Rezension
«Die Schneekönigin»: Schweizer Erstaufführung

Luzerner Fassung zeigt, wie stark Frauen sein können

«Die Schneekönigin» begeisterte das junge Publikum. (Bild: Luzerner Theater / Ingo Hoehn)

Das Luzerner Theater bringt zur Weihnachtszeit ein Familienstück auf die Bühne: das Kindermusiktheater «Die Schneekönigin». Es handelt sich um eine auf Hans Christian Andersens Märchen basierende Kinderoper. 2019 wurde sie an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt.

Regisseurin Jana Vetten, die das erste Mal am Luzerner Theater arbeitet, hat eine interessante Spielfassung der «Schneekönigin» erarbeitet. Auf der Bühne stehen neben drei Opernsängerinnen auch Musiker, die ihr Talent mit Instrumenten wie Tuba, Marimba und Klarinette zum Besten geben. Aber nicht nur – sie stellen gleichzeitig auch verschiedene Charaktere dar.

Eine Schauspielerin erzählt die Geschichte auf eine hinreissende Weise. Rührende musikalische Momente wechseln sich so mit lustigen gesprochenen Szenen ab. Und alle Mitwirkenden erwecken zusammen das bekannte Hans-Christian-Andersen-Märchen mit viel Temperament zum Leben.

Die Musikerinnen wurden geschickt in das Stück integriert.
Die Musikerinnen wurden geschickt in das Stück integriert. (Bild: Luzerner Theater / Ingo Hoehn)

Freundschaft als Hauptthema

Das zentrale Thema des Stücks ist die Freundschaft. Aber nicht nur, denn «Die Schneekönigin» thematisiert auch Folgendes: Abenteuer, Abenteuerlust und Kühnheit. Eine Reise in den hohen Norden, um den besten Freund zu retten, ist ja nicht nur spannend, sondern auch gefährlich.

Man braucht viel Mut und Entschlossenheit, um die schwersten Aufgaben und Prüfungen zu bestehen, bevor das Ziel erreicht wird und das Eis sprichwörtlich schmilzt. Und das Ziel ist in unserer Kinderoper erreicht, wenn Gerda ihren Freund Kai wiederfindet und ihn von der Macht der Schneekönigin befreit.

Die Schneekönigin in der Luzerner Fassung

Wie bereits gesagt, basiert diese neue Fassung auf dem Märchen von Andersen und auf dessen für Jung und Alt immer noch gültigen Weisheit. Wer genau ist diese kaltherzige Schneekönigin, die über ein Reich aus ewigem Eis herrscht? Was will uns diese Figur lehren? Wie schon im Märchen, gibt es auch in dieser Kinderoper von Samuel Penderbayne (Komponist) und Christian Schönfelder (Librettist) viele magische, humorvolle und ironische Momente einerseits und allegorische Situationen andererseits.

Darüber hinaus zeigt auch diese Luzerner Fassung, wie stark Frauen sein können. Um ihr Ziel zu erreichen, sind die beiden Protagonistinnen bis zum Schluss bereit – jede zu verschiedenen Zwecken –, gegen alles und jeden zu kämpfen.

Die Reise zur Schneekönigin hält für Gerda einige Abenteuer bereit.
Die Reise hält für Gerda einige Abenteuer bereit. (Bild: Luzerner Theater / Ingo Hoehn)

Ein Spektakel im Spektakel

Auch die aktive Teilnahme und die mit Worten und lauten Ausrufen ausgedrückte Begeisterung des jungen Publikums an der Premiere war ein fabelhaftes «Spektakel im Spektakel». Das Publikum staunte über das Bühnenbild und die zauberhaften Kostüme von Genia Leis und über das Video von Rebecca Stofer. Die Zuschauerinnen waren angetan vom Schauspiel jeder einzelnen Figur, von den aussergewöhnlichen Gestalten, die Gerda unterwegs traf. Und sie erwarteten mit Spannung, was Gerda auf ihrer Reise alles erlebte.

Die Entwicklung der Geschichte packte die Kinder fast bis zum Schluss. Und sogar die verschiedenen musikalischen Akzente und Rhythmen der Musik (musikalische Leitung: Jack Adler-McKean) wurden geschätzt. Nur während einer gar langen Szene gegen Ende der Aufführung liess die Aufmerksamkeit etwas nach. Aber der Applaus am Schluss war warm und lang.

Am Dienstag nach der Premiere wurde auch das beste Titelplakat des diesjährigen Malwettbewerbs präsentiert. Die Jury – ein sogenanntes Kinderparlament – hatte jenes der Klasse 3c (Klassenlehrerin: Anna Meienberg) vom Schulhaus Höfli in Ebikon gewählt. 

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