Kritische Phase für das Megaprojekt

Das Zuger Holzhochhaus «Pi» steht gerade auf dem Prüfstand

Mit 80-Metern soll in Zug bis 2024 das höchste Holzhaus der Schweiz entstehen. (Bild: zvg)

In Zug entsteht das höchste Holzhaus der Schweiz. In vier Jahren könnte es als Beispiel dafür stehen, was mit dem Material Holz alles möglich ist. So zumindest der Plan. Doch der Pionierbau muss sich zunächst im Modell bewähren.

An bester Lage entsteht in Zug der bisher höchste Holzturm der Schweiz. «Pi» soll an der Baarerstrasse 220 bezahlbare Wohnungen anbieten und rund 100 Millionen Franken kosten. Die Architekten müssen viele neue Wege beschreiten, um die 27 Stockwerke Realität werden zu lassen. (zentralplus berichtete).

Bei der V-Zug Immobilien AG hat man nach dem anfänglich grossen Medienecho offenbar derzeit gar nicht so viel Interesse an weiterer Berichterstattung. Das gibt Beat Weiss, Projektleiter bei der Bauherrin V-Zug-Immobilien im Gespräch mit dem «SRF» zu. Man wolle das im Moment eigentlich nicht, «weil wir zuerst verschiedenste Fragen klären wollen».

Wie tönt es im Holzhaus?

Solche Fragen sind: Wie ist eigentlich die Akustik im Holzhaus? Wie ist das Tragwerk zu gestalten? Funktioniert der Brandschutz?

Weiss versichert im Gespräch mit dem Sender zwar, dass in Sachen Brandschutz Holzhäuser inzwischen «ebenbürtig oder gar sicherer» sind als klassische Stahltragwerke. Trotzdem bleiben Herausforderungen. Zum Beispiel die Akustik – also die Frage nach der Ringhörigkeit – scheint ein Knackpunkt zu sein.

Modell soll Aufschluss geben

Um Antworten zu erhalten wird «Pi» gerade als sogenanntes «Mock-Up» getestet. Das Vorführmodell besteht aus zwei Stockwerken des Hauses. Wo genau die Tests stattfinden, verrät Weiss nicht. Nur soviel: «Die verschiedenen Untersuchungen an den zwei Stockwerken sollen zeigen, ob der Plan hält, was er verspricht. Es ist ein kritischer Teil des Projekts.»

Das heisst auch: Je nach Ergebnis dieser Tests müssten kleinere – oder grössere – Anpassungen am bisherigen Konzept gemacht werden. Weiss sagt, es sei gerade dass, was das Projekt spannend mache. Tragwerk, Akustik oder Brandschutz – überall sind innovative Lösungen gefragt.

Rekord stand nie im Zentrum

Und Weiss verrät auch, weshalb man bei der Planung nicht noch sechs Meter darauf bauen wollte und damit das bisher grösste Holzhaus der Welt realisieren: «Das stand eine Zeit lang im Raum. Doch es wird nicht lange gehen, bis man 90 oder 100 Meter grosse Holzhäuser bauen wird. Sobald die Brandschutzfrage geklärt ist.»

Trotz vielen Fragezeichen – und obwohl das Projekt gerade an einem kritischen Punkt angelangt ist – zeigt sich der Bauherr also weiterhin überzeugt vom innovativen Holzhochhaus. Ob es tatsächlich bis 2024 gebaut werden kann: Das wird sich nach den Tests zeigen.

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1 Kommentar
  • Profilfoto von Jörg
    Jörg, 15.07.2020, 09:41 Uhr

    Ja, und prüft gleich mal wie gut so ein Holzhochhaus brennt… oder der Holzwurm, wäre nicht gut für ein Hochhaus

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