Regionales Leben
Alternative zu Lichterketten gesucht

So sieht es in Luzern während der Adventszeit aus

Dieses Jahr wird es auf den Gassen und Plätzen in der Stadt Luzern keine traditionelle Weihnachtsbeleuchtung geben. (Bild: Tobias Lackner)

In Luzern gibt es im Advent 2022 keine traditionelle Weihnachtsbeleuchtung. Der Verein Weihnachtsbeleuchtung setzt stattdessen auf ein alternatives Konzept.

Die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung in Luzern wird es im Advent dieses Jahres nicht geben. Dies hat der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern mitgeteilt, welcher für die Organisation und Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung an öffentlichen Orten in der Stadt Luzern verantwortlich ist. Grund für diesen Entscheid sind die Sparappelle des Bundesrates aufgrund der drohenden Energiekrise.

Ursprünglich wollte der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern einfach die Betriebszeiten der Weihnachtsbeleuchtung einschränken (zentralplus berichtete). Dazu hätte der traditionelle Lichterschmuck jeweils eine halbe Stunde später eingeschaltet und abends eine halbe Stunde früher ausgeschaltete werden sollen. Zudem hätte man die Beleuchtung eine Woche früher abgehängt.

Nun geht der Verein aber einen Schritt weiter und zieht der elektrischen Weihnachtsbeleuchtung gänzlich den Stecker. Bis in rund zwei Wochen hätte man sich für oder gegen die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung entscheiden müssen. Obschon der Bundesrat zurzeit keine Verbote auferlegt hat, möchte man auf die Beleuchtung verzichten.

«Wir gewichten die Verantwortung für den Energiebeitrag höher als für das Weihnachtsgeschäft.»

André Bachmann, Verein Weihnachtsbeleuchtung

Denn einerseits droht ein grosser finanzieller Schaden, falls kurzfristig doch noch ein Verbot für die Weihnachtsbeleuchtung auferlegt würde. Die Beleuchtung kostet nämlich mehrere 10’000 Franken. «Es wäre ein grosses Risiko, zum heutigen Zeitpunkt Aufträge in dieser Grössenordnung zu erteilen und unverantwortlich, damit die künftige Finanzierung des Vereins zu gefährden, falls ein Betrieb im Advent dann nicht möglich wäre», sagt André Bachmann, Präsident des Vereins Weihnachtsbeleuchtung Luzern.

Weihnachtsbeleuchtung in Luzern wäre kein Stromfresser

Andererseits möchte sich auch der Verein Weihnachtsbeleuchtung solidarisch in der Energiekrise zeigen. André Bachmann sagt an der Medienkonferenz denn auch, dass der Verzicht auf die Weihnachtsbeleuchtung lediglich ein symbolischer Beitrag zum Energiesparen ist.

Denn schon seit Jahren setzt man sich für stromsparende Weihnachtsbeleuchtung in Luzern ein. Etwa durch den Einsatz von LED konnte man den Stromverbrauch der gesamten Beleuchtung auf insgesamt 4000 kWh reduzieren. Dies entspricht etwa dem Verbrauch eines 4-Personen-Haushaltes. Früher war der Stromverbrauch der Beleuchtung noch etwa das zehn- bis zwölfmal höher gewesen. Vergleicht man die Reduktion dieser 4000 kWh mit den ebenfalls am 30. September publizierten Sparmassnahmen der Stadt Luzern, erkennt man, wie klein dieser Beitrag zur Reduktion ist. Durch die Reduktion der Gebäudetemperatur in den Büroräumen und Unterrichtszimmern um ein Grad lässt sich beispielsweise fast eine Million kWh einsparen, was mehr als das 200-fache ist.

Dennoch ist André Bachmann vom Verein Weihnachtsbeleuchtung davon überzeugt, dass der Verzicht auf die Beleuchtung wichtig ist. Auch wenn die Weihnachtsbeleuchtung symbolisch zum wichtigen Weihnachtsgeschäft beiträgt: «Wir gewichten die Verantwortung für den Energiebeitrag höher als für das Weihnachtsgeschäft.»

Wirtschaftspartner stehen hinter der Entscheidung

Der Verein Weihnachtsbeleuchtung trifft diese Entscheidung aber nicht im Alleingang, sondern zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft und anderen Organisationen, wie beispielsweise der IG Kronenbeleuchtung. Letztere bringt jedes Jahr die Verbindung zwischen dem rechten und linken Seeufer, die Reussbrücke, zum Erleuchten.

An der Medienkonferenz wird denn auch erwähnt, wie wichtig der Weihnachtsverkauf für den Luzerner Detailhandel ist. Rund 30 Prozent des Jahresumsatzes wird in dieser Periode erzielt. Dennoch stehen auch Wirtschaftspartner hinter der Entscheidung, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. «Es ist wichtig, dass alle, die etwas beitragen können, sich solidarisch zeigen», sagt Josef Williner von der City Vereinigung Luzern, an der Pressekonferenz.

Alternatives Konzept mit Kerzenlichtern

Wie der Verein Weihnachtsbeleuchtung an der Medienkonferenz informiert, wird es aber während der Adventszeit keinesfalls dunkel bleiben. Anstelle der erprobten Beleuchtung wird ein alternatives Konzept auf die Beine gestellt.

Zentral in diesem Konzept wird Kerzenlicht sein. Rund 500 bereits bestellte Kerzenlaternen sollen die Stadt Luzern zum Erleuchten bringen. Diese sollen dann etwa auf Steinbrücken und Plätzen zum Einsatz kommen. Möglicherweise werden die Laternen auch den Quai zieren. Das Konzept wird aus Sicherheitsgründen aber noch mit der Feuerwehr besprochen. Die für die Kerzenlaternen benötigten Kerzen werden extra von einer Luzerner Kerzenfabrik produziert und werdend eine lange Brenndauer haben. Damit ist eine sinnliche und zuverlässige Beleuchtung auch im Advent 2022 gewährleistet. Wie es in vergangenen Jahren ausgesehen hat, siehst du in unserer Fotogalerie.

Als weiterer Teil des Konzeptes prüft der Verein einen Weihnachtsbaum, dessen Beleuchtung ausschliesslich mit Muskelkraft betrieben wird. Laut Bachmann soll dieser Baum auch ein Zeichen der Solidarität sein, denn der Baum leuchtet nur, wenn man zusammen mit Muskelkraft für die Energiezufuhr sorgt.

Verwendete Quellen
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