Ungleiche Bezeichnung

Luzerner Stadtrat will mehr weibliche Strassennamen

In der Stadt Luzern gibt es viermal soviele Ortsbezeichnungen mit männlichen Namen, wie weibliche. (Bild: bic)

Auch der Stadtrat findet, dass es zu wenig weibliche Namen auf Luzerns Strassenschildern gibt. Konkrete Massnahmen schlägt er aber keine vor.

Der Luzerner Stadtrat will bei der Strassenbezeichnung künftig Frauen «in besonderer Weise» berücksichtigen. «Noch immer besteht eine Ungleichbehandlung der Geschlechter bei der Namensgebung von Verkehrsanlagen, was der Stadtrat zu ändern bestrebt ist.» Das schreibt die Luzerner Regierung in ihrer Antwort auf einen Vorstoss von Gianluca Pardini und Regula Müller namens der SP-Fraktion. Sie hatten sich erkundigt, wie der Stadtrat die herrschende Ungleichheit auf Luzerns Strassenschildern angehen möchte (zentralplus berichtete).

Das Ergebnis einer Erhebung: 24 Ortsbezeichnungen tragen männliche Namen, 6 weibliche Namen und 873 lassen sich keinem Geschlecht zuordnen. Diese Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern sei historisch bedingt, erklärt der Stadtrat. Ihm sei die «historische Bedeutung von Frauen für die Stadt Luzern» jedoch bewusst. Er wolle bei zukünftigen Strassenbenennungen daher darauf Rücksicht nehmen.

Ein Beispiel: Die Stadt habe die neuen Querstrassen der bestehenden Bürgen- und der Landenbergstrasse bewusst nach Frauen benannt, die für die Stadt Luzern von Bedeutung sind: Anna-Neumann-Gasse, Cécile-Lauber-Gasse und Johanna-Hodel-Gasse. Die neue «Walter-von-Moos-Promenade» auf dem Rösslimatt-Areal, welche für die SP Stein des Anstosses war, verteidigt die Stadt. Nach den geltenden Kriterien sei der Unternehmer die geeignete Wahl gewesen.

Strassen künftig nicht mehr nach Personen zu benennen, lehnt die Stadt dagegen ab. Sie könnte sich allerdings eine stärkere Beteiligung der Luzernerinnen vorstellen. Ähnlich wie bei der Zwischennutzung Inseli, könnte Luzern die Haltung der Bevölkerung zukünftig per Online-Umfrage einholen.

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5 Kommentare
  • Profilfoto von Hegard
    Hegard, 03.06.2023, 14:52 Uhr

    Vielleicht pro Velo Badran,Meier.Funicello.Hegglin oder Göldi Gasse

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    Roli Greter, 02.06.2023, 17:26 Uhr

    Erika-Hedwig-Bertschinger-Eicke-Gasse fänd ich toll.

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      Icordo, 02.06.2023, 18:07 Uhr

      Und was hat Uriella mit Luzern zu tun?

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    Marc, 02.06.2023, 13:15 Uhr

    In Luzern scheint es keine echten Probleme mehr zu geben, wenn man sich über solchen Schwachsinn Gedanken macht.

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    Marie-Françoise Arouet, 02.06.2023, 13:07 Uhr

    Was für ein dümmlicher, nicht nur ahistorischer, sondern geradezu geschichtsfeindlicher Vorstoss – natürlich aus der sozialistischen Ecke. Sinnloses moralistisches Rampensingen. Dass dann ausgerechnet noch ein bedeutender Unternehmer und Philanthrop wie Walter von Moos posthum angepflaumt wird, ist bezeichnend.

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