Regionales Leben
In Mischklassen «kaum praktikabel»

Luzern: Darum gibt es keine Maskenpflicht auf Basisstufe

In der Luzerner Basisstufe sind Kinder vom Kindergarten bis zur 2. Klasse – weshalb gänzlich auf die Maske verzichtet wird. (Bild: Symbolbild: Unsplash/@cdc)

Fast 40 Prozent aller Luzernerinnen, die sich derzeit in Quarantäne befinden, sind Schüler. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit einiger Zeit in Luzerner Primarschulen eine strenge Maskenpflicht. Mit Ausnahme der Mischklassen der Basisstufe.

In allen Luzerner Primarklassen müssen die Schüler gemäss schweizweiten Corona-Massnahmen Maske tragen (zentralplus berichtete). In ganz allen? Nein, denn an Luzerner Volksschulen ist die Basisstufe davon ausgenommen.

Kinder im Kindergartenalter dabei

Die Basisstufe sind Mischklassen, in der die ersten beiden Kindergartenjahre und die ersten beiden Primarklassen zusammengefasst werden. Je nach Lerntempo der Schüler lernen sie in verschiedenen Gruppen mit Kindern zwischen fünf und neun Jahren. Weil diese Lerngruppen auch Kinder im Kindergartenalter beinhaltet – für die derzeit keine Maskenpflicht gilt – wird in der gesamten Basisstufe darauf verzichtet.

Wie Romy Villiger, Kommunikationsleiterin der Dienststelle Volksschulbildung (DVS), erklärt, hängt das mit pragmatischen Gründen zusammen: «Es ist nicht sinnvoll und kaum praktikabel, der Hälfte einer Gruppe Masken vorzuschreiben und der anderen nicht.» Die Eltern hätten dafür gemischte Gefühle. So gäbe es einige Eltern, die gar für eine erweiterte Maskenpflicht wären und auch für Masken im Kindergarten und in der Basisstufe plädierten.

Andererseits gibt es auch Eltern, denen generell Masken an der Primarschule zu weit gehen (zentralplus berichtete). Einzelne Schulleiter erhielten gar Drohbriefe, in denen juristische Schritte angedroht worden sind (zentralplus berichtete). Nicht zuletzt fordert auch ein SVP-Postulat die Aufhebung der Maskenpflicht für Primarschüler (zentralplus berichtete).

Die DVS sieht jedoch weder auf der einen noch der anderen Seite Handlungsbedarf. Kinder besorgter Eltern «dürfen selbstverständlich eine Maske tragen, wenn sie das wollen», schreibt Villiger. Doch die bisherigen Zahlen würden «nicht auf erhöhte Ansteckungen in dieser Stufe hindeuten», begründet Villiger.

Ansteckungen in Basisstufe steigen an

Freut sich das DVS mit dieser Einschätzung zu früh? Gemäss Zahlen des Bildungs- und Kulturdepartements vom Donnerstag befinden sich derzeit 92 Kinder der Basisstufe in Isolation. Seit Einführung der Reihentests hat sich damit die Zahl in Vergleich zur Vorwoche verdoppelt (zentralplus berichtete). Auch in der Quarantäne befinden sich im Vergleich zur Vorwoche über 100 Schüler der Basisstufe mehr.

Auch bei den Schülern abseits der Basisstufe, die eine Maske tragen müssen, gibt es Probleme mit den Corona-Massnahmen. So sind der Stadt Luzern zu Anfang des Jahres 2022 die Kindermasken ausgegangen (zentralplus berichtete). In den Nachbargemeinden Kriens und Emmen hingegen hatte es genug Masken, wie der Emmer Einwohnerrat Christian Meister via Twitter kommentiert.

Auf die Fragen, ob und wieso die Stadt Luzern sich nicht mit den Nachbarn ausgetauscht hat, reagiert Volksschulrektorin Vreni Völkle trotz Nachhaken nicht. Doch sie hat am Donnerstag geschrieben, dass man bereits wieder aus dem Engpass raus ist und eine Nachlieferung hat.

Verwendete Quellen
  • Mail-Verkehr mit Romy Villiger, Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern
  • Mail-Verkehr mit Vreni Völkle, Volksschulrektorin Stadt Luzern
  • Informationen zur Basisstufe im Kanton Luzern
  • Medienberichte von zentralplus zu Corona-Massnahmen an Primarschulen
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