Regionales Leben

Nachfrage nach Piks schwankt
Viele Luzernerinnen lassen ihren Covid-Impftermin sausen

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Einige Luzerner tauchen derzeit nicht an ihrem Covid-Impftermin auf. (Bild: zvg/Biontech SE 2020)

Die Omikron-Variante verbreitet das Coronavirus derzeit so schnell wie noch nie. Trotzdem beobachtet eine Leserreporterin, die in einem Impfcenter arbeitet, eine sinkende Nachfrage. Dieser Trend lasse sich für die Luzerner Impfcenter bestätigten, so die Dienststelle Gesundheit und Sport.

Die Omikron-Variante verbreitet das Coronavirus derzeit so schnell wie noch nie. Die Parole der Gesundheitsdirektionen lautet deshalb «boostern, boostern, boostern». Noch vor Neujahr schien der Ansturm auf die kleinen Fläschchen gross zu sein (zentralplus berichtete). Impfwillige haben eine oder gar zwei Stunden in der Kälte verbracht, um den Piks zu erhalten. Doch inzwischen scheint sich das Interesse wieder gelegt zu haben (zentralplus berichtete).

Eine Leserreporterin, die in einem Impfcenter arbeitet, beobachtet, wie immer weniger Leute vorbeikommen. Viele Personen lassen auch einfach ihren Termin sausen. Notabene ohne Abmeldung. Wie sie erzählt, gab es Tage, an denen ganze 70 Personen nicht wie angemeldet zum Impfen erschienen sind.

Nicht am Covid-Impftermin wegen Ansteckung

Die Nachfrage bei der Luzerner Dienststelle Gesundheit und Sport bestätigt diese Beobachtungen. «Wir stellen in den drei kantonalen Impfzentren bei den Erstimpfungen seit längerer Zeit eine geringere Nachfrage fest und in jüngster Zeit auch bei den Booster-Impfungen. Dieser Trend betrifft jedoch nicht nur die kantonalen Impfzentren, sondern alle Impfangebote im Kanton Luzern», schreibt der Leiter David Dürr.

Auch, dass es immer wieder Luzernerinnen gebe, die ihren Termin nicht wahrnehmen, kann Dürr bestätigen. Er vermutet, dass der Hauptgrund dafür die vielen Ansteckungen der letzten Wochen sein dürften. Dabei hätten sich vermutlich auch viele Personen angesteckt, die sich boostern oder impfen lassen wollten.

Diese Einschätzung bestätigt auch Ivona Zengaffinen der Toppharm-Apotheke am Bahnhof Zug. Bisher hätten sie zwar kaum Probleme mit Personen, die ihren Impftermin nicht wahrnehmen. Jedoch gab es vereinzelt Fälle, bei denen «sich Personen abmelden mussten, da sie positiv getestet wurden und in Isolation waren».

Auch im Luzerner Kantonsspital «erscheinen in jüngster Zeit vereinzelt Angemeldete nicht zum gebuchten Termin», gibt Ingrid Oehen, die Leiterin des dortigen Impfzentrums, bekannt. Dabei appelliert sie an die Impfwilligen: «Um unsere personellen Ressourcen zielgerichtet einsetzen zu können, wäre es wichtig, dass Sie sich in einem solchen Fall abmelden, damit wir diese Termine schnell wieder freigeben können.»

Apotheken haben immer noch hohe Nachfrage

Anders als bei den kantonalen Impfcentern sieht die Nachfrage jedoch bei den Apotheken aus. In den Amavita-Apotheken ist die Nachfrage nach Impfungen in den letzten zwei Wochen gar gestiegen, schreibt Tanja Clément von der Medienstelle der Galenica AG.

Bei der Toppharm-Apotheke in Zug hätten sie zwar weniger Covid-Impfungen als im Dezember, so Ivona Zengaffinen. Doch insbesondere die Booster würden immer noch «gut» nachgefragt werden. Auch beim Luzerner Kantonsspital sei die Nachfrage nach wie vor hoch. Sie piksen rund 700 Personen pro Tag, erklärt Ingrid Oehen.

Verwendete Quellen
  • Mail-Verkehr mit der Galenica AG (zu der die Amavita-Apotheken gehören)
  • Mail-Verkehr mit dem Luzerner Kantonsspital
  • Mail-Verkehr mit dem Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern
  • Mail-Verkehr mit der Toppharm-Apotheke am Bahnhof Zug
  • Lustat Statistik Luzern (Daten vom 17. Januar 2022)
  • Medienberichte von zentralplus
Weitere Quellen
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6 Kommentare
  1. Braunschweig-Lütolf Ursula, 18.01.2022, 22:57 Uhr

    Wenn es andern Personen gleich ergangen ist wie mir, kann ich das nachvollziehen. Warum? Punkt 14:00 Uhr am bestimmten Tag im Herbst, als das Booster-Anmeldetool geöffnet wurde, habe ich (73) mich angemeldet und kurz darauf die Bestätigung erhalten mit dem Versprechen, dass ich über einen Impftermin informiert würde. Ich habe bis Anfang November gewartet. Nichts. Da ich schon bei der 1. Impfung den Vorgang in Luzern unbefriedigend, inkompetent, schlampig empfunden und mich nach langem Warten in Willisau gemeldet und dort zeitnah einen freien Termin erhalten hatte, tat ich dasselbe im November für die Boosterimpfung. Und wieder erhielt ich sofort den Impftermin mitgeteilt. Vom Luzerner Impfzentrum wurde mir erst am 12. Januar mitgeteilt, dass ich am 24. Januar zur Boosterimpfung antreten kann. Das ist aus zwei Gründen unfassbar: 1. scheint im System (falls ein solches existiert) der Eintrag zu fehlen, dass ich die dritte Impfung erhalten habe. 2. fühle ich mich als 73-Jährige veräppelt durch die Tatsache, dass mir nicht viel früher ein Impftermin gegeben wurde. Das Ganze weckt Misstrauen. Auf jeden Fall werde ich nie mehr mit dem Luzerner Impfzentrum rechnen. Und ehrlich gesagt, nach so viel Schlamperei mag ich mich nicht vom Termin abmelden.

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    1. David L, 19.01.2022, 22:49 Uhr

      Da muss bei Ihnen irgend etwas schiefgelaufen sein. Im Herbst, als der Booster noch nur für 65+ offen war, haben alle quasi sofort einen Termin erhalten.
      Auch wurde man beim Booster-Tool gar nie über Termine informiert, sondern konnte sich direkt einen Termin aussuchen…

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  2. Andreas Peter, 18.01.2022, 11:35 Uhr

    Vielleicht geht immer mehr Menschen ein Licht auf und sie durchschauen das Spiel?
    Schön wäre es, aber leider unwahrscheinlich. Panik schlägt Ratio.

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    1. genre, 18.01.2022, 15:17 Uhr

      So ein Quatsch! Ich bin geimpft, aber nicht aus Panik, sondern aus Solidarität….

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      1. Andreas Peter, 18.01.2022, 17:38 Uhr

        @remo.genzoli: Kennen Sie die Geschichte von Onoda Hirō?
        Irgendwie erinnern Sie mich an diesen Mann.
        Einfach immer weiter kämpfen, auch wenn die Fakten mittlerweile fast jedem klar sind.

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      2. genre, 18.01.2022, 19:11 Uhr

        @Andreas Peter
        Aha, Sie verwechseln Kadavergehorsam mit Solidarität. Ok, verwundert mich eigentlich nicht….

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