Rimoldi packt auf Twitter den Zweihänder aus
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Nicolas A. Rimoldi will ein Waffentragerecht für Schweizer Bürger. (Bild: jal)

Nach Wien-Attentat Rimoldi packt auf Twitter den Zweihänder aus

2 min Lesezeit 3 Kommentare 04.11.2020, 11:02 Uhr

Der Luzerner Nicolas Rimoldi gefällt sich in der Rolle des politischen Enfant terrible. Nach den jüngsten Anschlägen in Österreich will er ein Waffentragerecht in der Schweiz etablieren. Auf viel Unterstützung aus dem Parlament darf er aber nicht hoffen.

Nur wenige Stunden nach den Anschlägen in Wien fordert der Luzerner Auns-Präsident und FDP-Mitglied Nicolas A. Rimoldi: Jetzt brauche es in der Schweiz ein Waffentragrecht. Der Jungpolitiker sagt gegenüber dem «Tagesanzeiger», seiner Ansicht nach genügten die Empfehlungen des Bundesamtes für Polizei nicht mehr.

Diese Empfehlung lautet: «Fliehen, verstecken, alarmieren». Und für Rimoldi, der ähnliches schon nach dem Attentat von Nizza am 29. Oktober forderte, gehört auch das Recht dazu, in der Öffentlichkeit eine Waffe tragen zu dürfen. Dies ist in der Schweiz nur mit Spezialbewilligung möglich, die etwa Sicherheitspersonal erteilt werden kann.

Nur ein potenzieller Unterstützer im Parlament

Ganz alleine auf weiter Flur ist Rimoldi mit seiner Idee nicht. Der Walliser Nationalrat Jean-Luc Addor (SVP) ist ebenfalls ein Befürworter des Waffentragerechts. 2017 hatte er zuletzt im Parlament versucht, das Anliegen salonfähig zu machen. Ohne Erfolg. Aktuell plant der Präsident von Pro-Tell laut «Tagesanzeiger» nicht, die Debatte neu lancieren zu wollen.

Addor ist ebenfalls bekannt dafür, nach Anschlägen zu poltern: Nach der Schiesserei in einer St. Galler Moschee 2014 twitterte er etwa: «Wir wollen mehr davon». Nachdem ihn das Kantonsgericht wegen rassendiskriminierender Aussagen verurteilt hat, zog er das Urteil vor Bundesgericht, welches das Urteil bestätigte.

Auf Twitter erntet Rimoldi indes gemischte Reaktionen: Zuspruch, verwundertes Staunen und deutliche Ablehnung halten sich die Waage. Auch wenn sein Anliegen de facto einen schweren Stand hat, dürfte der umtriebige Luzerner also sein Ziel erreicht haben.

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3 Kommentare
  1. M. Moser, 06.11.2020, 02:02 Uhr

    Wie heisst es: „Wer durch das Schwert richtet, wird durch das Schwert umkommen!“ Herr Rimoldi, ein Blick in die USA genügt um festzustellen, dass es keinesfalls eine vernünftige Entscheidung wäre ein „Waffentragrecht“ einzuführen. Das Argument der erhöhten persönlichen Sicherheit ist ein Trugschluss, welchen der Blick in die USA bestätigen.

  2. CScherrer, 04.11.2020, 15:39 Uhr

    Herr Rimoldi hat sich mit diesen Äusserungen selber ins Abseits gestellt. Da passt doch sein Mitstreiter, Jean-Luc Addor, welcher ein verurteilter Rassist ist, sehr gut ins Bild. Man schüttelt verwundert den Kopf. Die USA sind wohl kaum Vorbild für eine funktionierend direkte Demokratie, wie es die Schweiz ist.
    Auch Herr Rimoldi ist nur ein weiterer, vielleicht etwas verwirrter Mann, der die Gesellschaft aufhetzt. Passt doch gut zur FDP und SVP.
    Peinliche Äusserung, weiter nichts Ernst zu nehmen.

  3. Manuel, 04.11.2020, 13:44 Uhr

    „Waffentragen senkt Kriminalität und erhöht Sicherheit“.
    Genau, deshalb ist diese in den USA ja auch so niedrig, bzw. Die Sicherheit so hoch. Amokläufe in den USA – Fehlanzeige.
    Aber irgendeine Studie der NRA wirds schon geben, die das untermauert.
    Jetzt könnte man entgegnen, das sie soziale Struktur ennet dem Atlantik doch ein wenig anders gelagert ist, als hierzulande, jedoch sieht diese in F, De oder GB wohl nicht gross anders aus.
    Aber ja, hpt. sache im Effekt immer schön seine unsinnigen Forderungen vortragen, Profiliierung auf die Spitze getrieben.

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