Regionales Leben
Wegen Initiative und Durchgangsbahnhof

«Lozärner Määs» muss weg vom Inseli

Die «Lozärner Määs» auf dem Inseli braucht ab 2027 einen neuen Standort. (Bild: Emanuel Ammon/Auraonline)

Die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» fordert ein grünes und vor allem carfreies Inseli. Doch eine Machbarkeitsstudie des Stadtrats zeigt, dass ein grünes Inseli ohne Einschränkungen für die «Lozärner Määs» nicht machbar ist.

Die Luzerner Stimmbevölkerung hat 2017 die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» gutgeheissen. Demnach muss die Stadt die Carparkplätze im Inseli aufheben und auf dem Inseli einen grünen Freiraum schaffen. Doch auch fünf Jahre nach dem Ja der Bevölkerung stehen die Cars noch immer auf dem Inseli (zentralplus berichtete).

Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache. Mit einer Machbarkeitsstudie hat der Luzerner Stadtrat geprüft, wie sich die Initiative umsetzen lässt (zentralplus berichtete). Und sie kommt zu einem drastischen Ergebnis: Die Initiative lässt sich nicht realisieren, ohne die «Lozärner Määs» einzuschränken.

Luna Park ist das Problem

Das Problem ist der Platzbedarf der Bahnen und Anlagen. Die grossen Bahnen brauchen einen festen Untergrund – dieser ist nach Auflösung der Carparkplätze nicht mehr gewährleistet. Die Määs wäre zwar am selben Standort möglich, aber nur noch in abgespeckter Form, mit weniger Bahnen.

Zusätzlich bedroht nicht nur die Initiative, sondern auch die Baustelle für den Durchgangsbahnhof den heutigen Standort der Määs auf dem Inseli. Die Bauarbeiten für das Jahrhundertprojekt sollen voraussichtlich 2030 beginnen. «Es ist davon auszugehen, dass die Määs während dieser Zeit nicht im Umfeld des Bahnhofes stattfinden kann, da nicht zwingend auf den Bahnhof angewiesene Nutzungen und Grossveranstaltungen im nahen Bahnhofsumfeld nicht möglich sein werden», heisst es in der Mitteilung des Stadtrats.

Somit kommt die Regierung zum Schluss: Für die Määs muss ab 2027 ein neuer Standort gefunden werden.

«Für den Stadtrat zeigt die Studie klar, dass ein grünes Inseli ohne Einschränkungen für die Määs nicht machbar ist.»

Luzerner Stadtrat

Die Määs braucht also noch vor dem Baustart für den Durchgangsbahnhof einen neuen Standort. 2027 startet nämlich die Umgestaltung des Inseli im Sinne der Initiative. Für den Stadtrat sei es ein wichtiges Anliegen, dass das aufgewertete Inseli bereits vor Beginn der Bauarbeiten am Durchgangsbahnhof fertiggestellt ist. Mit dem Durchgangsbahnhof werden deutlich mehr Leute als heute rund um den Bahnhof unterwegs sein. Diesen will der Stadtrat auf dem Inseli einen «hochwertigen grünen Freiraum» zur Verfügung stellen.

Stadtrat bedauert falsche Versprechen

«Für den Stadtrat zeigt die Studie klar, dass ein grünes Inseli ohne Einschränkungen für die Määs und mit Haltekanten für Reisecars nicht machbar ist», schreibt der Stadtrat weiter. Er bedauere, dass die Situation im Vorfeld der Abstimmung falsch eingeschätzt wurde und dass die gemachten Versprechen jetzt nicht eingelöst werden können.

Der Stadtrat wird ein separates Projekt initiieren, um für die Määs ab 2027 einen neuen Standort zu finden. Gleichzeitig muss sich die Regierung überlegen, wo die Määs ab 2040, nach Eröffnung des Durchgangsbahnhofs, stattfinden kann.

Ungeklärt bleibt die Frage nach den sechs Anhaltekanten für die Carparkplätze. Diese benötigt es voraussichtlich ab Oktober 2022, wenn die Carparkplätze auf dem Inseli aufgelöst und nach Kriens verschoben werden (zentralplus berichtete). Diese Frage wolle der Stadtrat «unabhängig vom Projektwettbewerb» lösen.

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