Regionales Leben
Stadt Luzern muss über die Bücher

Von wegen autofreie Bahnhofstrasse: Falschfahrer kommen im Minutentakt

Manchen Verkehrsteilnehmern sind die Schilder zu wenig gut sichtbar. (Bild: ios)

Seit bald drei Monaten ist ein Teilabschnitt der Bahnhofstrasse in Luzern autofrei. Das befürchtete Verkehrschaos blieb bisher aus. Doch halten sich auch alle an das Fahrverbot? zentralplus hat sich vor Ort umgesehen.

Das geplante Fahrverbot schlug im Vorfeld hohe Wellen. Einige der ansässigen Geschäfte fürchteten ein Verkehrschaos, andere witterten hingegen eine Chance (zentralplus berichtete). Nach rund vier Monaten kommen Stadtrat und Kanton zum Ergebnis: Das befürchtete Chaos blieb aus (zentralplus berichtete).

Wie ein Augenschein vor Ort zeigt, ist die Botschaft aber noch nicht ganz bei allen Autofahrern angekommen. Wie viele Lenker – wissentlich oder unwissentlich – durch das Fahrverbot gekurvt sind, siehst du im Video. Wir waren zwei Stunden vor Ort. Eine Stunde über die Mittagszeit und eine Stunde im Feierabendverkehr.

Anlieferer und Dienstfahrzeuge wurden aus dem Video herausgeschnitten und nicht gezählt.

Doch warum fahren noch immer so viele Autos durch das Fahrverbot? Liegt es an der Beschilderung? «Die Beschilderung ist korrekt und aus unserer Sicht klar», sagt Lukas Deschwanden auf Anfrage. Er ist der Projektleiter «Neue Bahnhofstrasse» beim Tiefbauamt Luzern. Wenn es nach der Bevölkerung geht, ist sie allerdings nicht ganz so klar: «Aufgrund der Rückmeldungen werden wir beim Eingang zum Fahrverbot beim Theaterplatz eine zusätzliche Signalisierung erstellen», so Deschwanden weiter.

Auch bei Google sei die Routenplanung zwischenzeitlich angepasst worden. Mit der Ausrede «Das Navi hat mich hier durchgeführt» kommt man also nicht mehr weit.

Polizei büsst regelmässig

Die nicht repräsentative Zählung von zentralplus deckt sich auch mit den Messungen der Stadt. Wie Deschwanden schreibt, seien während drei Kontrollen zu je 60–85 Minuten jeweils zwischen 15 und 30 Personen von der Luzerner Polizei gebüsst worden.

Bei der Stadt hat man eine erste Zwischenbilanz gezogen. Und diese fällt positiv aus. Deschwanden betrachtet die Einführung der Teilsperrung als «gelungen». Der Verkehr auf der Bahnhofstrasse sei «markant zurückgegangen», bestätigt er. Derzeit werde ein Monitoring durchgeführt, dessen Ergebnisse im Verlauf des Monats publik gemacht werden sollen.

Den Leuten gefällt's mehrheitlich

Auch in der Bevölkerung scheint das Projekt anzukommen. «Grundsätzlich sind die Rückmeldungen positiv und erfreut, dass das Fahrverbot nun umgesetzt werden konnte», so Deschwanden. Auch die Sitzgelegenheiten vor der Migrosbank seien beliebt. Negative Kommentare seien bisher nur im Zusammenhang mit den Missachtungen des Fahrverbotes eingegangen.

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