Regionales Leben
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Trotz Omikron: Diese Guuggenmusigen feiern Fasnachts-Partys

Das letzte Mal, als die Ruswiler «Toxic» auf dem Märtplatz stattfand, war vor fünf Jahren. (Bild: zvg)

In weniger als zwei Monaten startet die fünfte Jahreszeit. Wie diese aussieht, ist alles andere als gewiss. Bereits jetzt herrscht in der Vorfasnacht buntes Treiben. Doch die verschärften Massnahmen seit Dezember lassen viele Guuggenmusigen die Reissleine ziehen.

Monster-Virus, Burgschränzerball, Göggu Night und wie sie alle heissen: Wer den Knall der Tagwache nicht abwarten mag, kann das Fasnächtler-Herz an einem der zahlreichen Vorfasnachtsanlässe beglücken. Die Guuggenmusigen laden befreundete Guugger aus der Region ein, die dem begeisterten Publikum ihre Hits zum Besten geben. In der Zeit zwischen Januar und Ende Februar vergeht kein Wochenende, an dem nicht irgendwo in Luzern eines dieser Feste stattfindet.

Die Betonung liegt jedoch auf normalerweise. Denn die verschärften Corona-Massnahmen von Mitte Dezember machen vielen Fasnächtlern einen dicken Strich durch die Rechnung (zentralplus berichtete). Guugge um Guugge sagt den Event abermals ab. Jedoch lassen sich manche Guuggen trotz der momentan unsicheren Lage nicht beirren und versuchen, mit verschiedenen Schutzkonzepten die Bewilligung für den Anlass zu erhalten (zentralplus berichtete).

Kanton gibt grundsätzlich grünes Licht

Erst kürzlich noch hat der Kanton Luzern das grosse Silvesterfeuerwerk abgesagt (zentralplus berichtete). Hat die Vorfasnacht zu Zeiten der ansteckenden Omikron-Variante überhaupt eine Chance? Gemäss dem Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) halte sich der Kanton hier an die Massnahmen des Bundes. Zudem sei man in laufenden Gesprächen mit den verschiedenen Veranstaltern.

Unter gewissen Umständen ist ein Fasnachtsanlass also möglich. So zum Beispiel brauchen Veranstaltungen ab 1’000 Besucherinnen eine kantonale Bewilligung. Im Innern gilt 2G oder 2G-plus. Im Freien Zertifikatspflicht (3G, 2G oder 2G-plus). Bei unter 300 Teilnehmenden kann gar auf eine Zertifikatspflicht verzichtet werden. Zur Prüfung, ob diese Schutzmassnahmen auch tatsächlich eingehalten werden, erfolgen stichprobenartige Kontrollen, so das GSD.

«Die Unternehmer der Festbranche sind momentan alle sehr kulant und verrechnen erst nach dem Fest ihren Aufwand.»

Linda Schwegler, Guuggertreffen-Präsidentin der Schlössliruugger Willisau

Trotz Einhalten der Massnahmen ist ein solcher Anlass mit gewissen Risiken verbunden. «Es ist bekannt, dass die Virusvariante Omikron sehr ansteckend ist. Wer an einem solchen Anlass teilnimmt, muss sich bewusst sein, dass das Risiko sehr gross ist, sich dort anzustecken», mahnt das GSD.

Willisauer Vorfasnacht mit 3G-Regel

Um das Risiko möglichst gering zu halten, findet in diesem Jahr das Guuggertreffen der Willisauer Schlössliruugger draussen statt. Am 8. Januar soll der Anlass mit 3G stattfinden, «solange spontan nicht noch Änderungen angekündigt werden», fügt Guuggertreffen-Präsidentin Linda Schwegler an.

Ihr Schutzkonzept wurde jedoch dem Kanton zur Überprüfung vorgelegt. Das Festgelände biete Platz für rund 1’500 Personen «und zwar so, dass die Abstandsregel von eineinhalb Metern eingehalten werden kann». Die Schlössliruugger hoffen deshalb nach zwei Jahren auf ein wenig Fasnachtsstimmung. Mit dem Fest möchten sie nämlich den Mitfasnächtlern etwas Normalität bieten.

