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Rocklady Gianna Nannini bringt Magie nach Luzern
  • Kultur
  • Rezension
Gianna Nannini singt sich die Seele aus dem Leib. (Bild: Christoph Gurtner/ Stagetime.ch)

Ein Feuerwerk im intimen Rahmen des KKL Rocklady Gianna Nannini bringt Magie nach Luzern

3 min Lesezeit 1 Kommentar 29.03.2017, 09:45 Uhr

Das Konzert von Gianna Nannini am Dienstagabend fand in ungewohnter Umgebung statt. Der Konzertsaal des KKL Luzern bildete den intimen Rahmen für das ausverkaufte Rockkonzert. Nach einigen Startschwierigkeiten konnte Nanninis Temperament alle mitreissen. Einzig das Lichtdesign überzeugte nicht

Passend zum Ambiente des Konzertsaals im KKL Luzern begann das Konzert mit einem Streichensemble. In spärlicher Beleuchtung sassen die Musiker in knallroten Anzügen auf der Bühne. Währenddessen schlich sich der Rest der Band zu den Instrumenten. Als Schlagzeug und Gitarren einsetzten, wurde es mit einem Mal laut.

Nach einigen Takten stürmte Gianna Nannini auf die Bühne und wurde vom Publikum mit tosendem Applaus begrüsst. Der goldene Vorhang, Nanninis silberner Blazer und die gleissenden Schweinwerfer glänzten um die Wette. Diese Opulenz rückte jedoch schnell in den Hintergrund angesichts der Präsenz und Stimmgewalt der Rocklady.

Rasant geht es weiter

Das Konzert wird zu einem Feuerwerk aus rockiger Musik, wilder Lichtshow und Nanninis Temperament. Schon bei den ersten Takten konnten sich einige Zuhörer nicht auf ihren Sitzen halten. Einige flitzten nach vorne und genossen das Konzert direkt vor der Bühne. Wann sonst ist es möglich, seinem Idol so nah zu kommen?

Es ist die Spezialität von Konzerten dieser Art im KKL. Rock- und Popmusik wird in diesem Rahmen auf ein anderes Niveau gehoben. Die Musiker sind dem Publikum viel näher als in grossen Konzerthallen.

Der Eisbrecher und die Stubenhocker

Nannini bemühte sich von Beginn an, die Menschen zum Mitmachen zu animieren. Schon bald liessen sich im Publikum zwei Sorten Besucher ausmachen: die Rock-Fans, die Nanninis Aufforderung mit Tanzen und Klatschen Folge leisteten. Die Restlichen blieben brav sitzen und applaudierten nur, wenn ein Lied zu Ende war.

«Als Nannini das Heidi-Lied auf Italienisch anstimmte, verschlug es ihren Bandkollegen die Sprache.»

Spätestens bei «Bello e impossibile» stand der ganze Saal und bei «Latin Lover» konnte sich schliesslich niemand mehr halten. Das Eis war gebrochen und der Saal tobte.

Es glitzert und funkelt auf der Bühne – Nannini im Licht der Scheinwerfer.

Es glitzert und funkelt auf der Bühne – Nannini im Licht der Scheinwerfer.

(Bild: Christoph Gurtner/ Stagetime.ch)

Gianna Nannini gab alles. Sie sang sich die Seele aus dem Leib, sie schwirrte umher, sie gestikulierte und kommunizierte dabei immer mit dem Publikum – auch ohne Worte. Als Nannini das Heidi-Lied auf Italienisch anstimmte, verschlug es ihren Bandkollegen die Sprache. Das Publikum war fasziniert und applaudierte.

Ein paar mal wandte sich Nannini mit einem Mischmasch aus Deutsch und Italienisch an die Zuhörer, was ebenfalls mit Gejohle quittiert wurde. Wichtiger jedoch war ihre Musik, die pur und direkt bei den Zuhörern ankam.

Das Problem mit dem Licht

Einziger Kritikpunkt eines aussergewöhnlichen Abends betrifft das Lichtkonzept. Dieses scheint nur teilweise an die Gegebenheiten des Saals angepasst worden zu sein. Bei einigen Liedern waren die Scheinwerfer direkt auf die Kopfhöhe des Publikums im Parkett gerichtet. Es blendete so stark, dass der Blick zur Bühne äusserst unangenehm wurde. Ebenfalls störend war das vollständige Ausschalten der farbigen Lichter zwischen den Songs. Es erweckte den Eindruck, das Konzert sei vorzeitig zu Ende.

Rock versus Romantik

Trotz des ausverkauften Saals bot das KKL einen intimen Rahmen. Manche Songs liessen einen Ort und Zeit vergessen. Der Pianist spielte eine wehmütige Melodie und Gianna Nanninis raue Stimme versetzte einen ins Ambiente einer kleinen verrauchten Bar. Der Sternenhimmel im Hintergrund trug sein Übriges zur Stimmung bei und liess den Song zu einem magischen Moment werden. Mit «Un’estate italiana» entliess sie das Publikum in die frühlingshafte Nacht – den Zauber ihrer Musik in sich tragend.

Das Konzert in Luzern bildete den Abschluss von Nanninis Auftritten in der Schweiz. Wer die Rocklady auf ihrer aktuellen Tour erleben möchte, muss nach Deutschland, Frankreich, Bulgarien oder Belgien reisen. Im April 2017 tritt Gianna Nannini dort in verschiedenen Städten auf.

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1 Kommentare
  1. Beat Rolli, 29.03.2017, 19:06 Uhr

    Das Konzert am Dienstag im KKL war einfach nur mega. Meines Erachtens das Beste, was G.N. in letzter Zeit gegeben hat. Vor allem, weil hauptsächlich die altbekannten Ohrwürmer vorgetragen wurden. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.

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