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Reisegäste über Luzerner Hotels: «Aufenthalt auf eigene Gefahr»
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Feriengäste, die nach Luzern kommen, klagen über scheinbar defekte Klimaanlagen.   (Bild: Adobe Stock/Montage ida )

Beschwerden über Hitze und defekte Klimaanlagen Reisegäste über Luzerner Hotels: «Aufenthalt auf eigene Gefahr»

4 min Lesezeit 21.08.2018, 16:32 Uhr

Die Hitzewelle in Luzern beschäftigt auch die Touristen. Auf der Bewertungsplattform «Tripadvisor» warnen sie vor Aufenthalten in einigen Luzerner Hotels. Für Klagen sorgen vor allem bei Amerikanern die Klimaanlagen. Das Fazit: nächtigen in der Leuchtenstadt «auf eigene Gefahr».

«Gesundheitswarnung: Keine Klimaanlage. Storniert sofort Buchungen. Aufenthalt auf eigene Gefahr», warnt ein User auf der Plattform Tripadvisor vor einem Besuch im Hotel Flora in Luzern. «Sie werden Ihren Aufenthalt bereuen.»

Ein Gang auf die Website Tripadvisor – eine Website, auf der jeder seine individuellen Erfahrungsberichte zu Restaurants und Hotels veröffentlichen kann – zeigt, dass die Diskussion rund um die Hitzewelle Luzerns in vollem Gange ist. Zahlreiche User klagen über scheinbar saunamässige Zustände in ihren Hotelzimmern.

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Besorgt über den Aufenthalt in Luzern

«Ich bin besorgt. Ich habe viele Erfahrungsberichte über die Hitzewelle in Luzern gelesen», schreibt ein Amerikaner auf Tripadvisor. Diese erzählen von heissen, miserablen und schlaflosen Nächte von Gästen, die sich im Hotel Flora aufhalten. Der Amerikaner komme Mitte August nach Luzern. Er habe sich – nach einer langen Recherche – bewusst für dieses Hotel entschieden, weil es eine Klimaanlage angepriesen habe.

Eine Person aus Atlanta (Georgia) äussert ihre Ängste vor der Reise nach Luzern.

Eine Person aus Atlanta (Georgia) äussert ihre Ängste vor der Reise nach Luzern.

(Bild: Screenshot Tripadvisor)

«Wir verschmachteten die ganze Nacht»

In der Tat beklagen sich viele Reisegäste, die den Weg nach Luzern fanden, über Klimaanlagen, die ihren Sinn und Zweck scheinbar nicht erfüllen. Insbesondere das Hotel Flora wird von Vorwürfen überhäuft. «Auf eigene Gefahr», «schwache Klimaanlage», «wir verschmachteten die ganze Nacht», lautet der Tenor auf Tripadvisor.

Schaltuhr der Klimaanlage wurde verstellt

Die Klimaanlagenproblematik sei mittlerweile behoben worden, wie Anna Exel, Vize-Direktorin des «Ameron Luzern Hotel Flora», sagt. Aufgrund eines Umbaus der Entlüftungsanlagen kam es zu einem technischen Defekt der Klimaanlage – wobei die Tippschaltuhr verstellt worden sei.

«Es hat knapp zwei Wochen Zeit in Anspruch genommen, herauszufinden, wo die Ursache des Defekts liegt und wie man das Problem beheben kann», fährt Exel fort. Mit den Gästen habe man individuell nach Lösungen gesucht, auf jeden Gast sei man eingegangen. «Als Übergangslösung deckten wir uns mit einer grösseren Anzahl Ventilatoren ein, um die Hitze auf die Schnelle in den Griff zu bekommen.»

Das Internet vergisst eben nicht so schnell …

«Wir spüren keine Nachwehen mehr», sagt Anna Exel. Doch das Internet vergisst so schnell nicht: «Klar, auf den Plattformen kursiert das Problem weiterhin.» Verantwortliche des «Ameron Luzern» gäben auf jede Bewertung auf Tripadvisor individuell Antwort, um auf die Behebung des Problems hinzuweisen und sich für Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

Besonders diese Meldung springt ins Auge – nicht nur dank den Versalien: «Gesundheitswarnung – keine Klimaanlage» und rät dazu, Buchungen zu stornieren.

Besonders diese Meldung springt ins Auge – nicht nur dank den Versalien: «Gesundheitswarnung – keine Klimaanlage» und rät dazu, Buchungen zu stornieren.

(Bild: Screenshot Tripadvisor)

«Eine Klimaanlage wird den Raum nicht in eine Eisbox verwandeln»

Anna Exel betont auch: «Klimaanlagen in der Schweiz funktionieren oft nicht wie amerikanische. Aber unsere kühlt nun so weit runter, wie es das Gesetz zulässt.»

Auch das «Radisson Blu» hat einige Reklamationen aufgrund der Klimatisierung in Kauf nehmen müssen. Markus Conzelman, General Manager vom «Radisson Blu», erklärt, dass dies im Besonderen auf die unterschiedlichen Erwartungen der Feriengäste zurückzuführen sei. Zulässige Klimaanlagen kühlen bis sechs Grad Celsius hinunter. Wenn draussen Temperaturen von 36 Grad Celsius vorherrschen, ist im Innern immer noch 30 Grad Celsius heiss. Je nach Land sei man sich jedoch Zimmertemperaturen von rund 17 Grad gewohnt.

Auch auf der Plattform relativieren Reisende und versuchen, den Groll anderer zu besänftigen. Einige führen die Probleme der Klimaanlage auf ein Missverständnis zurück: «Eine Klimaanlage wird den Raum nicht in eine Eisbox verwandeln», lauten die weisen Worte einer Userin.

Andere Reisende relativieren, sehen die Gründe in den unterschiedlicher Regulierung von Klimaanlagen in Amerika und Europa.

Andere Reisende relativieren, sehen die Gründe in der unterschiedlichen Regulierung von Klimaanlagen in Amerika und Europa.

(Bild: Screenshot TripAdvisor)

Hitze setzt Amerikanern zu

Die Hitzewelle in der Schweiz scheint die Welt zu bewegen – Reisende wie Journalisten. Schon die «NZZ» titelte vergangene Woche: «Liebe amerikanische Journalisten, so schlimm steht es mit der Hitze in der Schweiz nun auch wieder nicht.» Gemäss der «New York Times» sollen Kühe in der Schweiz vor Durst sterben und Menschen würden in den Vierwaldstättersee drängen, auf der Suche nach einem Plätzchen in dem völlig überfüllten See.

Dabei war dies nur eine Momentaufnahme, die während des «Red Bull Cliff Diving» in Sisikon aufgenommen wurde. Die besten Klippenspringer der Welt haben sich dabei gemessen. Der Event lockte mehr als 8’000 Zuschauer an.

Beim «Red Bull Cliff Diving» duellierten sich die besten Klippenspringer der Welt. Rund 8'200 Zuschauer verfolgten den Event.

Beim «Red Bull Cliff Diving» duellierten sich die besten Klippenspringer der Welt. Rund 8’200 Zuschauer verfolgten den Event.

(Bild: Romina Amato)

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