Vor Corona sah es am Guuggertreffen noch so aus. Die Schlössliruugger hoffen, dass auch draussen mit 3G Partystimmung aufkommen wird. (Bild: zvg)

Ein gewisses Risiko sei natürlich trotzdem bei der Organisation dabei, so Schwegler. «Aber die Unternehmer der Festbranche sind momentan alle sehr kulant und verrechnen erst nach dem Fest ihren Aufwand. Auch diese Leute sind froh um Arbeit.»

Bewilligung noch immer im Limbo

Also steht den Anlässen – innerhalb eines gewissen Rahmens – nichts im Wege, oder? Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Denn einige Vorfasnachten finden erst Ende Januar oder Anfang Februar statt. Also nach dem 24. Januar, auf den die aktuellen Massnahmen befristet sind.

So zum Beispiel die Grizzly Night der Sempacher Bäribrommer. Ihre Sause soll am 5. Februar steigen. Deshalb konnte der Kanton bisher auch noch keine klare Zusage machen. Trotz der unsicheren Lage gibt sich Tim Käppeli, OK-Chef der Grizzly Night, zuversichtlich: «Uns ist bewusst, dass wir den Anlass nicht wie gewohnt durchführen können. Wir gehen aber davon aus, dass die Grizzly Night mit dem 2G-plus-Konzept realisierbar ist.»

«Die Bestimmungen könnten sehr schnell ändern und unser Vorhaben in den Sand setzen.»

Raphael Albisser, OK-Präsident Toxiläum

Ihre Ausgangslage ist im Vergleich zu anderen Guuggen, die ihre Events absagen mussten, etwas vorteilhafter: «Wir haben klare Bedingungen mit den Lieferanten ausgehandelt. So können grosse Fixkosten-Punkte, im schlimmsten Fall der Absage, vermieden werden.» Deshalb seien die Bäribrommer auch umso bestrebter, den Anlass im Jubiläumsjahr durchzuführen.

Angst, dass ob der ansteckenden Omikron-Variante die Fasnächtler wegbleiben, hat das OK nicht. Sie rechnen mit rund 1’000 bis 2’000 Besucherinnen: «Wir erwarten, dass die Nachfrage hoch ist. Man spürt, dass gerade bei jungen Leuten das Bedürfnis nach solchen Festen recht gross ist.»

«Keine Fasnacht ist für uns keine Option»

Ein ähnliches Los trifft auch die Bielbachfäger Rusmu. Auch sie feiern heuer ein Jubiläum. An ihrem Toxiläum vom 29. Januar feiern die Ruswiler 35-jähriges Bestehen. Falls es denn stattfinden kann. OK-Präsident Raphael Albisser gibt sich auf Anfrage optimistisch: «Wir hoffen noch immer, dass eine Fasnacht stattfinden kann.» Dies zwar unter erschwerten Bedingungen, denn auch die Bielbachfäger setzen auf 2G-plus. Ihr Schutzkonzept liege derzeit beim Kanton und sie warten noch auf die Bewilligung.

Für den Event rechnet das OK mit rund 1’200 Personen. Platz hätte man gar für noch mehr. «Wir hoffen, mit dem Toxiläum etwas Fasnacht und Normalität in diese Zeit zu bringen und so eine Fasnacht für die Guuggen zu ermöglichen. Der Drang danach, an etwas teilzunehmen, ist gross.»

Doch auch über den Ruswilern hängen allfällige Massnahmen wie ein drohender Schatten: «Wir denken, das Risiko ist gerade jetzt nach Neujahr gross. Die Bestimmungen könnten sehr schnell ändern und unser Vorhaben in den Sand setzen.» Aber Albisser hält fest: «Keine Fasnacht ist für uns keine Option.»

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