Über 80 Baugesuche eingegangen

Run auf Aussenplätze: Luzerner Beizen wollen raustischen

Gemäss Mario Lütolf von der Stadt Luzern sind über 80 Gesuche von Restaurants und Bars eingegangen. Darunter auch vom «Barbès». (Bild: cbu)

Die temporäre Nutzung von Boulevardflächen hat sich für zahlreiche Restaurants und Bars in Luzern bewährt. Darum setzt die Stadt das Angebot auch im neuen Jahr fort. Der Andrang ist gross und einige Flächen könnten gar dauerhaft betrieben werden.

Im Zuge der Corona-Pandemie durfte in den vergangenen Jahren die gebeutelte Gastrobranche Aussenflächen befristet umnutzen. Überall in der Stadt Luzern wurde plötzlich auf Trottoirs oder umfunktionierten Parkplätzen gegessen, getrunken und ein Stück Normalität genossen.

Weil das Angebot weitherum auf grossen Anklang stiess, hat die Stadt Luzern im vergangenen Dezember bekannt gegeben, die Nutzung von Boulevardflächen auch 2022 anzubieten (zentralplus berichtete). «Dies auf Gesuch hin bis zum Ende der nächsten Sommersaison, dem 31. Oktober 2022», schrieb die Stadt im Dezember. Bis dahin bezahlen Gastronomiebetriebe weiterhin nur die Hälfte der anfallenden Gebühr für eine Nutzung besagter Flächen.

Beizen wollen Boulevardflächen weiterhin nutzen

Wie nun ein Blick auf die Baugesuche der Stadt Luzern zeigt, haben viele Gastronomen das Angebot genutzt und ein Gesuch eingereicht. Darunter Lokale wie die «Max Bar», das «Alpineum», das «Izakaya Nonomi» und das «fein.fair» an der Bundesstrasse. «Aktuell sind 85 Gesuche eingegangen», erklärt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, auf Anfrage.

«Gerade nach dem Lockdown hatten die Leute grosse Freude, wieder raus zu können und zu geniessen.»

Hamid El Kinani, Co-Inhaber Restaurant «Barbès»

Einer der Gesuchsteller ist Hamid El Kinani, der an der Winkelriedstrasse das marokkanische Lokal «Barbès» betreibt. Auch er hat im Sommer zwei Aussenflächen betrieben, eine nach vorne zur Migros hin und eine seitlich zum Kaffeehaus Two Hands hin.

Weil sich das Unterfangen gelohnt hat, will er die Flächen auch künftig betreiben. «Wir hatten dank der Aussenflächen einen grossartigen Sommer», erklärt er uns am Telefon. «Gerade nach dem Lockdown hatten die Leute grosse Freude, wieder raus zu können und zu geniessen.»

Gastronomen möchten dauerhafte Nutzung

Für diesen Sommer ist es bereits fix, dass El Kinani wieder rausstuhlen darf. Wie es in Zukunft aussieht, wird sich zeigen. El Kinani und einige andere Restaurants haben ein Gesuch für eine «dauerhafte Erweiterung» eingereicht.

Damit sollen Gastronomen künftig ohne Befristung Boulevardflächen nutzen dürfen. Wenn die Stadt solche dauerhaften Gesuche bewilligt, könnte sich die Lage für die Boulevardgastronomie der Stadt Luzern durchaus ändern. Mehr Tische unter freiem Himmel auf Kosten von ein paar Metern Trottoir. Oder einem Parkplatz. «Einzelne solche Anliegen können auch die Nutzung ehemaliger Parkplätze betreffen», erklärt Mario Lütolf. Dies wäre beispielsweise beim «Barbès» der Fall. Denn auf der Seite Winkelriedstrasse durfte El Kinani einen Parkplatz für seine Bestuhlung nutzen.

Ob und wie viele Gesuche für eine dauerhafte Erweiterung die Stadt Luzern bewilligen wird, ist noch unklar. Die Gastronomen konnten sie bis Ende 2021 einreichen. Derzeit werden sie geprüft. Hamid El Kinani hofft auf einen positiven Bescheid für sein Anliegen. «Ich finde es gut, dass sich viele Lokale gemeldet haben», so der Gastronom. «Schliesslich profitieren wir alle davon.»

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung der Stadt Luzern vom 17. Dezember
  • Telefongespräch mit Hamid El Kinani, Co-Inhaber «Barbès»
  • Schriftlicher Verkehr mit Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, Stadt Luzern
  • Baugesuche der Stadt Luzern
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1 Kommentar
  • Profilfoto von Freiraum für Fussgänger
    Freiraum für Fussgänger, 30.01.2022, 18:45 Uhr

    Ist nur unter der Bedingung zu begrüssen, dass im Gegenzug dafür die Stelltafeln von den Trottoirs verschwinden. Danke!

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