Rigi-Bahnen distanzieren sich von widerspenstigem Aktionär
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Im Aktionariat der Rigi-Bahnen rumort es. (Bild: zvg)

Knatsch um die Königin der Berge Rigi-Bahnen distanzieren sich von widerspenstigem Aktionär

2 min Lesezeit 3 Kommentare 11.09.2020, 08:52 Uhr

Der Verwaltungsrat der Rigi-Bahnen ist befremdet über das Verhalten von Aktionär René Stettler. Nachdem dieser das Gespräch verweigerte, soll er nun zurückgebunden werden.

Das Fass zum überlaufen brachte in Vitznau offenbar, dass René Stettler die Einladung des Verwaltungsrates zu einem Gespräch ausgeschlagen hatte und «trotz einer klaren Ablehnung seiner drei Anträge an der Generalversammlung 2020 wiederholt gleichbleibende Kritik und Forderungen vorgebracht» hatte, wie es in einer Mitteilung des Verwatungsrates der Rigi-Bahnen heisst.

Stettler und Mitunterzeichner hatten 46 Fragen und drei Anträge eingereicht, die allesamt von der Versammlung abgelehnt wurden. Im Nachgang habe man Stettler zum «konstruktiven Dialog» eingeladen. Dieses Angebot hat der widerspenstige Aktionär nun offenbar ausgeschlagen.

«Nach vielen gescheiterten Bemühungen, einen vernünftigen und konstruktiven Weg mit René Stettler zu finden, distanziert sich der Verwaltungsrat von ihm und wird nur noch im Rahmen seiner Aktionärsrechte auf seine Bedürfnisse eingehen», heisst es weiter. Das habe man dem Aktionär auch schriftlich mitgeteilt.

«Es wäre uns ein Anliegen gewesen, mit René Stettler die Situation nun zu bereinigen und einen vernünftigen Weg zu finden, wie man sinnvoll
und konstruktiv miteinander in die Zukunft gehen kann», betont Verwaltungsratspräsident Karl Bucher.

Nach jahrelanger Kritik reisst der Geduldsfaden

Über mehrere Jahre habe Stettler das Vorgehen und Verhalten der Verantwortlichen der Rigi-Bahnen massiv kritisiert. «In zahlreichen Leserbriefen und zwei Petitionen hat er auch mit Unterstellungen argumentiert, welche klar wiederlegt werden können.» Hinzu kämen «massivste Vorwürfe» gegenüber dem Verwaltungsrat. Die Beantwortung zahlreicher Anfragen habe in dieser Zeit viele Ressourcen gebunden.

Der Verwaltungsrat schliesst Stettler auch aus der Arbeitsgruppe aus, welche RigiCharta 2030 ausgearbeitet hat. Obwohl er dieses Papier unterschrieben habe, stellte er offenbar die Charta wiederholt in Frage. Aufgrund dieses illoyalen Verhaltens sei René Stettler nicht mehr
zu den weiteren Workshops der Arbeitsgruppe eingeladen worden.

Stettler behält Aktionärsrechte

«Konsequenterweise ziehen wir nun einen Schlussstrich und beenden damit unsere Bemühungen», schreibt Verwaltungsratspräsident Karl Bucher. Der Verwaltungsrat habe einstimmig entschieden, sich von
René Stettler zu distanzieren und die Gesprächsbereitschaft mit ihm zu beenden. «Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind nicht mehr bereit, auf weitere seiner Anliegen, Fragen oder ‹Verbesserungsvorschläge› einzugehen.»

Stettlers Aktionärsrechte würden jedoch «jederzeit und vollumfänglich» gewahrt bleiben. Dies sei ihm schriftlich mitgeteilt worden. «Wir möchten unsere Energie zum Wohle der Rigi als Ganzes einsetzen und uns in der anspruchsvollen Corona-Zeit voll auf das Kerngeschäft konzentrieren», erklärt Karl Bucher.

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3 Kommentare
  1. Adrian Hürlimann, 15.09.2020, 07:59 Uhr

    Dass Stettler eines Tages nicht mehr streiten mochte, erstaunt nicht. Er ist aber nicht der Einzige, der sich gegen den Massentourismus auf die Rigi stemmt. Ich hoffe, dass die Kritiker*innenseite hier ebenfalls zum Zuge kommt. Der Konflikt ist keineswegs ausgestanden. Es gibt auch einen sanften Tourismus, wie ihn zB die Rigi-Literaturtage angestrebt hatten.

  2. Rudolf Borter, 13.09.2020, 04:16 Uhr

    Herr Stettler hat die Opposition gegen die Verschandelung des Rigis organisiert, einen Verein namens «Ja! zu Regina Montium». Dieser handelte mit den Rigibahnen eine „Charta“ aus, welche zentralen Forderungen zum Schutz des Rigis die Zähne zog. Herrn Stettler blieb nichts anderes übrig, als aus dem von ihm gegründeten Verein auszutreten und die ursprünglichen Forderungen als Einzelperson weiter zu vertreten.

    1. Wassmer, 13.09.2020, 19:35 Uhr

      Herr Stettler ist ein ewiger Nörgeler. Er müsste ja den Rigi Bahnen dankbar sein, dass er immer pünktlich zu seinem Wohnort gefahren wird. Wenn alles so schlecht ist, soll er doch zu Fuss auf die Rigi gehen.

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