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Schäfli Neuheim: Ein Abend mit Lachs und Wild
  • Fusion
  • Schweizerisch
  • Rustikal
  • Traditionell
Freitags gibt es den Lachs nicht nur im Restaurant, sondern auch beim aussen parkierten Foodtruck. (Bild: hch)

Restaurant Schäfli Neuheim: Ein Abend mit Lachs und Wild

4 min Lesezeit 14.12.2020, 08:15 Uhr
Bewertung:
★★★★★
Preiskategorie:
•••

Ein geflügeltes Wort besagt, dass sich selbst im kleinsten Zuger Dorf mehr Schweizer Restaurants finden lassen als im Kantonshauptort. Tatsächlich weist das gerade mal 2’250 Einwohner zählende Neuheim drei Lokale mit Schweizer Küche auf. Wir haben uns im Schäfli durch die Hausspezialitäten Lachs und Wild probiert.

Nein, in Neuheim landet man nicht einfach so. Zu abgelegen ist das Dorf, abseits der Hauptrouten. Ein Glücksfall also, hat man mit der Hinterburgmühle, dem Schäfli und dem Falken Adressen, die über die Ortsgrenzen hinaus bekannt sind. Zählt man die aktuellen Punkte im Gastroführer «Gault Millau» zusammen, kommt man auf 30 – kein anderer Zuger Ort hat mehr. Kleines Dorf ganz gross also.

Unscheinbarer Wohnblock im Zentrum

Im Gourmetführer nicht enthalten ist das altehrwürdige Schäfli – wobei altehrwürdig nur bedingt korrekt ist, da das ursprüngliche Restaurant 1966 abgebrannt ist. Das einstige Holzhaus wurde durch einen gesichtslosen Neubau ersetzt, wie er ebenso gut irgendwo in der Agglomeration stehen könnte.

Vor dem Lokal zeugt der vor zwei Jahren durch ein Crowdfunding finanzierte Foodtruck von einer der beiden Hausspezialitäten. Die Lachs-Verkäufe laufen an diesem Abend wie geschmiert, das breite Angebot aus der eigenen Räucherei kommt in der Corona-Zeit gut an.

Vier Lachsarten zum Einstieg

Neugierig gemacht, bestelle ich als Erstes ein Lachsparfait-Canapé zum Apérowein. Die Gaststube scheint sich seit dem Neubau nicht gross verändert zu haben, dunkles Holz und Teppiche lassen Erinnerungen an frühere Familienfeste aufkommen. Dafür gefällt das Servierte umso mehr; das etwas weiche Brot ist grosszügig belegt und mit einer delikaten Honig-Senfsauce fein angereichert.

Da der Fisch überzeugt, entscheide ich mich, auch die anderen Lachsvariationen zu probieren. Bei der Vorspeisenkombination werden insgesamt vier Varianten serviert, wiederum gibt es die Honig-Senfsauce dazu. Die Frage der Bedienung, welcher Lachs denn am besten geschmeckt habe, lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Für mich war es diesmal der fettreichste, Alaska-Wildlachs, am Stück. Der Zitronenpfefferlachs war etwas trocken, den fettarmen Sockeye wähle ich häufig zum Brunch.

Wild als Hauptgang

Neben Lachs ist das Schäfli vor allem für seine Wildgerichte bekannt. Wie Chefin Gaby Staub sagt, würde jedes Jahr das Fleisch von gegen 50 Rehen verwertet. Da diese Menge in der Schweiz nicht zuverlässig verfügbar sei, beziehe man das Rehfleisch aus dem bayrischen Bad Wörishofen, während der Hirsch aus neuseeländischer Zucht komme. Unser Tischnachbar war von seinem Gericht so angetan, dass er gleich einen Rehrücken für seinen nächsten Besuch reservierte.

Satt geht’s nach Hause

Wir versuchen das andere Rehgericht auf der Karte, Filetwürfel an einer Rahmsauce. Das Fleisch ist perfekt gebraten und butterzart, die Sauce vor allem sämig. Zum insgesamt etwas durchzogenen Fazit trägt das Gemüse bei, dem Rotkraut fehlt etwas der Charakter und Rosenkohl mögen wir ausreichend gekocht. Sehr gut gefallen hingegen die hausgemachten Spätzli, die servierte Portion jedoch schaffe ich nach der Vorspeise bei weitem nicht. Ähnlich fällt das Fazit meiner Begleitung zum Kalbssteak aus, «äs isch rächt gsi», hätte es wohl früher beim Familienfest geheissen.

Ein Dessert wäre zu viel gewesen, besonders nachdem ich die Grösse der Vermicelles und Meringues gesehen hatte, die an den Nachbartischen serviert wurden. So viel ist sicher: Das Schäfli verlässt man kaum hungrig.

Preis/Leistung
Für ein Landgasthaus hochpreisig, auch im Kanton Zug. Die Hauptgänge schlagen mit je 53 Franken zu Buche, für den Vorspeisen-Lachs wurden 21 Franken berechnet. Wein und Getränke sind im normalen Rahmen. Abzug gibt es für das zum Wein bestellte Leitungswasser. Sechs Franken kostet eine Karaffe «Neuheimer Wasser».
*** von *****

Service
Die Bedienung ist immer zu einem Scherz aufgelegt, Fragen nach Fleischherkunft werden im zweiten Versuch durch die Chefin beantwortet. Ansonsten ist der Service präsent und sehr angenehm, viele Gäste sind bekannt.
***von*****

Ambiente
Die Tische sind schön gedeckt. Ansonsten wirken die Architektur des Gebäudes und das Interieur nicht mehr ganz taufrisch.
*** von *****

Corona-Umsetzung
Gäste und Personal bewegen sich mit Masken, es steht Desinfektionsmittel zur Verfügung und zwischen den Tischen besteht ausreichend Platz.
****von*****

Online-Auftritt
Visuell mit hochwertigen Bildern sehr schön gestaltet. Infos zur Lachsherstellung inklusive Webshop, ausserdem Tourplan des Foodtrucks. Speisekarte und Kontaktformular sind online vorhanden, Tischreservationen für das Restaurant sind per E-Mail möglich.
**** von *****

Öffnungszeiten:
Dienstag–Freitag 17 Uhr bis spät
Samstag 11.30–14 Uhr und 17 Uhr bis spät

Autor: Christian Hug, 12. Dezember 2020

Adresse:
Restaurant Schäfli
Dorfstrasse 3
6345 Neuheim
Tel. 041 755 21 41

Kontakt Schäfli Neuheim: Ein Abend mit Lachs und Wild

Adresse:

Restaurant Schäfli
Dorfstrasse 3
6345 Neuheim

Webseite:

https://schaefli-neuheim.ch/

Telefon:

Tel. 041 755 21 41

Öffnungszeiten:

Dienstag–Freitag 17 Uhr bis spät
Samstag 11.30–14 Uhr und 17 Uhr bis spät

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