Für Menschen mit Behinderung

Stadt Luzern will barrierefreies Baden ermöglichen

Baden bei der Ufschötti soll neu auch für Menschen mit einer Gehbehinderung möglich sein. (Bild: Archivbild 2021: ewi)

Der Luzerner Stadtrat will den Seezugang für Menschen mit einer Behinderung verbessern. Die jetzige Situation sei nicht mit der Behindertenrechtskonvention vereinbar.

Zu einem gelungenen Sommer gehört wohl für die meisten Luzerner die Abkühlung im See. Für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung ist der Gang in hiesige Gewässer jedoch nur sehr erschwert möglich, wenn überhaupt.

Marco Müller namens der Grünen-Fraktion forderte deshalb im vergangenen Januar, dass die Stadt Luzern diese Situation verbessert (zentralplus berichtete). Konkret verlangte er, dass die Stadt das barrierefreie Baden in der Tribschenbadi, im Lido und der Ufschötti mittels Einstiegshilfen ermöglicht.

Nun äussert sich der Stadtrat zum Postulat. Auch er sieht Handlungsbedarf. Ihm sei aufgefallen, dass die aktuelle Situation gar nicht mit der Behindertenrechtskonvention (BRK) vereinbar sei. Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der UNO ist in der Schweiz seit 2014 in Kraft. Dadurch ist die Schweiz in der Pflicht, geeignete Massnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zur physischen Umwelt zu ermöglichen.

In seiner Stellungnahme verweist der Stadtrat weiter auf das Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit einer Behinderung. Dieses sehe vor, dass es Menschen mit Behinderungen erleichtert wird, selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dass Benachteiligungen nicht beseitigt werden, sei nur dann legitim, wenn der erwartete Nutzen in einem Missverhältnis zum Aufwand besteht. Damit seien unter anderem hohe Kosten sowie Umweltschutz und Verkehrssicherheit gemeint.

Es gibt noch offene Fragen

Doch diese Punkte treffen auf den barrierefreien Zugang zum Vierwaldstättersee laut dem Stadtrat nicht zu. Er sehe sich deshalb in der Pflicht, etwas zu tun. So soll der Seezugang, wie von den Grünen gefordert, zu den Strandbädern Tribschen und Lido sowie in der Ufschötti verbessert werden.

Die Kosten für die Beschaffung und die Installation der Hilfsmittel schätzt der Stadtrat auf 5000 bis 50'000 Franken. Hinzu kommt ein jährlicher Betrag von rund 5000 Franken für den Unterhalt jeder Anlage. Dieser Aufwand erachtet der Stadtrat als vertretbar.

Laut dem Stadtrat gibt es betriebliche und rechtliche Fragen, die noch zu klären seien. Er werde diese prüfen.

Verwendete Quellen
  • Postulat von Marco Müller und Stellungnahme des Stadtrats
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