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Rodung am Zuger Bundesplatz sorgt für Aufregung
  • Gesellschaft
Weg mit dem Gestrüpp: Der Bundesplatz in Zug wird von verschiedenem Grünzeug befreit. (Bild: wia)

Büsche kommen weg – Grünfläche wird kleiner Rodung am Zuger Bundesplatz sorgt für Aufregung

3 min Lesezeit 05.02.2019, 17:04 Uhr

Aufwertung oder Kahlschlag? Bauarbeiten auf dem Bundesplatz lösen heftige Reaktionen aus, denn in der Stadt Zug werden Steinwüsten immer häufiger. Mindestens in einem Fall will man Gegensteuer geben. 

Als «Schildbürgerstreich» wurden sie schon bezeichnet: Die momentanen Arbeiten am Zuger Bundesplatz, denen massig Grünzeug zum Opfer fällt. In den Leserbriefspalten der lokalen Tageszeitung erscheinen erzürnte und ironische Zuschriften, obwohl die «Zuger Zeitung» gar nie über das Buschausreissen im Zuger Zentrum berichtete.

Sie hatte nur eine Meldung der Stadtverwaltung abgedruckt, wonach an drei Zuger Strassen einige kranke Bäume gefällt und ersetzt werden müssen. Doch die Zuger sind gebrannte Kinder.

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«Geniesse die Leere dieses Platzes»

2003 war die Bahnhofstrasse im Zeichen des neuen Urbanismus von dichter Bepflanzung befreit worden, indem man ein Dutzend Gleditschien fällte. Die entstandene Betonwüste hatte zu heftigen Diskussionen geführt, sodass man vor über einem Jahrzehnt in der Mitte der Strasse schliesslich doch wieder zwei Weiden pflanzte – als Realersatz für die verschwundenen Savannenbäume.

Eine neue Steinwüste ist in Zug eben erst entstanden – der verkehrbefreite obere Postplatz, auf dem einige verlorene Bänke stehen, aber auf dem kein einziger Halm wächst.

«Der Platz gewinnt an Weite.»

Eliane Birchmeier (FDP), Zuger Stadträtin

«Ich stell mich dort seit Fertigstellung jeden Tag ein paar Minuten hin und geniesse die Luft und Leere dieses Postplatzes», spottet ein Leserbriefschreiber, um ironisch zu jubeln: «Endlich ‹Luft zum Atmen› – auch auf dem Bundesplatz! Endlich ist es weg, dieses Gestrüpp, diese unnötigen Hecken und Sträucher mit all ihren Spatzen.»

Hecken engen den Blick ein 

Wird also nach der Bahnhofstrasse und dem Postplatz auch der Zuger Bundesplatz zur steinernen Einöde? Nein, sagt Stadträtin Eliane Birchmeier (FDP). Es handle sich vielmehr um eine Aufwertung des Bundesplatzes, so die Vorsteherin des städtischen Baudepartements. Man setze ein im Stadtparlament gutgeheissenen SP-Vorstoss um.

Der Zugang zum Bundesplatz solle für Fussgänger offener gestaltet werden, so Birchmeier. «Dazu werden die sichteinschränkenden Hecken in der Höhe und in der Dimension reduziert und teilweise entfernt, wo sie die Bewegungsfreiheit einschränken.» Dies sei vor den Geschäften im Süden des Platzes erfolgt.

Zuger Bahnhofstrasse: Früher gabs hier eine Baumallee, dann wollte man die Architektur zur Geltung bringen. 

Zuger Bahnhofstrasse: Früher gabs hier eine Baumallee, dann wollte man die Architektur zur Geltung bringen. 

(Bild: wia)

Dach des Veloständers stört auch

«Der Platz gewinnt an Weite», findet Birchmeier. Die Fussgänger könnten den Platz in alle Richtungen überqueren. Auch im Aussenbereich des Cafés sei mehr Platz für die Aussenbestuhlung entstanden – «davon profitiert die Öffentlichkeit».

In den nächsten Wochen gibts in der Nähe ausserdem eine zusätzliche Bank zum Verweilen. Später wird im nördlichen Teil des Platzes noch das Dach des Veloständers entfernt. Auch dies soll den  Blick auf den Platz öffnen. «Mit diesen relativ kleinen Eingriffen werden die räumliche Qualität des Platzes und die Aufenthaltsmöglichkeiten verbessert», sagt die Stadträtin.

Mobile Pflanzen für den Postplatz

Sie habe wegen der Bauarbeiten beim Bundesplatz noch keine direkten Reaktionen erhalten, sagt Birchmeier auf Anfrage. Im Fall des oberen Postplatzes, wo demnächst ebenfalls noch mehr Bänke aufgestellt werden, sieht das wohl anders aus. Denn hier denkt man über eine Begrünung der Steinwüste nach.

Abklärungen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, seien am Laufen, sagt Birchmeier. Allerdings muss das Grünzeug in Töpfen mobil bleiben und bei Bedarf entfernt werden können. «Denn auf dem Postplatz soll eine vielfältige Nutzung mit öffentlichen Anlässen möglich bleiben.»

 

Steinwüste, aber nicht ganz: Ein Blüemli gibt es bereits auf dem Zuger Postplatz.

Steinwüste, aber nicht ganz: Ein Blüemli gibt es bereits auf dem Zuger Postplatz.

(Bild: wia)

 

 

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