Regionales Leben
Verschmutztes Trinkwasser

Stadt Zug: Verunreinigung sinkt, Lage bleibt angespannt

Das Wasser in der Vor- und der Altstadt muss nach wie vor abgekocht werden. (Bild: Adobe Stock)

Das Wasser in der Stadt Zug ist weniger stark mit Bakterien verschmutzt als in den letzten Tagen. Trotzdem muss es weiter abgekocht werden. Eine zweite gute Neuigkeit: Die Zuger Bevölkerung scheint bislang von Krankheiten verschont zu sein.

Stehen die Zeichen auf Entspannung? Am Montagabend teilen die WWZ mit: Das Spülen nützt etwas, die Verunreinigung im Wasser der Stadt Zug nimmt ab. Trotzdem ist sie nach wie vor da.

Deshalb müssen die Bewohnerinnen der Vor-, der Alt- sowie von Teilen der Neustadt ihr Wasser weiterhin abkochen, wenn sie es trinken, damit die Zähne putzen oder von Hand abwaschen wollen. Das Gebot gilt für rund 1'000 Haushalte, hinzu kommen 700 weitere WWZ-Kunden aus dem Gewerbe oder der öffentlichen Verwaltung. Betroffen sind die markierten Gebiete:

In diesen Stadtzuger Gebieten müssen Bewohner ihr Wasser abkochen.
In diesen Stadtzuger Gebieten müssen die Bewohner ihr Wasser abkochen. (Bild: WWZ)

Allerdings mahnen die WWZ, nicht in Panik zu verfallen. Auch wenn sie ein Gesundheitsrisiko nicht ausschliessen könnten, seien die bakteriellen Verunreinigungen weit weg von «lebensbedrohlich», hiess es bereits an einer Medienkonferenz vom Samstag (zentralplus berichtete).

Bakterien können zu Durchfall und Fieber führen

Laut den Zuger Gesundheitsbehörden kann eine Infektion mit E.-Coli-Bakterien und Enterokokken, wie sie im Zuger Wasser gefunden wurden, Übelkeit, Durchfall und Fieber auslösen. Ob sich das ungeniessbare Wasser auf die Gesundheit der Zuger ausgewirkt hat, ist unklar, da derartige Infektionen nicht meldepflichtig sind und der Kanton keine Zahlen erhebt. Aber die Aussichten sind nicht schlecht, oder wie es Beatrice Gross, die Sprecherin der Zuger Gesundheitsdirektion, sagt: «Bis jetzt ist aus den Spitälern keine Meldung zur Häufung von Durchfallkrankheiten eingetroffen.»

Das bestätigt das Zuger Kantonsspital. Und auch die WWZ sagen auf Anfrage, dass sie keine Kenntnis von Personen haben, die unter gesundheitlichen Problemen leiden.

WWZ rechnet mit Resultaten am Dienstag

Der Zwischenfall ist für den Kanton Zug ein bislang einmaliges Ereignis: «Uns ist kein vergleichbarer Fall bekannt», so Beatrice Gross. Ihre Erfahrungen gemacht haben demgegenüber die EWL. Diesen Sommer mussten bekanntlich die Bewohnerinnen des Quartiers Langensand-Matthof in der Stadt Luzern ihr Wasser abkochen. Aus dem Luzerner Fall hätten die WWZ gelernt, sagt CEO Esther Denzler im Gespräch mit zentralplus: «Uns war wichtig, sofort alle zu informieren, schnell zu handeln und zu kommunizieren.»

Das soll so weitergehen, auf ihrer Website informieren die WWZ regelmässig über den Stand der Dinge. Derzeit werden die aktuellen Proben untersucht, die WWZ stellt weitere Informationen für Dienstagnachmittag in Aussicht. Auch morgen gibt die WWZ wieder kostenlos Wasserflaschen an die Bevölkerung ab: zwischen 10 und 14 Uhr beim Landsgemeindeplatz und beim Spielplatz Rigiplatz/Reiffergässli.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung der WWZ
  • Mailverkehr mit den WWZ
  • Mailverkehr mit der Zuger Gesundheitsdirektion
  • Mailverkehr mit dem Zuger Kantonsspital
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