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Reise nach Jerusalem in Unterägeri
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Sie alle wollen in den Gemeinderat Unterägeri: v.l.n.r. Fridolin Bossard (FDP), Ralph Ryser (SVP), Linette Iten (parteilos), Matthias Buzzi (CVP). (Bild: Montage: wia )

Von wegen mangelndes Interesse an Gemeindeamt Reise nach Jerusalem in Unterägeri

6 min Lesezeit 29.04.2016, 05:05 Uhr

Vier Unterägerer Politiker wollen derzeit nur eines: Den frei werdenden Gemeinderatssitz, den der FDP-Mann Walter Bruhin im Juni freigibt. zentralplus hat die vier Kandidaten in die Zange genommen und gefragt, was ihrer Gemeinde heute fehlt.

Der aktuelle FDP-Gemeinderat Walter Bruhin gibt per Juni 2016 nach elf Jahren im Dienst sein Amt  ab. Dass der frei gewordene Sitz an einen FDP-Politiker gehen sollte, finden offenbar nicht alle. Denn nun kandidieren neben einem Freisinnigen auch ein CVP- und ein SVP-Mann sowie eine parteilose Politikerin für das begehrte Amt. Um den Unterägerern die Wahl zu vereinfachen, haben wir den vier Kandidierenden je fünf Fragen zu ihrer Politik und der Gemeinde Unterägeri gestellt.

Der Polizist

Für die SVP tritt der Polizist Ralph Ryser an. Der 52-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit fast 15 Jahren in Unterägeri. Er scheint, seinen Antworten nach zu urteilen, sehr viel Gewicht auf die Sicherheit zu legen. – Und auf den neuen Ökihof.

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Welches würden Sie als Ihr Hauptthema betiteln?

Das Einbringen meiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Sicherheit als ehemaliger Polizist und aktuell Mitarbeiter der Abteilung Sicherheit für ein sicheres und lebenswertes Unterägeri.

Warum sollten gerade Sie, respektive ein Vertreter der SVP, den Gemeinderats-Job bekommen?

Weil das Thema Sicherheit zu meinen täglichen Aufgaben zählt. Der Wähleranteil der Parteien hat sich auch in der Gemeinde verändert. Im Kantonsrat sind wir als einzige Partei doppelt vertreten. 

Was fehlt Ihrer Ansicht nach in Unterägeri?

Unterägeri ist meiner Ansicht nach gut aufgestellt und hat aktuell mit der Einweihung des Werk- und Ökihofes in diesem Bereich ideale Voraussetzungen für die nächsten Jahrzehnte geschaffen.

Was macht Unterägeri besser als andere Gemeinden in Zug?

Unterägeri hat sich zu einem attraktiven Dorf entwickelt, hinzu kommt die geographische Lage, welche mit dem See und der umliegenden  Landschaft ein wertvolles Naherholungsgebiet bildet. Zu diesem Gut müssen wir Sorge tragen.

Welche Themen werden die Gemeinde Unterägeri in den kommenden Jahren  beschäftigen?

Die Finanzlage und die Personenfreizügigkeit zusammen mit der Migration von Wirtschaftsflüchtlingen und anerkannten Asylanten.

Ralph Ryser (SVP)

Ralph Ryser (SVP)

 

Die Wortkarge

Linette Iten, die ehemalige Präsidentin der FDP Frauen Kanton Zug, tritt nun als Parteilose bei den Gemeinderatswahlen an. Die 52-Jährige ist Unternehmerin und lebt in Unterägeri. Geht es nach der Beantwortung unserer Fragen, ist Iten jemand, der nicht gerne um den heissen Brei redet und kaum ein Wort zuviel verliert:

Welches würden Sie als Ihr Hauptthema betiteln?

Die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen in den nächsten Jahren.

Warum sollten gerade Sie, respektive eine parteilose Person, den Gemeinderats-Job bekommen?

Weil ich als parteilose Kandidatin über die Parteigrenzen hinaus Lösungen erarbeiten kann.

Was fehlt Ihrer Ansicht nach in Unterägeri?

Eine Frau im Gemeinderat.

Was macht Unterägeri besser als andere Gemeinden in Zug?

Den Erhalt der wunderschönen Lage am Ägerisee.

Welche Themen glauben Sie, werden die Gemeinde Unterägeri in den kommenden Jahren  beschäftigen?

Finanzen, Verkehrssituation und Erhalt der Arbeitsplätze.

Linette Iten (parteilos)

Linette Iten (parteilos)

Der Erwachsenenbildner

Der CVP-Mann Matthias Buzzi arbeitet selbständig in den Bereichen Erwachsenenbildung und Firmenconsulting. Buzzi ist 50 Jahre alt, verheiratet, und hat drei Kinder. Er wohnt seit über zwanzig Jahren in Unterägeri. Ein Blick auf seine Antworten zeigt: Dieser Mann weiss, wie PR geht – und wie man sich diplomatisch ausdrückt.

Welches würden Sie als Ihr Hauptthema betiteln?

