitergehen soll.

«Ich habe keine Energie mehr», sagt Andreas Gröber, der Geschäftsführer der Chollerhalle in Zug. Und deshalb geht er. Geht, nach vier Jahren und hinterlässt eine schwierige Aufgabe.

Das, nachdem sich die Dinge unter Gröbers Leitung zuerst zum Besseren verändert hatten, die Zahlen erstmals vom Roten ins Schwarze kippten, man sich freute, dass nach turbulenten Zeiten endlich wieder Ruhe eingekehrt war in der Chollerhalle (zentral+ berichtete).

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Das Konstrukt Chollerhalle sei zu gross für Zug, so Gröber. Ausserdem sei es zu viel für eine Person, sich sowohl um die Geschäftsleitung, ums Booking wie auch um die Kommunikation zu kümmern. «Eine Aufgabe kommt immer zu kurz», sagt er und ergänzt: «Doch für mehr Stellenprozente reicht das Geld nicht.»

Von rot zu schwarz zu rot

Und es macht sich Enttäuschung breit bei Gröber. Darüber, dass die schwarzen Zahlen nun wieder rot sind, und dass es auch mit 150-prozentigem Einsatz nicht gereicht hat. Was genau ist denn das Problem der Chollerhalle? Gröber sagt dazu: «Für viele Events ist die Halle zu klein, für viele Konzerte ist sie zu gross. Zudem ist die Chollerhalle ein Verein, der sich in der Halle eingemietet hat – und übers Jahr hinaus gesehen schenkt dieser Mietpreis ein.» Viele andere Lokale hätten hingegen keine Miete zu zahlen, weil eine Stiftung dahinter steht oder die Halle einer Gemeinde gehört.

Ausserdem liege Zug fürs Booking ungünstig, genau zwischen Luzern und Zürich. «Oft kommen Bands erst nach Zug, wenn sie keine passende Location in den Nachbarstädten finden.» Dessen sei sich Gröber zwar von Anfang an bewusst gewesen und habe sich damit arrangieren können. «Doch grosse, trendige, ausländische Bands konnten wir somit nur selten zu uns holen.»

«Etwas Luft holen»

Und wie geht’s für den Winterthurer nun weiter? «Das weiss ich nicht. Zuerst werde ich versuchen, wieder etwas Luft zu holen, dann schaue ich weiter. In meinem Bereich ist es schwierig, auf Anhieb etwas zu finden.»

Bis Ende Juni ist Gröber noch für die Chollerhalle tätig und versucht, «soviel wie möglich zum Abschluss zu bringen.» Das sei jedoch schwierig, denn einen direkten Nachfolger gibt es bis dato nicht.

«Die Frage ist nicht, ob, sondern vielmehr wie es weitergehen soll.»

Rudy J. Wieser, Präsident des Vereins Chollerhalle

Überhaupt muss sich der Verein Chollerhalle nun grundlegende Gedanken zur Zukunft machen, erklärt dessen Präsident Rudy J. Wieser. «Die Frage ist nicht, ob, sondern vielmehr wie es weitergehen soll. Wir haben vom Kanton einen Leistungsauftrag zu erfüllen. Momentan sind wir vielmehr ein Gästehaus und vermieten die Halle an Externe. Ursprünglich war die Idee jedoch, Raum für Kulturschaffende zur Verfügung zu stellen.»

Deshalb werde man sich nun zusammensetzen, bis im Herbst soll eine neue Idee entstehen. «Das Programm für die nächste Saison steht bereits. Es würde also reichen, wenn wir bis Ende Jahr einen Ersatz hätten für Andreas.» Aber davor müsse man zuerst wissen, in welche Richtung der Weg führe.

Weniger Kultur, mehr Kommerz

Wer wäre denn überhaupt geeignet für den Job? Andreas Gröber zögert und sagt: «Jemand, der mehr aus der Sparte Wirtschaft kommt. Die Chollerhalle muss noch mehr zurückfahren mit der Kultur, wir haben bereits im letzten Jahr weniger Veranstaltungen durchgeführt.»

Kulturell Hochstehendes wie zum Beispiel die «Cross»-Anlässe habe man ausserdem ganz aus dem Programm gestrichen, «da sie sowieso in einem Minus enden. In diese Richtung müsste man noch stärker zielen und sich auf die Anlässe fokussieren, die das Publikum sicher anziehen.» Und er ergänzt: «Wenn man die Sparte Events ausbauen könnte, dann wäre es allenfalls möglich, auch die Kultur wieder auszubauen. Mit jedem grossen eingemieteten Event, den man im Haus hat, könnte man zum Beispiel zwei kleinere Jazzkonzerte durchführen.»

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