Regionales Leben
Zuger Wirtepaar sucht ein neues Lokal

Zoff ums Baarbürgli: «Wir werden schikaniert»

Janette Luginbühl und Mike Schwarz führen das Restaurant Baarbürgli. (Bild: zentralplus)

Im Baarbürgli in Baar hängt der Haussegen schief. Der Vermieter besteht darauf, dass um acht Uhr morgens geöffnet wird. Morgenstund hat Gold im Mund: Daran glauben die Wirte nicht. Nun sind sie auf der Suche nach einem neuen Lokal.

Vor fünfeinhalb Jahren haben Mike Schwarz und Janette Luginbühl das «Baarbürgli» übernommen. Das Restaurant ist eine Beiz im klassischen Sinne: gutbürgerliche Küche gepaart mit Stammtisch und Gartenplätzen.

Seit letztem September hat das Wirtepaar jedoch Probleme mit dem Vermieter. «Der will, dass wir wieder um acht Uhr morgens aufmachen», klagt Schwarz. Der Inhaber würde ihm weiter vorwerfen, er hätte ein Nachtlokal aus dem Baarbürgli gemacht.

Arbeiterbeiz oder Nachtlokal?

«Ich habe auf der Gemeinde nachgefragt, das Lokal hat die Bewilligung, um bis zwei Uhr morgens offen zu haben, schon seit 1998», wehrt sich der Wirt. Ausserdem seien die meisten Stammgäste, die morgens bereits gekommen sind, inzwischen gestorben.

Der Besitzer hält laut Schwarz aber daran fest, dass es eine Arbeiterbeiz sei und früh öffnen müsse. Auf Anfrage von zentralplus hin, sagt der Inhaber lediglich, dass Schwarz den Mietvertrag nicht eingehalten habe. Weiter will er keine Stellung dazu nehmen.

«Wir werden schikaniert, es ist ein richtiger Terror.»

Mike Schwarz, Wirt

Der Vermieter habe einen Anwalt eingeschaltet, um die Wirte zur vorzeitigen Mietvertragsauflösung zu bewegen. «Auch wir mussten jetzt den Rechtsschutz einschalten. Wir werden schikaniert, es ist ein richtiger Terror», sagt Schwarz aufgeregt. Die Anwälte seien stetig miteinander im Gespräch. Der nächste Schritt wäre die Schlichtungsbehörde.

Der Besitzer will verkaufen

Beim Gedanken daran, dass er das «Bürgli» hinter sich lassen muss, gehe es ihm richtig schlecht: «Wir haben nun fünfeinhalb Jahre Herzblut und Geld in dieses Lokal investiert», so Schwarz. Und jetzt, wo es zu rentieren beginnt, wolle man sie rausekeln.

Inzwischen wolle der Besitzer das Baarbürgli verkaufen, erzählt uns der Wirt. Es hätte sogar einen Käufer gegeben, der das Wirtepaar behalten hätte. Der jetzige Besitzer habe das Angebot aber ausgeschlagen.

Suche nach neuem Lokal

Das Paar hat genug und ist auf der Suche nach einem neuen Lokal. Gesucht wird vor allem mitttels Social Media. Auf Facebook, Instagram und Whatsapp verbreitet Schwarz die Nachricht über seine missliche Lage und fragt nach freien Lokalen.

Fündig geworden sei er aber noch nicht. Er bekomme zwar viele gute Inputs von Freunden und Bekannten. Oft seien die Angebote aber viel zu teuer für das Wirtepaar. «Bei den meisten Lokalen bezahlt man eine Übernahmegebühr von 250'000 bis 300'000 Franken, das ist schlicht zu viel», so Schwarz.

Das «Gotthärdli» wäre optimal

In der Region sei es zurzeit sowieso etwas schwierig, eine freie Gaststätte zu finden. Im Notfall würden die beiden auch etwas annehmen, das weiter weg ist. Eigentlich würden sie aber lieber in der Region Baar, Cham oder Zug bleiben. Sie haben sich hier eine Kundschaft aufgebaut und Luginbühl kommt aus der Region.

Am liebsten hätte Schwarz wieder etwas Ähnliches wie das «Baarbürgli», eine Küche, einen Garten und eine Bar. So etwas wie das «Gotthärdli» in Zug wäre optimal, sagt der «Baarbürgli»-Wirt.

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