Augenschein vor Ort

Sich an der Luga die Taschen füllen: frech oder voll okay?

Am Stand der Emmi gibt es: Kaffee, Joghurt und Luzerner Rahmkäse.

Die Taschen der Besucher füllen sich an der Luga mit Werbegeschenken und Mitbringseln. Wie ein Rundgang durch die Ausstellungshallen zeigt, können die Säcke mit gutem Gewissen gefüllt werden.

Endlich ist sie wieder da! Nach zwei Jahren Pandemie-Pause gehört das Gelände der Allmend-Messe in Luzern für zehn Tage wieder ganz der Luga. Seit heute sind die Tore für Besucherinnen wieder offen.

Kinder rennen herum, die Erwachsenen schlendern durch die Hallen mit den Ausstellungsständen – an fast jeder Ecke halten sie für einen Schwatz. Freude liegt in der Luft.

Taschen voller Werbegeschenke

In so manchen Augen glänzt die Freude des Schnäppchenjägers. Denn – auch das gehört zur Luga – an vielen Ständen warten Werbegeschenke, «Probiererli» und Mitbringsel auf die Besucher. Mit nur ein wenig Einsatz verlassen sie das Messegelände zwei Stunden später mit einem vollen Bauch und vollen Taschen – ohne auch nur einen Franken bezahlt zu haben.

Man probiert ein Stück Käse dort, löffelt ein Joghurt da und trinkt einen Becher Süssmost dazu. Bei Glücksrädern und Wettbewerben erhalten die Gewinnerinnen zum Beispiel eine Zahnbürste, einen Schlüsselanhänger oder einen Wasserball. Praktisch: An einem der Stände wird den Besuchern sogar eine Tasche geschenkt, die sie direkt zur Aufbewahrung der anderen Dinge verwenden können.

Win-win-Situation für Besucher und Ausstellerinnen

Alles erhält man gratis. Da könnte bei der einen oder anderen fast ein schlechtes Gewissen aufkommen, wenn sie die eignen vollen Taschen betrachtet. Ist das nicht frech, sich mit diesen Sachen einzudecken?

Ganz und gar nicht. Die Standchefin bei Emmi ist sich bewusst, dass die Besucher «zum Essen» an die Luga kommen, wie sie sagt. Die Firma nutzt dies, um Werbung für den neuen Emmi-Kaffee zu machen, ein altbewährtes Joghurt in Erinnerung zu rufen und den bekannten Luzerner Rahmkäse zu promoten. «Degustationen und Häppchen sind für uns eine Verkaufsstrategie, um potenzielle Kundschaft anzuziehen.» Man darf sich also ruhig anziehen lassen.

Fette Beute an der Luga.

Die Austellerinnen verwenden Werbegeschenke und Glücksräder bewusst, um die Besucher an ihren Stand zu locken. Am Stand des Start-ups Chipeño können Besucher die Saucen direkt ausprobieren und sich selbst überzeugen. Samuel Graf, der Co-Founder der Firma, ist höchstpersönlich am Stand und erklärt, warum die Leute die Sauce unbedingt probieren müssen.

«Im Supermarkt ist die Salsaflasche nur eine unter vielen», sagt er. «Die Luga gibt uns daher die Möglichkeit, mehr Bekanntheit zu erlangen.»

Schon um 11 Uhr wird Wein degustiert

Doch an der Luga gibt es nicht nur Essen gratis. Auch Getränke werden angeboten. Auffallend sind die vielen Weinstände, von denen es in jeder Halle mindestens einen gibt. Schon eine Stunde nach der Eröffnung des Geländes – kurz nach 11 Uhr – sind fast alle Tische beim Stand von Adrian und Diego Mathier besetzt.

Es werden fleissig edle Tropfen für den privaten Weinkeller degustiert. Ein Mitarbeiter des Standes erklärt, dass auch «Wirtinnen die Gelegenheit nutzen und so einen neuen Wein für ihr Restaurant persönlich auswählen.»

Zahnbürste, Müsli und Apfelringe: en Guete!

Nach drei Stunden im Gewusel ist die Goodie-Tasche unserer Autorin voll – und die Beine sind müde. Wir haben fette Beute gemacht: einen Wasserball, eine Ballon-Kuh, eine Müslimischung, eine Zahnbürste, ein Guetzli, ein Haribo-Päckli, Pflaster, einen Schlüsselanhänger, einen Kugelschreiber, ein Schöggeli, einen Sticker und ein Säckli Apfelringe haben wir ergattert.

Falls der eine oder andere ausgefüllte Wettbewerbsbogen noch zu einem Gewinn führt, stehen bald zwei Übernachtungen in einem Hotel oder ein neuer Luftbefeuchter ins Haus. Und das dürfen wir auch noch mit guten Gewissen nehmen, wie wir von den Ausstellerinnen erfahren haben.

Verwendete Quellen
  • Reportage vor Ort
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