Regionales Leben
Gemeinde und Wohnungsbesitzer verärgert

Zwist um Mini-Spielplatz in Horwer Überbauung

Mit diesem Mini-Spielplatz müssen die Kinder in der Überbauung Stirnrüti in Horw leben. (Bild: zvg)

Ein zu klein geratener Spielplatz sorgt in Horw für Verstimmung. Wohnungseigentümer und Generalunternehmung liegen sich in den Haaren. Und auch die Gemeinde mischt sich ein.

Ein Sandkasten, ein Drehkarussel und zwei Schaukeln: Mit diesem Spielplatz müssen sich die gut 20 Kinder in der neuen Wohnüberbauung Stirnrütipark in Horw begnügen. Dabei wurden die 40 grossen Eigentumswohnungen im gehobenen Preissegment als familienfreundlich angepriesen.

Erstaunt stellten einige Eigentümer beim Einzug fest, dass statt der ursprünglich drei geplanten Spielplätze nur ein einziger realisiert worden war. Mehrere Wohnungseigentümer fordern von der Generalunternehmung Alfred Müller AG deshalb Nachbesserungen.

Gemeinde macht Vorschriften

Unterstützung erhalten sie von der Gemeinde. Wie bei grösseren Überbauungen vorgeschrieben, hat die Gemeinde Vorschriften zu Grösse und Gestaltung der Spielflächen gemacht. 1'600 Quadratmeter sollen es im Stirnrütipark insgesamt sein, inklusive dreier Spielplätze für Kleinkinder.

Die Generalunternehmung kennt die Vorgabe, hält sie aber nicht für verbindlich. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die Gemeinde habe einen abgeänderten Umgebungsplan mit Abstrichen bei den Spielplätzen genehmigt. Für die Gemeinde wiederum ist dies eine unhaltbare Behauptung.

Der Grund für die unterschiedlichen Interpretationen: Die Alfred Müller AG vertritt die Meinung, die Fachstelle für Natur- und Umweltschutz der Gemeinde Horw habe die Umgebung der Überbauung genehmigt. Damit sei der Fall erledigt.

«Die Aussage, die Gemeinde habe die Umgebung so genehmigt, ist eine reine Schutzbehauptung.»

Thomas Zemp, Horwer Bauvorsteher

Für die Gemeinde ihrerseits ist es klar, dass die Fachstelle nur Naturelemente abnehmen kann, nicht aber Anpassungen bei den Spielplätzen. Das Planungs- und Baugesetz des Kantons Luzern schreibe für Planänderungen ein klar definiertes Verfahren vor. Die Generalunternehmung, die gar über eine eigene Abteilung Rechtsdienst verfüge, sei sich dessen sehr wohl bewusst, heisst es in einem Schreiben der Gemeinde, das zentralplus vorliegt. 

Gemeinde setzt Frist

Anfang Jahr hat der Horwer Gemeinderat deshalb eine Verfügung erlassen. Die Spielplätze müssten wie ursprünglich geplant innert dreier Monate realisiert werden. Geschehe dies nicht, drohe eine Busse und die Spielplätze würden durch Dritte, auf Kosten der Generalunternehmung, gebaut.

Die Frist ist verstrichen, doch die Kinder im Stirnrütipark müssen sich immer noch mit einem einzigen Spielplatz begnügen. Denn die Alfred Müller AG wehrt sich vor Kantonsgericht gegen die Verfügung. Gleichzeitig hat sie die Umgebungsplanung mit dem einen Spielplatz bei der Gemeinde (nochmals) zur Genehmigung eingereicht.

Der Gemeinderat wird das Geschäft nach den Sommerferien behandeln. Bis dahin bleibt das Gerichtsverfahren sistiert. Dass der Gemeinderat von seiner Meinung abrückt, ist unwahrscheinlich. «Die jetzige Situation entspricht nicht den im Gestaltungsplan gemachten Vorgaben», sagt Bauvorsteher Thomas Zemp gegenüber zentralplus. «Die Aussage, die Gemeinde habe die Umgebung so genehmigt, ist eine reine Schutzbehauptung.»

Kinder müssen sich gedulden

Erschwerend kommt hinzu: Auch die Eigentümer der Neubausiedlung sind uneins. Während sich die einen mehr Spielplätze wünschen, gibt es auch einzelne, die sich dagegen wehren, dass diese ausgerechnet vor ihrer Wohnung errichtet werden sollen. Denn in den Verkaufsunterlagen warb die Immobilienfirma nicht nur mit Familienfreundlichkeit, sondern auch mit der Aussicht auf das nahe Naturschutzgebiet und den Bireggwald. Die wollen sich die betroffenen Eigentümer nun nicht mehr nehmen lassen.

Bis die Situation geklärt ist, bleibt im Stirnrütipark alles beim Alten. Die Kinder müssen sich vorerst mit dem Mini-Spielplatz arrangieren.

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