Reto Wyss: «Erste Auszahlungen sind wohl noch im Januar möglich»
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Versprach schnelle Hilfe für Firmen: der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss. (Bild: bic)

Luzerner Finanzdirektor zur Coronahilfe Reto Wyss: «Erste Auszahlungen sind wohl noch im Januar möglich»

3 min Lesezeit 14.01.2021, 16:47 Uhr

Dank der Finanzspritze aus Bern stehen im Kanton Luzern jetzt 83 Millionen Franken für gebeutelte Firmen bereit. Deshalb verströmte Finanzdirektor Reto Wyss am Donnerstag Zuversicht. Denn er rechnet auch mit einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, wenn die Pandemie dereinst vorüber sein wird.

Einige Unternehmer in der Schweiz dürften seit Mittwoch wieder ein bisschen ruhiger schlafen. Denn neben weiteren Verschärfungen der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie öffnete Finanzminister Ueli Maurer endlich die staatlichen Schatullen für Betriebe, die aufgrund der Krise in immer grössere Schwierigkeiten geraten sind (zentralplus berichtete).

Ein grosser Batzen kommt nun zwar aus Bern, für die Prüfung der Gesuche sowie das Auszahlen der Finanzhilfen sind indes die Kantone zuständig. Deshalb informierte der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss (CVP) am Donnerstag an einer Pressekonferenz über die nächsten Schritte. Zudem wagte er einen Ausblick auf die mittelfristigen volkswirtschaftlichen Entwicklungen im Kanton.

In Luzern stehen 83 Millionen bereit

Als ersten Schritt hat der Regierungsrat zu Beginn dieser Woche in eigener Kompetenz beschlossen, 40 Millionen Franken als gebundene Ausgabe zu sprechen (zentralplus berichtete). Damit will die Regierung die ersten Zahlungen so schnell wie möglich auslösen. «Auszahlungen sind wohl noch im Januar möglich. Wir werden nächste Woche mit der Bearbeitung der ersten Gesuche beginnen, die jetzt unter die neue, weniger starre Regelung fallen», kündigte Wyss an.

Wenig überraschend sind laut Wyss bisher vor allem Gesuche aus der Gastrobranche eingegangen. Von den rund 60 Anträgen stammt gut die Hälfte von Restaurationsbetrieben. «Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die ein Gesuch gestellt haben, beschäftigen weniger als fünf Mitarbeitende», hielt der Regierungsrat fest.

Interessant sei jedoch, dass am meisten Anträge von Firmen eingereicht worden seien, deren Umsatz über einer Million liege. «Das liegt vermutlich daran, dass vor allem im Tourismus mit wenigen Mitarbeitenden hohe Umsätze erzielt werden können», sagte der Finanzdirektor.

«Man sollte jetzt nicht mehr stetig kritisieren und dramatisieren.»

Reto Wyss, Luzerner Finanzdirektor

Er rechnete weiter vor, dass, Stand heute, knapp 83 Millionen Franken für Luzerner Unternehmer bereitstehen. Das Geld stammt einerseits vom Kanton Luzern, andererseits vom Bund. Die Anteile der beiden Staatsebenen werden nach einem speziellen Schlüssel berechnet, den der Bundesrat zusammen mit den Kantonen festgelegt hat.

Gemäss den aktuellen rechtlichen Grundlagen und den bisher beschlossenen Unterstützungshöhe wird Luzern letztlich so maximal gut 32,5 Millionen berappen müssen. Bei den 25 Millionen vom November und den 40 Millionen, die der Regierungsrat diese Woche zur Seite gelegt hat, handelt es sich folglich teilweise um eine Vorleistung des Kantons, die danach vom Bund rückvergütet wird.

Trotz Krise weniger Konkurse

Trotz der nach wie vor ungemütlichen Lage versuchte Reto Wyss Zuversicht zu verbreiten und richtete einen Appell an die Wirtschaft und die Bevölkerung: «Man sollte jetzt nicht mehr stetig kritisieren und dramatisieren, sondern sich gegenseitig stärken und Mut machen», so der Regierungspräsident.

Dabei würden auch die wirtschaftlichen Aussichten helfen. «Die Luzerner Volkswirtschaft ist recht gut aufgestellt», sagte Wyss. Nach dem massiven Einbruch im letzten Frühjahr habe sich die Wirtschaft wieder ziemlich stark erholt. Für das laufende und das kommende Jahr prognostiziert das Luzerner Finanzdepartement ein Wachstum von etwa drei Prozent. Hinzu komme, dass die befürchtete Konkurswelle bislang ausgeblieben sei. 2020 mussten in Luzern weniger Firmen aufgeben als 2019, also im Jahr vor der Krise.

«Diese Annahmen basieren in erster Linie auf dem privaten Konsum als Treiber des Wachstums. Denn nach wie vor haben die Privathaushalte die nötigen Mittel, um zu konsumieren», betonte Wyss. Für den Kanton seinerseits sei es nun aber angezeigt, rasch, aber dennoch pragmatisch zu handeln und keine Fehler zu machen.

«Wir brauchen bei unserem Handeln die Akzeptanz der Bevölkerung», hielt Wyss zum Schluss fest. So bedürfe es trotz der staatlichen Hilfsgelder weiterhin einer gesunden Wettbewerbsmentalität und der Strukturwandel dürfe durch den staatlichen Eingriff in die Wirtschaft weder gehemmt noch angeheizt werden.

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