Brauer will lieber Musik produzieren

So geht es mit der Braui in Unterägeri weiter

Das Schild, das Rudolf Blattmann letzten Dezember an die Tür seiner Braui machte, kann er jetzt wieder runternehmen. (Bild: wia)

Die Brauerei Blattmann in Unterägeri geht in neue Hände über. Der bisherige Inhaber Rudolf Blattmann wird noch einige Monate bleiben und sich dann seinem Traum widmen.

Die Kleinbrauerei Blattmann wird weitergeführt, das bestätigt der Inhaber Rudolf Blattmann gegenüber zentralplus. Die vier verschiedenen Biersorten können auch in Zukunft genossen werden. Ein neuer Braumeister übernimmt das Handwerk, ein neuer Besitzer die Führung. Die wichtigsten Kunden würden nahtlos weiter beliefert. Wer genau der Besitzer sei, will Blattmann allerdings noch nicht sagen. Im letzten Dezember hatte Blattmann publik gemacht, dass er seine Brauerei verkaufen will (zentralplus berichtete).

Zum Start 600 Liter Helles

Der Übergang in eine neue Ära beginnt für die Brauerei aus Unterägeri schrittweise. In Kürze wird zunächst der neue Braumeister eingearbeitet. 600 Liter «Ägeri Hell», das gerade nicht mehr vorrätig ist, werde Blattmann dann zusammen mit dem neuen Mann brauen. Als Rudolf Blattmann seine Brauerei im vergangenen Dezember zum Verkauf ausgeschrieben hatte, war es denn auch sein Wunsch, dass ein gelernter Braumeister die Herstellung der Biere übernimmt. Gegenüber zentralplus sagte Blattmann damals: «Es braucht jemanden, der nicht ‹ufm Füdle hockt›, sondern krampfen kann.»

Der zukünftige Besitzer werde dann im August eingearbeitet. Der neue Inhaber sei momentan noch in Südamerika, werde aber nach seiner Rückkehr in den Betrieb «eingefuchst». Der Name der Braui und damit die Marke bleibt indessen bestehen, auch wenn der Inhaber bald nicht mehr Blattmann heissen wird. «Wir haben abgemacht, dass der Name noch bis 2026 bleibt. Danach kann der Name neu verhandelt werden», so der Brauereibesitzer.

Ein Musikstudio soll entstehen

Es scheint also do zu sein, dass mit der bevorstehenden Übergabe nicht viele Veränderungen einhergehen werden. Für Fans der Zuger Mikrobrauerei ist das ein Glücksfall. Als Blattmann mit seinem Verkaufswunsch an die Öffentlichkeit trat, setzte er einen Stichtermin. Hätte die Brauerei bis Ende Februar keinen Abnehmer gefunden, wäre das Inventar verscherbelt und die Braui aufgelöst worden. Dass die elf Biertanks in den Räumen einer ehemaligen Käserei nun alle denselben Käufer fanden, freut natürlich auch Blattmann.

Bis Ende Jahr wird er noch im Betrieb aktiv bleiben, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Danach zieht sich der ehemalige Quereinsteiger aus dem Braugeschäft zurück. Der baldige Pensionär hat auch bereits ein nächstes Projekt im Auge. Er will im Ägerital ein Musikstudio aufbauen, in dem Musik und Filme produziert werden können. Das sei schon lange ein Traum von ihm, erzählt Blattmann. «Die Musik ist meine Leidenschaft und so ein Studio will ich schon seit 1984 aufbauen.» Die Gerätschaften seien auch alle schon vorhanden, es fehle ihm nur noch der Raum dafür.

Rudolf Blattmann betrieb seine Brauerei sieben Jahre lang. Der Quereinsteiger und Musikliebhaber arbeitete zuvor unter anderem im IT-Bereich. Sein Bier wird im ganzen Kanton angeboten, nebst Unter- und Oberägeri auch in Baar oder Zug. 2017 wurde die professionelle Kleinbrauerei eingerichtet.

Verwendete Quellen
  • Telefonisches Gespräch mit Rudolf Blattmann, Inhaber Brauerei Blattmann
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