Regionales Leben

Gesucht ist eine «verschwiegene» Person
Bond – James Bond: Kanton Zug sucht neuen Geheimagenten

  • Lesezeit: 3 min
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Zuger Polizei-Sprecher Frank Kleiner verrät, wie viel James Bond im neuen Leiter des Zuger Nachrichtendienstes stecken sollte. (Bild: Sergiu Nista/Zuger Polizei)

Spione kennt man primär aus Filmen und Büchern. Dabei gibt es «Geheimagenten» auch vor der eigenen Haustüre – beim kantonalen Nachrichtendienst Zug. Der Kanton sucht eine neue Leitung für die Dienststelle. zentralplus hat nachgefragt, welche Qualitäten der neue «Zuger 007» mitbringen muss.

Sie agieren im Schatten, operieren mit Decknamen, schleusen sich so in fremde Organisationen ein und retten die Nation wieder und wieder vor Bedrohungen. So stellen wir uns das Spionagewesen vor. Oder zumindest entspricht dies dem Bild einer Spionin, das uns Hollywood vermittelt.

Doch gibt es im «echten Leben» überhaupt Spione? Wohl kaum so, wie wir es aus dem Fernsehen kennen. Und doch gibt es in der Schweiz in jedem Kanton einen Nachrichtendienst. Sozusagen ein kantonaler Geheimdienst. Zug sucht derzeit nach einem neuen Leiter dieses Nachrichtendienstes. Also wollten wir wissen, wie viel James Bond in dieser Person stecken sollte.

Spärliche Informationslage zum Nachrichtendienst Zug

Vorneweg lässt sich festhalten: Die Informationen über die kantonalen Nachrichtendienste sind spärlich. Nur wenige Kantone führen auf ihrer kantonalen Webseite überhaupt eine Seite zum Nachrichtendienst auf. Und die Informationen, die sich dort zusammentragen lassen, sind kryptisch.

So präsentiert sich die Lage auch im Kanton Zug. Polizeisprecher Frank Kleiner verrät auf Anfrage bloss: «Der Kantonale Nachrichtendienst beschafft, verarbeitet und verbreitet Nachrichten in besonderen und ausserordentlichen Lagen.» Exakt der gleiche Satz ist auch auf der Webseite des Kantons Graubünden zu lesen. Welche «Nachrichten» das sind und was eine «ausserordentliche Lage» ist, bleibt jedoch unklar.

Kantone bauen Nachrichtendienst aus

Doch offenbar boomt das Spionagewesen (zentralplus berichtete). So hat die finanzielle Unterstützung des Bundes für die kantonalen Nachrichtendienste in den letzten Jahren stark zugenommen. Auch im Kanton Zug: Während der Bund den Zuger Nachrichtendienst 2014 noch mit 200’000 Franken unterstützte, war es 2020 mit 375’000 Franken bereits fast doppelt so viel. Insgesamt zahlte der Bund 2020 rund 18 Millionen Franken an die kantonalen Nachrichtendienste, wie der «Blick» berichtete. Dabei werde insbesondere im Bereich der Cyber-Abwehr aufgestockt.

Die Nachrichtendienste der Kantone und des Bundes stehen in engem Austausch. So gehört es zum Aufgabengebiet der kantonalen Dienste, den Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zu unterstützen. Dessen Aufgaben klingen schon eher nach 007: «Der NDB befasst sich mit der Früherkennung und Bekämpfung von Terrorismus, gewalttätigem Extremismus, Spionage, der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren Trägertechnologie sowie Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen», heisst es auf der Webseite des Bundes.

Diese Beschreibung lässt den Schluss zu, dass im neuen Leiter des Zuger Nachrichtendienstes zumindest ein kleiner James Bond stecken sollte.

Schreibtischarbeit statt Verfolgungsjagden

Doch im Stellenprofil sind keine halsbrecherischen Verfolgungsjagden enthalten. Stattdessen klingt der Job nach viel Schreibtischarbeit. Zumal die neue Leiterin des Nachrichtendiensts Zug über sehr gute EDV-Kenntnisse sowie gute schriftliche und mündliche Kompetenzen verfügen sollte. Zudem muss die gesuchte Person eine mehrjährige polizeiliche Berufserfahrung sowie «hervorragende» Kompetenzen im Recherchieren mitbringen.

«Der Vergleich mit einer Romanfigur entbehrt jeglicher Realität.»

Frank Kleiner, Sprecher Zuger

Klingt zu grossen Teilen also kaum anders als ein beliebiger Büro-Job. Mit einer Ausnahme, die das durch Filme und Bücher klischierte Bild eines Spions nährt. So sucht der Kanton Zug gezielt nach einer «verschwiegenen» Person. Für ein Qualifikationsprofil ist das doch eher ungewöhnlich.

Doch Polizei-Sprecher Frank Kleiner macht die Illusion vom Zuger James Bond ein für allemal zunichte und sagt: «Der Vergleich mit einer Romanfigur entbehrt jeglicher Realität.» Immerhin dürfte im reichen Kanton Zug ab und an ein Aston Martin, Bonds bevorzugtes Auto, durch die Strassen kurven – zum Glück ohne eingebauten Maschinengewehre und vermutlich auch ohne Schleudersitz.

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