Luzerner Brücke in Blau-Weiss

Findet die Stadt diese Sprayereien nun doch gut?

Seit zwei Monaten in neuem Gewand: eine Fussgängerbrücke über der Tribschenstrasse. (Bild: ida)

Eine Fussgängerbrücke über der Tribschenstrasse in Luzern ist unrechtmässig «verschönert» worden. Die Stadt hat noch nichts dagegen getan, obwohl sie es seit zwei Monaten will.

Eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Vandalismus im grossen Stil. Eine Verschandelung des öffentlichen Raums. Das geschah im April an der Tribschenstrasse – zumindest, wenn man die Stadt Luzern fragt. Eine Fussgängerbrücke zierten plötzlich, knapp unterhalb des Geländers, in abwechselnder Reihenfolge blaue und weisse Farbstreifen.

Die Täterschaft ist unbekannt.

Auf Anfrage von zentralplus sprach die Stadt bezüglich der Brücke von einer «illegalen Sprayerei», welche «auf jeden Fall entfernt wird». Die Stadt sei dazu verpflichtet, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten seien. Unabhängig von einer ästhetischen Beurteilung. Die Brücke sei «in absehbarer Zeit» wieder grau.

Nun sind zwei Monate vergangen. Geschehen ist nichts. Die Brücke ist immer noch im Lokalkolorit anzutreffen. Gab es bei der Stadt einen Sinneswandel? Das käme nicht von ungefähr. In einer Umfrage im Artikel zum Vorfall von zentralplus gaben mehr als die Hälfte der Leser an, dass ihnen die Bemalung gefällt (zentralplus berichtete).

Farben trocknen schlecht bei Regen

Farbenfreudige werden enttäuscht. Die Antwort der Stadt, kurz und knapp: Nein. Sie halte weiterhin an der Übermalung der Brücke fest. Wie sich herausstellt, ist das schlechte Wetter daran schuld, dass der Übergang nach wie vor das Lokalkolorit trägt. Aufgrund des andauernden Regens habe man die Arbeiten noch nicht ausführen können.

«Geplant ist, dass die Arbeiten an der Brücke bis Anfang Juli erledigt sind.»

Tiefbauamt der Stadt Luzern

Wer sich am Blau und Weiss inmitten des verkehrskonformen Graus noch ein letztes Mal erfreuen möchte, muss sich beeilen. «Geplant ist, dass die Arbeiten an der Brücke bis Anfang Juli erledigt sind», schreibt die Stadt. Die Erfolgsaussichten für diesen Zeitplan stehen gut. Meteo Schweiz prophezeit für nächste Woche einen Wetterumschwung.

Stadt berappt ihre Arbeit selbst

Doch eine Frage bleibt: Wer steckt hinter der Aktion? Unmittelbar nachdem die Bemalung im April entdeckt wurde, reichte die Stadt Anzeige gegen Unbekannt ein. Die Polizei nahm die Ermittelungen auf. Erfolglos, wie sich zeigt. Die Täterschaft habe noch nicht ermittelt werden können, sagt die Stadt.

Somit bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als die Rechnung für die erneuten Malerarbeiten selbst zu übernehmen. Hätte die Polizei die Übeltäter gefasst, hätten diese für die Übermalung ihrer künstlerischen Avancen aufkommen müssen. Wie viel das die selbst ernannten Malermeister gekostet hätte, ist indes nicht bekannt.

Nichts, was es nicht schon gab

Immer wieder sind im Kanton Luzern Elemente in Strassennähe in Blau und Weiss anzutreffen. Wer das aus welchen Gründen tut, bleibt meist ein ungelöstes Rätsel. Vor fünf Jahren bemalten FCL-Fans nach einem Heimspiel die Randsteine am Bundesplatz (zentralplus berichtete).

Ob auch bei der Brücke über der Tribschenstrasse FCL-Fans zu Werk waren, ist ungewiss. Die Sache scheint jedenfalls eine Eintagsfliege gewesen zu sein. «Weitere solche Fälle auf Stadtgebiet sind uns nicht bekannt», schreibt die Stadt zum Schluss auf die Frage, ob es seither ähnliche Aktionen gegeben habe.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit dem Tiefbauamt der Stadt Luzern
  • Meteo Schweiz
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