Regionales Leben
Bausubstanz aus dem Jahr 1291

Krienser Schloss Schauensee ist wertvoller als gedacht

Das Krienser Schloss Schauensee ist älter als gedacht. Dies erhöht den Wert des Denkmals, erschwert aber Umbauten. (Bild: Stadt Kriens)

Das Krienser Schloss Schauensee zählt zu den bekanntesten Luzerner Schlössern. Wie alt es genau ist, war bisher nicht bekannt. Eine neue Analyse zeigt aber, dass wesentliche Teile noch aus dem 13. Jahrhundert stammen. Damit werden Umbauten am Schloss schwieriger.

Das Krienser Schloss Schauensee ist älter als gedacht und daher auch wertvoller als ursprünglich angenommen.

Schon seit Jahren diskutiert die Stadt Kriens darüber, wie man das Schloss in Zukunft nutzen kann. Bereits heute kann man das Schloss für private Zwecke mieten. Wie die Stadt mitteilt, sollen in Zukunft aber noch mehr Veranstaltungen stattfinden. Damit dies möglich wird, müsste die alte Heizanlage ersetzt werden. Zudem fordern jüngste Vorstösse, das denkmalgeschützte Bauwerk barrierefrei umzubauen.

Experten sind erstaunt über das Alter des Schlosses

Damit man den Wert und das Alter der Bausubstanz beurteilen kann, hat die Stadt Kriens Abklärungen vorgenommen. Bisherige Informationen stützen sich lediglich auf überlieferten Text- und Bildquellen.

Nun wurde die materielle Substanz des Schlosses bauhistorisch untersucht und gleichzeitig von verschiedenen Bauhölzern eine Analyse vorgenommen. Anhand der Jahrringe wurde das Fälldatum des Bauholzes bestimmt. Das Ergebnis erstaunte selbst die Experten der Denkmalpflege, wie die Stadt Kriens mitteilt. Die Untersuchung von Mauern und Holz zeigen, dass wesentliche Teile des Wohnteiles sowie des Rundturms bis zur Mauerkrone aus der Bauphase des späten 13. Jahrhunderts stammen. Der Bau des Rundturms konnte exakt auf 1291 datiert werden – laut Gründungsmythos das Gründungsjahr der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Das zweite Obergeschoss und die heutige Dachkonstruktion wurden im 16. Jahrhundert errichtet, der östliche Anbau im 18. Jahrhundert.

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse prüft die Denkmalpflege, das Schloss unter nationalen Denkmalschutz zu stellen. Die Neuigkeiten haben jedoch auch Auswirkungen auf allfällig geplante Umbauten am Schloss. Wie die Stadt Kriens mitteilt, ist sie zurzeit daran, die Nutzungsmöglichkeiten zu überprüfen. Klar scheint aber, dass ein Anbau eines Liftes für den barrierefreien Zugang kaum realisierbar ist, da es das Erscheinungsbild des Schlosses stören würde und historische Bausubstanz zerstören würde. Immerhin plant die Stadt Kriens, den Schlossgarten in den kommenden Monaten barrierefrei zu gestalten.

Verwendete Quellen
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