Mein Hauptthema steht nicht zur Debatte, denn es geht ja als Gemeinderat um die Führung einer Abteilung, die ich jetzt noch gar nicht kenne. Nicht mein Thema, sondern aktuelle, anstehende Fragestellungen oder Herausforderungen nehme ich in den Fokus und erarbeite konstruktiv und zielorientiert mit den Beteiligten eine breit akzeptierte Lösung.

Warum sollten gerade Sie, respektive ein Vertreter der CVP, den Gemeinderats-Job bekommen?

Während vier Jahren entwickelte, institutionalisierte und konsolidierte ich ein Pilotprojekt für den Kanton Zug (Bildungsnetz Zug). Das machte ich so solide, dass dieses bis heute stets weiter wächst. Fünf Jahre lang führte ich zudem als Gesamtleiter eine Internatsschule (Tagesschule und Internat) mit 49 Mitarbeitenden. Dieser Erfahrungshintergrund und das damit angeeignete Wissen sind solide Voraussetzungen für ein Gemeinderatsamt. Drittpersonen sagen mir oft, ich sei ein «Macher». Ich finde, das passt prima zu einem Gemeinderatskandidaten.

Was fehlt Ihrer Ansicht nach in Unterägeri?

In unserem Dorf fehlt eine permanent negativ oder aggressiv agierende Gruppierung, die Littering, Lärm und Zerstörung hinterlässt! Und darüber bin ich sehr froh!

Was macht Unterägeri besser als andere Gemeinden in Zug?

Seit über 20 Jahren wohne ich in der schönen und attraktiven Gemeinde Unterägeri. Keine andere Gemeinde kenne ich nur annähernd so gut. Deshalb ist ein Vergleich für mich nicht möglich. In Unterägeri schätze ich die vielfältigen Aktivitätsmöglichkeiten in der Natur und die breite Einkaufspalette. Zudem erlebe ich die Nähe und Offenheit der Behörden in Unterägeri als sympathisch und kundenorientiert.

Welche Themen werden die Gemeinde Unterägeri in den kommenden Jahren beschäftigen?

Insbesondere das Entlastungsprogramm, das vom Kanton nun schrittweise umgesetzt wird, dürfte die Gemeinde immer stärker beschäftigen. Weniger oder gar fehlende finanzielle Mittel schränken den Handlungsspielraum in allen Themen und auf allen Ebenen ein. Die Herausforderung wird sein, mit wenig respektive weniger Mitteln, den jetzigen hohen Standard in sehr vielen Bereichen aufrecht zu erhalten.

Matthias Buzzi (CVP)

Matthias Buzzi (CVP)

Der Schul-Betriebsleiter

Der 33-jährige FDP-Politiker Fridolin Bossard ist der jüngste der vier Kandidierenden. Der Ur-Unterägerer ist verheiratet und ursprünglich gelernter Unternehmensberater. Heute leitet er den Betrieb der Privatschule Dr. Bossard, die sich in Unterägeri befindet. Er verfolgt das hehre Ziel, das Maximum aus jedem Steuerfranken herauszuholen.

Welches würden Sie als Ihr Hauptthema betiteln?

Die Finanz- und Organisationsthemen sind aufgrund meiner Ausbildung und beruflichen Erfahrung als Unternehmensberater meine Kernkompetenzen. Auf der anderen Seite bin ich seit meinen Jugendjahren bei der Privatschule Dr. Bossard engagiert und habe daher auch ein ausgeprägtes Sensorium für soziale Themen.

Warum sollten gerade Sie, respektive ein Vertreter der FDP, den Gemeinderats-Job bekommen?

Ein Vertreter der jungen Generation als Ergänzung im Gemeinderat würde unserem Dorf gut tun. Die zukünftigen Herausforderungen für unsere Gemeinde sind gross. Innovatives Denken und Handeln ist gefragt. Ausserdem hat die FDP aufgrund der Wähleranteile Anspruch auf den Sitz, der durch den Rücktritt von unserem FDP-Gemeinderat Walter Bruhin frei wird. 

Was fehlt Ihrer Ansicht nach in Unterägeri?

Grundsätzlich bietet Unterägeri bereits viel für die Bewohnerinnen und Bewohner. Für die Zukunft muss genügend familienfreundlicher Wohnraum sichergestellt werden.

Was macht Unterägeri besser als andere Gemeinden in Zug?

Das Dorf Unterägeri hat trotz seinem starken Wachstum seinen eigenen Charakter beibehalten können. Entwickeln und Bewahren ist ein Balanceakt, der unserem Dorf bis jetzt gut gelungen ist.

Welche Themen werden die Gemeinde Unterägeri in den kommenden Jahren  beschäftigen?

Die Finanzsituation wird angespannt bleiben. Es wird in Zukunft daher noch wichtiger werden, das Maximum aus jedem Steuerfranken herauszuholen. Je nach Entwicklung im Nahen Osten könnte uns auch die Flüchtlingskrise noch stärker beschäftigen.

Fridolin Bossard (FDP)

Fridolin Bossard (FDP)

Nun liegt es an den Einwohnern der Gemeinde. Wählen die Unterägerer den äusserst diplomatischen CVP-Mann, den sozialen Unternehmer von der FDP, die parteilose Frau, die dem Gemeinderat zurzeit fehlt, oder den sicherheitsbedachten SVP-Politiker?

Am 3. Juli wird gewählt.

 

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