Regionales Leben
Keine Räumung, aber Festnahmen

Polizeieinsatz bei der Familie Eichwäldli: Handwerker verbarrikadieren die Soldatenstube

Besetzer müssen innert zehn Tagen raus: Eichwäldli-Familie muss Eichwäldli räumen. (Bild: Leserreporter)

In der alten Soldatenstube, wo die Familie Eichwäldli lebt, lief am Dienstagmorgen ein Polizeieinsatz. Gemäss Simon Kopp, dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, wurden die Personen vor Ort mitgenommen und befragt. Man habe aber keinen Räumungsauftrag. Zur Frage, ob die Bewohner nachher wieder ins Gebäude zurückkehren können, äussert er sich nicht.

Vier bis fünf graue Kastenwagen befinden sich gemäss einem Augenzeugen an diesem Dienstagmorgen auf dem Eichwäldli-Areal. Der Garten sei grossflächig mit Polizeiband abgesperrt und «mindestens» zehn Polizisten in Schutzausrüstung befänden sich bei der Soldatenstube.

Noch seien keine Leute rausgetragen worden, doch es mache den Anschein, als würde das Gebäude nun geräumt. Auf Anfrage von zentralplus dementiert Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, eine Räumung des besetzten Hauses. Er erklärt aber, dass die Polizei gegen 7.30 Uhr vor Ort war. «Unser Auftrag betrifft nicht die Räumung und Ausweisung aus der Liegenschaft. Die Personen vor Ort werden festgenommen, delegiert einvernommen und dann wieder freigelassen», sagt Wigger.

Sympathisanten pfeifen die Polizisten aus

Gemäss Augenzeugenbericht sind Sympathisanten vor Ort, die pfiffen und Parolen skandierten. Sie hatten ein Transparent dabei, auf dem gefordert wird, Freiräume zu verteidigen. Der Luzerner Polizeisprecher kann zum laufenden Einsatz keine weiteren Details preisgeben. Es erklärt jedoch, dass die Lage vor Ort friedlich und ruhig sei.

Vor Ort ist auch Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Im Video erklärt er, welchen Auftrag die Polizisten haben. Auf die Frage, ob die Bewohner der Soldatenstube nach der Befragung wieder ins Haus können, antwortet er nicht.

Das Haus wird dichtgemacht

Obwohl es sich offiziell nicht um eine Räumung handelt, nutzt die Stadt Luzern offenbar die Gelegenheit, dass das Haus leer ist. Nach dem Polizei-Einsatz sind nun jedenfalls Handwerker vor Ort und arbeiten daran, den Anbau des Hauses unzugänglich zu machen. Die Sympathisanten forden die Leute vor Ort auf, beim Aufräumen zu helfen und tragen Instrumente und Velos aus dem Anbau.

Bekanntlich weigern sich die Bewohnerinnen der alten Soldatenstube, das Gebäude zu verlassen, obwohl der Gebrauchsleihvertrag mit der Stadt Luzern schon länger ausgelaufen ist. Der Kantonsgericht hielt kürzlich fest, dass es sich bei der Familie Eichwäldli nicht um Mieter handle – deshalb ist der Gang vor die Schlichtungsstelle Miete und Pacht ausgeschlossen. Die Stadt hat Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt und die Luzerner Staatsanwaltschaft führt deshalb ein Strafverfahren gegen die Bewohner.

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