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Reto Suri: «Mir wurde der Wechsel nahegelegt»
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Reto Suri nimmt nach seinem 4:1 im Cupfinal gegen die Rapperswil-Jona Lakers Anlauf zu seinem WM-Jubel von 2013. (Bild: EVZ)

Darum verlässt der Powerflügel den EV Zug Reto Suri: «Mir wurde der Wechsel nahegelegt»

4 min Lesezeit 07.02.2019, 13:40 Uhr

Es ist eine Fehleinschätzung, die den EV Zug schmerzt: Der bald 30-jährige Reto Suri wird den frisch gekürten Cupsieger per Saisonende verlassen. Nicht bekannt ist bisher, dass ihn der aktuell Zweite der Qualifikation im letzten Sommer offenbar loswerden wollte.

Bis jetzt war die offizielle Lesart so: Reto Suri suchte sich trotz weiterlaufendem Vertrag im letzten Frühjahr nach zwei unbefriedigenden Saisons unter dem früheren EVZ-Trainer Harold Kreis einen neuen Arbeitgeber. Und fand ihn in Lugano. Das war im letzten Mai.

Doch EVZ-Sportchef Reto Kläy liess den Stürmer trotz unterschriftsreifem Vertrag nicht ziehen. Weil der Spielermarkt zu diesem Zeitpunkt keinen valablen Ersatz hergegeben habe, so die Begründung Kläys (zentralplus berichtete).

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Am meisten Eiszeit unter allen EVZ-Stürmern

Doch nun verrät Suri gegenüber zentralplus: «Mir wurde nach der letzten Saison ein Wechsel nahegelegt.» Das bedeutet wohl: Die (finanziellen) Konditionen müssen für Kläy nicht gestimmt haben, sonst wäre Suri nicht aus Lugano zurückgepfiffen worden. Im Herbst fand dann der nächste Sinneswandel in der sportlichen Leitung der Zuger statt. Man wollte Suri nicht mehr weg-, sondern weiterhin dabeihaben. Denn der Powerflügel trumpfte in einer durch Verletzungen arg dezimierten Mannschaft als Leader auf.

Wegen der Vorgeschichte hielt Kläy aber offensichtlich schlechte Karten in den Händen, als es um eine Verlängerung der Zusammenarbeit ging. Suri orientierte sich nach sieben Jahren beim EVZ neu. Der Zeitpunkt passte. «Meine erst ein paar Monate alte Tochter hat noch keinen Freundeskreis. Deshalb können wir als Familie noch mal etwas Neues sehen», erzählt Suri. Ab nächster Saison gehört er dem Kader von Lugano an, das die Zuger am Freitag zum ersten Meisterschaftsspiel nach dem Cupsieg empfängt (19.45 Uhr, Cornèr Arena).

«Solche Emotionen machen den Teamsport aus.
Dieser Moment wird mir für immer bleiben.»

Reto Suri, Stürmer des EV Zug

«Ich bin unserem Coach dankbar dafür, dass ich viel Eiszeit bekomme, solange die Leistung stimmt», sagt Suri. Mit über 17 Minuten pro Spiel weist ihn die offizielle National-League-Statistik als den am längsten eingesetzten EVZ-Stürmer in der laufenden Qualifikation aus. 13 Tore und 16 Assists haben dabei herausgeschaut. Das ist Platz 17 in der nationalen Skorerliste und teamintern der zweitbeste Wert hinter Lino Martschini (36 Punkte).

Den WM-Jubel von 2013 ausgepackt

Suri ist wieder eine treibende Kraft in diesem EVZ. Im Cupfinal hat er die Seinen vor einer möglicherweise turbulenten Schlussphase bewahrt, als er gut vier Minuten vor der letzten Sirene mit einer Einzelleistung für das 4:1 sorgte. Daraufhin packte er jenen Jubel aus, den er schon im WM-Halbfinal 2013 gegen die USA zum Besten gab. Oberkörper nach vorne geneigt und die Arme seitlich ausgestreckt. «Ich habe gewusst, dass die Sache gelaufen ist, wenn ich die Chance verwerte», sagt er und ergänzt: «Solche Emotionen machen den Teamsport aus. Dieser Moment wird mir für immer bleiben.»

Und es soll nicht der einzige bleiben. Der Gewinn des Cups sei nicht ihr oberstes Ziel für diese Saison gewesen, hält Suri fest. Deshalb glaubt er auch nicht daran, dass es den Zugern schwer falle, wieder die nötige Spannung für den weiteren Verlauf der Meisterschaft aufzubauen. «Die Cupfeier ist ja gesittet verlaufen. Der Jubel mit den Fans in Rapperswil war sensationell, die Ankunft in Zug auch, doch gegen halb zehn lief das Ganze aus.» Die Spiele in Lugano und am Samstag zu Hause gegen die ZSC Lions werden Aufschluss geben, wie schwer es den Zugern tatsächlich fällt.

Sein unmittelbarer Schlachtplan

Zumindest scheint in dieser Zuger Mannschaft wieder jener Geist zu leben, der sie schon 2017 bis in den Playoff-Final trug. Nur scheint dieser EVZ noch talentierter zu sein. «Für mich ist der Unterschied zu 2017 die Breite. Die Spieler, die aus der Academy nachgezogen werden, haben jetzt zwei Jahre mehr NLB-Erfahrung und können Rollen so besser ausfüllen», sagt Suri und bemerkt: «Der Zusammenhalt in der Mannschaft war in all meinen sieben Jahren immer super. Das ist ein Markenzeichen des EVZ. Und jetzt hat uns der Cupsieg noch mehr Kitt gegeben.»

Sein Schlachtplan bis zum Playoff-Start am 9. März sieht so aus: «Wir wollen uns an der Tabellenspitze festbeissen, um in zwei Wochen gegen den SC Bern den ersten Platz zu übernehmen.» Zwischen den Dominatoren der laufenden Qualifikation ist mit dem Transfer von Über-Goalie Leonardo Genoni vom SCB zum EVZ (ab nächster Saison) eine besondere Rivalität ausgebrochen.

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