Regionales Leben
«Die Schleuse ist offen»

Freedom Night in Luzern! So ist die Stimmung in den Bars

Konzerte – wie hier von Mehltau – werden im Meyer künftig seltener stattfinden – mit Corona hat dies aber nichts zu tun. (Bild: zvg)

Die Massnahmen sind gefallen: Luzernerinnen können ab diesem Wochenende wieder uneingeschränkt in den Ausgang. Wie lief die langersehnte Freedom Night in Luzern? zentralplus hat in zwei Bars den Puls gefühlt.

Der Bundesrat hat diese Woche fast alle Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgehoben (zentralplus berichtete). Die Beizen haben deshalb für dieses Wochenende mit einem grossen Ansturm gerechnet (zentralplus berichtete). Wie haben die Bars die Freedom Night in Luzern erlebt? «Wir haben es vor allem am Donnerstag stark gemerkt, sagt Fiona Meyer vom «Meyer» am Bundesplatz. «Man hat gemerkt: Die Schleuse offen, die Leute wollen raus.»

Alle hätten an dem Abend über die Aufhebung der Massnahmen geredet – schon am Freitag war Corona aber kaum noch ein Thema. «Es war ein super Abend», erzählt Meyer. Allerdings lief der Freitag bei ihnen schon vor der Aufhebung der Massahmen jeweils sehr gut. «2G hat bei uns nicht einschneidend etwas verändert – wohl auch, weil wir ein sehr impfwilliges Publikum hatten. Das Coole ist jetzt aber, dass die Leute wieder an der Bar stehen können. Es lebt mehr, es ist Bewegung drin», so die Barbesitzerin. Auch kann die «Meyer Kulturbeiz» jetzt wieder ein bisschen mehr Leute reinlassen, weil die Sitzpflicht aufgehoben ist.

Werden deshalb auch bald wieder Konzerte im «Meyer» stattfinden? «Wir haben damit nie ganz aufgehört – zuletzt hatten wir im Januar ein relativ spontanes Konzert mit Mothers Pride», sagt Fiona Meyer. Das Konzept wird sich aber unabhängig von Corona nun leicht ändern. «Wir setzen jetzt weniger auf Quantität und mehr auf Qualität.» Heisst: Es finden nicht mehr regelmässig, sondern sehr ausgewählt Konzerte statt.

Freedom Night in Luzern: Findet die Gesellschaft in der Bar wieder zusammen?

Anders als am Bundesplatz hatte 2G die Lage für das Krienbrüggli an der Pfistergasse massiv verändert. «Der Vormittag ist seither tot in der Stadt Luzern», erzählt Markus Kanthack. Die Ausbreitung des Corona-Virus habe den Leuten Angst gemacht und deshalb blieb das Lokal vor allem unter der Woche leerer als sonst. «Ich glaube, dass den Leuten jetzt ein Stein vom Herzen fällt», meint Kanthack.

«Ich hoffe, dass es jetzt wieder zu einer Annäherung kommt, auch weil der Austausch mit Andersdenkenden in Bars wieder möglich ist.»

Markus Kanthack, Krienbrüggli

Das Krienbrüggli war am Freitag wieder gut gefüllt. Kanthack rechnet aber nicht damit, dass der Betrieb jetzt sofort wieder so laufen wird, wie vor der Pandemie. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es jeweils zwei Wochen dauert. Ich hoffe aber, dass die Fasnacht jetzt zu einem raschen Umschalten im Kopf führt. Dass die Leute wieder bereit sind, in die Ausgang gehen und dass sie wieder zur Fröhlichkeit zurückfinden.»

Das Krienbrüggli in der Luzerner Kleinstadt. (Bild: les)

Der Krienbrüggli-Chef hält es gesellschaftlich für «sehr wertvoll und wichtig», dass Treffen mit Kollegen nach der Arbeit jetzt wieder uneingeschränkt möglich sind. «Das ist Austausch in kleinster Form. Ich sehe es deshalb als Politik, was wir machen: Wir ermöglichen in den Beizen ein ehrliches Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen», meint Kanthack. Das gegenseitige Unverständnis von Geimpften und Ungeimpften habe zu massiven Spannungen in der Gesellschaft geführt. «Ich hoffe, dass es jetzt wieder zu einer Annäherung kommt, auch weil der Austausch mit Andersdenkenden in Bars wieder möglich ist.»

Während die Bars in Luzern die Aufhebung der Massnahmen schon feiern konnten, haben manche Clubs – wie etwa das «Vegas» in Kriens – dies noch vor sich. Die Vorfreude ist gross, die Aussichten vielversprechend: «Die Buchungslage ist sehr gut und wir erwarten eine tolle Freedom Night», schreibt Betreiber Philipp Waldis.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Fiona Meyer
  • Telefonat mit Markus Kanthack
  • Schriftlicher Austausch mit Philipp Waldis
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