Was Zug im Corona-Sommer kulturell zu bieten hat
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Steff la Cheffe am letztjährigen Rock the Docks. (Bild: Rolf Fassbind)

Rock the Docks 2020 fällt ins Wasser Was Zug im Corona-Sommer kulturell zu bieten hat

4 min Lesezeit 20.07.2020, 18:16 Uhr

Waldstock-Festival, Zuger Seefest und nun auch das Gratis-Open-Air Rock the Docks: Die Veranstalter müssen reihenweise die Segel streichen. Das bleibt vom kulturellen Corona-Sommer in Zug übrig.

Die Feierlaune war auch schon besser: Nach einer kurzen Entspannung hat der Kanton Zug die Schraube für Veranstaltungen und Clubs wieder angezogen.

Und damit auch einige der verbliebenen Hoffnungen des Zuger Kulturlebens diesen Sommer platzen lassen. Etwa das Gratis-Open-Air Rock the Docks, das am ersten September-Wochenende hätte stattfinden sollen.

«Das Rock the Docks 2020 ist definitiv abegsagt», bestätigt OK-Mitglied Laura Hürlimann auf Anfrage. «Diverse Gründe spielten eine Rolle. Insbesondere aber die Unsicherheit aufgrund der neuen Bestimmungen. Die Lage ist zu unbeständig.»

Man bedaure die Absage zwar, der Schutz der Helfer, der Künstlerinnen und der Bevölkerung gehe aber vor. «Wir nützen jetzt die Zeit, um uns Gedanken über die Zukunft zu machen, sodass wir dem Publikum 2021 ein grossartiges Musikerlebnis bieten können.» 

Galvanik muss Konzerte wieder streichen

Ebenfalls einen Rückzieher machen muss das Kulturzentrum Galvanik. Eigentlich sollten jeden Freitag Konzerte von Schweizer Musikern stattfinden, um den abgesagten Festivalsommer etwas zu kompensieren. Doch nun fällt dieses «Freitags Sommerspecial» den verschärften Schutzbestimmungen zum Opfer.

Bereits zuvor bekannt war, dass die sommerlichen Leuchttürme wie das Zuger Seefest, die Jazz Night oder das Waldstockfestival in Steinhausen dieses Jahr ins Wasser fallen.

Wo Alternativen warten

Ganz zum Erliegen kommt das kulturelle Leben im Corona-Sommer aber nicht. Eine Auswahl an Veranstaltungen, die trotz allem stattfinden:

  1. Waldstock in der Stadt und ein Bier voller Nostalgie: Das Waldstock-Festival kommt im Miniformat in die Stadt. Am 31. Juli steigt in der Markthalle im Zuger Freiruum ein kostenloses Kleinstfestival mit zwei Konzerten. Zuerst gibt’s Musik von To Athena, dem Soloprojekt der Luzerner Sängerin Tiffany Limacher. Danach sorgen Extrafish mit ihrem Balkan-Sound für Stimmung. Ein kleines Trostpflaster für alle Festivalgänger bietet zudem das «[email protected]». Man bestellt sich sein Waldstockbier plus Wurst (für Vegis gibt’s Falafel), holt dies am Festivalwochenende in Steinhausen ab. Zuhause prostet man sich selber zu, während die Waldstock-Playlist aus der Konserve wenigstens einen Hauch Festivalstimmung verströmt. Auch die Galvanik macht übrigens am 8. August einen Abend lang gemeinsame Sache mit dem Freiruum.
  2. Strassenkonzerte in den Quartieren: Statt den Nationalfeiertag einfach abzublasen, hat sich die Stadt Zug zum 1. August etwas einfallen lassen. In allen Quartieren gehen kleine Konzerte über die Bühne. Von Alphornklängen über Gypsy Swing bis zu japanischem Jazz-Pop ist alles dabei (zentralplus berichtete).
  3. Zuger Sommernachtstraum: Durch den Garten der Gewürzmühle weht vom 14. bis 21. August der Geist von Shakespeare: Grund ist das Freilichttheater «Ein Zuger Sommernachtstraum», das Nachfolgeprojekt des Zuger Operettensommers. Es verspricht gleichzeitig ein romantisches Picknick und einen Theaterabend im Freien. Denn wer ein Ticket kauft, reserviert sich automatisch einen Korb mit Köstlichkeiten. Damit lässt’s sich prima ins antike Athen abtauchen.
  4. Film ab zum Ersten: Film-Sternchen unter dem Sternenhimmel zuzuschauen: Das ist in Zug diesen Sommer an zwei Orten möglich. Auf dem Stierenmarktareal geht dieses Jahr das Autokino über die Bühne. An der Seepromenade startet nächsten Montag das klassische Openair-Kino.
  5. Film ab zum Zweiten: Ein filmreifes Sommerprogramm gibt es aber nicht nur unter freiem Himmel. Weil die Filmstarts international reihenweise verschoben wurden, graben Zuger Kinos für diesen Sommer diverse Filmperlen aus dem Archiv aus. In der diese Woche startenden Reihe lassen sich beispielsweise die Werke der kürzlich verstorbenen Filmmusiklegende Ennio Morricone entdecken. Rund um den 1. August herum dominieren Schweizer Filme.
  6. Zwei Festivals im Herbst: Wenn wir schon beim Film sind: Das ursprünglich im Mai geplante Genussfilm-Festival wird vom 17. bis 24. September nachgeholt. Der Anlass an der Zuger Seepromenade verbindet Kultur und Gastronomie. Auch ein zweites Festival ist auf den Herbst verschoben worden: Das Zug Sports Festival, an dem Besucher zahlreiche Sportarten gratis testen können, geht dieses Jahr am ersten Oktober-Wochenende über die Bühne.
  7. Ab ins Museum: Träume ich? In der aktuellen Krise gibt es hin und wieder Momente, in denen wir uns verwundert die Augen reiben. Und die Dinge mit neuem Blick sehen. Vielleicht auch die eine oder andere Ausstellung: Im Kunsthaus Zug gibt’s aktuell fantastisch Surreales zu sehen. Derweil lässt sich im Museum für Urgeschichte(n) erkunden, wie es in früheren Zeiten um die Hygiene und Heilkunst stand.

Darum geht’s in der Sonderausstellung «Gesundheit»:

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