Regionales Leben
Verkehrsberuhigung wegen Tangente

Jetzt hat Baar das Problem mit der Barriere am Hals

Sperrte Schleichweg zwischen Zug und Baar nicht besonders lang: Barriere an der Alten Baarerstrasse. (Bild: Markus Mathis)

Endlich ist die Alte Baarerstrasse zwischen Zug und Baar für den motorisierten Individualverkehr unpassierbar. Doch die wegen der Tangente Zug–Baar erbaute Barriere ist schon verbogen und hängt beschädigt herunter.

Kaum in Betrieb, ist die berühmteste Barriere im Kanton Zug schon wieder ramponiert: die Sperranlage an der Alten Baarerstrasse. Sie soll den Schleichverkehr zwischen Baar-Inwil und dem Zuger Loretoquartier unterbinden. Sie war als verkehrsberuhigende flankierende Massnahme (Flama 4) Teil des Auflageprojekts zum Bau der neuen Tangente Zug–Baar.

Im Unterschied zur Tangente, die Ende Juni dem Verkehr übergeben wurde, konnte die Barriere nicht fristgerecht eingeweiht werden. Es gab technische Probleme, da sie sich nicht problemlos von Buschauffeuren öffnen liess. Es gab ausserdem Ärger mit Bewohnenden des nahen Gebietes Arbach, die nicht mehr direkt in die nahe Stadt fahren konnten, sondern einen Umweg über Inwil und das Göbliquartier nehmen mussten. Sie reklamierten bei der Gemeinde Baar und dem Kanton Zug – blieben aber erfolglos (zentralplus berichtete).

Acht Verbotsschilder

Acht Verbots- und Hinweisschilder schmücken die Passage mittlerweile. Ein hölzerner Zaun hindert Verkehrsteilnehmer zudem am Ausbrechen aufs Kulturland. Was aber nicht alle vom illegalen Befahren abhält. Mit einem 20 Meter langen Umweg über die Göblistrasse und einem Wendemanöver beim Lüssihof könnten zwar Autofahrer vom Arbach auch legal ins Loretoquartier gelangen. Sie scheuen aber offenbar den Aufwand. Und dies ist der Barriere nun zum Verhängnis geworden.

«Die Baudirektion, beziehungsweise der Kanton haben die Flama 4 am 12. November 2021 in Betrieb genommen und gleichzeitig an die Gemeinde Baar übergeben», sagt Charly Keiser, Kommunikationsverantwortlicher der Zuger Baudirektion. Sie war also vorübergehend intakt.

Der ZVB-Bus: kann weiter passieren. Doch die beschädigte Barrierenanlage gehört nun der Gemeinde Baar, welche für den Schaden aufzukommen hat. (Bild: Markus Mathis)

Nun ragt sie krumm in die Landschaft und versperrt breiten Fahrzeugen den Weg. Beschädigungsspuren lassen darauf schliessen, dass ein Fahrzeug dagegen gefahren ist. Die Zuger Polizei meldete zwar keinen entsprechenden Unfall, Plastikbänder lassen aber darauf schliessen, dass sie vor Ort war.

«Die Zuger Polizei hat am 14. November festgestellt, dass die Schranke zerstört worden ist», sagt Silvan Meier, Kommunikationsfachmann bei der Gemeinde Baar auf Anfrage. Wer dafür verantwortlich ist, sei unbekannt. «Es wurde Anzeige gegen unbekannt eingereicht.» Die Zuger Polizei ermittle.

Jost Arnold muss Probleme lösen

Der Quartierverein Nachbarschaft Inwil-Arbach (Nabia) hatte in der Vergangenheit schon das Gespräch mit der kantonalen Baudirektion gesucht. Jedoch hiess es, es sei ein gesetzlicher Auftrag, die Flama 4 fertigzustellen. «Natürlich haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Arbachs nichts dagegen, dass die Barriere nicht in Betrieb ist», sagte Nabia-Präsident Leo Hagmann kürzlich gegenüber zentralplus.

Da hatte er aber noch an die offene Barriere gedacht – und nicht an die beschädigte. Interessant: Sie scheint auch in verbogenem Zustand noch geöffnet werden zu können. Denn die Buslinie 14, welche Arbach und Inwil mit dem Zentrum von Zug verbindet, verkehrt weiter über die angestammte Strecke. Wie eine Nachfrage bei den Zugerland Verkehrsbetrieben ergab, gibt es keine Einschränkungen im Linienverkehr.

Den Schaden hat nun allerdings die Gemeinde Baar. Bauvorsteher Jost Arnold (FDP) ist nun auch die definitive Ansprechsperson für die Quartierbewohner. Der muss jetzt nicht nur die Barriere reparieren, die noch nicht einmal auf Baarer Boden steht, sondern auch die Probleme der Quartierbewohner lösen.

Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.