Regionales Leben
Spezialitäten aus der Region

Aus dem Plop-up soll Luzerns neue Markthalle werden

Betreiber Tim Hollemann wünscht sich eine waschechte Markthalle für Luzern (Bild: cbu)

Der «Plop-up» an der Grabenstrasse geht in die Verlängerung. Der Pop-up-Store mit Fokus auf regionale Lebensmittel entwickelt sich zu einer neuen Markthalle der Stadt Luzern. zentralplus hat mit dem Betreiber Tim Holleman über Ambitionen, Kundenbedürfnisse und Trockenblumen gesprochen.

Ein Blick in den Pop-up-Store «Plop-up» an der Grabenstrasse zeigt: Hier hat sich was getan. Waren bei der Eröffnung des Geschäfts vor Ende Juni noch einige Ecken leer, hat sich das Sortiment mittlerweile ziemlich erweitert. Zu Beginn standen diverse Schweizer Cidres und Schaumweine im Vordergrund. Heute stehen nebst Käse auch Fleisch aus der Region und – Betreiber Tim Hollemans heimliche Lieblinge – asiatische Momos aus dem Luzerner Hinterland in den Regalen.

Ursprünglich war der «Plop-up» für eine dreimonatige Zwischennutzung vorgesehen. Holleman und sein Geschäftspartner Gian Crameri – seines Zeichens Küchenchef im «Bodu» – haben nach einem Lokal gesucht, um ihren Cidre- und Schaumweinservice «Sprudelabo» stationär betreiben zu können. Schnell waren mit dem Haldihof und Luzerner Bier erste Partner gefunden, die im «Plop-up» ihre Produkte ebenfalls anboten.

Mehr Zeit für mehr Produkte

Holleman hat früh mit einer möglichen Verlängerung geliebäugelt. Und so kommt's auch. «Wir bleiben bis zum 18. März», erklärt er gegenüber zentralplus. Mit der Eigentümerschaft habe man einen guten Dialog gehabt und den Entscheid gemeinsam gefällt. Die frohe Kunde sei bei den immer zahlreicher werdenden Partnern – aktuell sind es zehn – gut angekommen. «Sie waren alle sofort wieder dabei.»

Die zusätzlichen Monate will Holleman nutzen, um das Konzept des Ladens voranzutreiben und auszubauen. Fast wöchentlich würden neue Produzenten vorbeischauen und über eine mögliche Zusammenarbeit sprechen. «Es sind fast mehr Angebote, als wir aufnehmen können.» Ein Luxusproblem, von dem Holleman bei der Eröffnung nicht gedacht hatte, es je zu haben.

«Ich bin zwar völlig offen an die Sache ran, aber ich habe nicht gedacht, dass ich nach drei Monaten Fleisch vom Wiesenschwein oder Trockenblumensträussen vom Atelier Grünbaum verkaufen würde.» Holleman freut's. «Ich verkaufe diese Produkte genau so gerne wie meine eigenen Sprudelgetränke.»

Vom Pop-up zur Markthalle

Auch nach der Verlängerung soll nicht Schluss sein. «Wir möchten den Wandel von einem Pop-up-Provisorium zu einer Markthalle vollziehen.» Dafür sucht er eine passende, grössere Location. «Unser Ziel ist, dass man bei uns den primären Einkaufsbedarf mit Produkten aus der Region decken kann, bevor man in den Supermarkt geht.»

«Keiner von uns könnte ein solches Projekt alleine stemmen, aber im Verbund ist das absolut machbar.»

Tim Holleman, Inhaber «Plop-up»

«In den Gesprächen mit unseren Kundinnen merke ich, Luzern ist bereit für eine Markthalle.» Ähnliche Versuche gab es vor einigen Jahren schon einmal. Eine bei der Buobenmatt und die andere witzigerweise sogar im selben Gebäude wie der «Plop-up», eine Etage höher. Die Projekte konnten aber nicht richtig abheben und wurden wieder eingestellt. Aber «jetzt ist die Zeit reif», findet der 29-jährige Jungunternehmer. Vom Erfolg einer Markthalle ist er deswegen überzeugt, weil alle Partner an einem Strang ziehen. «Keiner von uns könnte ein solches Projekt alleine stemmen, aber im Verbund ist das absolut machbar.»

Erstmals steht aber noch das Weihnachtsgeschäft vor der Türe. Und dem blickt Tim Holleman gespannt entgegen. «Aktuell sind wir dabei, verschiedene Produktepackages zu prüfen.» Bei denen sollen die Produkte der verschiedenen Anbieter zusammenfinden – auch Hollemans Sprudelgetränke. Und die haben durch den Store auch die Bekanntheit seines Sprudelabodiensts gesteigert. «Aktuell haben wir allein in Luzern achtzig Abonnenten.» Vor drei Monaten waren es gesamtschweizerisch noch um die 100.

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