Wohnwagen vor dem Schlafzimmer

Streit um Stellplätze in Cham eskaliert weiter

Zwischen dem Besitzer des Enikerhofs und seinen Nachbarn herrscht dicke Luft. (Bild: mam)

Nachbarn des Enikerhofs in Cham beklagen erneut, dass sie durch Campierende gestört würden. Zwischen den Quartierbewohnern und dem Hofbesitzer herrscht wegen dessen Plänen für Stellplätze seit längerem dicke Luft.

Die Wohnwagen stünden direkt vor dem Schlafzimmerfenster. Generatoren würden Lärm machen und überall habe es Hunde. So schildert es ein Anwohner des Quartiers Klostermatt gegenüber der «Zuger Zeitung». Diese konnte die Schilderung bei einem Augenschein bestätigen.

Es ist ein neues Kapitel in einer langen Geschichte rund um Stellplätze auf dem Enikerhof und Zoff zwischen dem Hofbesitzer und seinen Nachbarn.

Nachbarn wollen keine Wohnwagen vor der Haustüre

Hofbesitzer Daniel Rüttimann will auf seinem Enikerhof in Cham Campern einen Platz bieten. Während Corona hatte er erstmals Gäste. Daraufhin hiess es seitens der Gemeinde, er brauche eine Baubewilligung für einen Campingplatz. Vergangenen Herbst kämpfte er vergeblich darum. Für mehrere Wohnwagen- und Tiny-House-Besitzer heisst das: Platz räumen (zentralplus berichtete).

Kürzlich reichte Rüttiman ein Gesuch für drei Stellplätze ein – also ein abgespecktes Projekt (zentralplus berichtete). Dagegen gingen weitere Einsprachen ein.

Auf dem Hof machen aber scheinbar weiterhin Camper und Fahrende halt. Im aktuellen Fall soll es sich laut der «Zuger Zeitung» um Schweizer Fahrende handeln.

Hofbesitzer soll Fahrende bewusst direkt vor Quartier platziert haben

Ursprünglich habe er diese auf einer Wiese möglichst weit weg vom Klostermatt-Quartier einquartiert. Mittlerweile stünden sie aber direkt vor den Ausläufern der Siedlung. Für die Anwohner sei dies eine «Trotzaktion». Er habe die Fahrenden bewusst vor dem Quartier platziert, sagen sie.

Auf den Enikerhof geleitet worden sind die Fahrenden vom Kanton, da der einzige andere Stellplatz in Zug bereits belegt ist. Wie es bei der Gemeinde Cham heisst, standen die Wagen anfangs in einer Landschaftsschutzzone, wo sie nicht hingehörten. Nach einer Aufforderung seien sie nun von dort woandershin verlagert worden.

Gegenüber der «Zuger Zeitung» bestreitet Rüttimann derweil, dass er die Fahrenden bewusst direkt vor dem Quartier platziert habe. Dort habe es schlicht am meisten Platz gehabt. Dass es sich um eine Schutzzone handle, habe er nicht gewusst. Er betont weiter, dass er für Gespräche mit den Nachbarn offen sei. Diese scheinen dafür im Moment aber nicht offen zu sein.

Verwendete Quellen
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