Regionales Leben
Massnahme geht viral

Attest? Egal – Sörenberg setzt resolut auf Maskenpflicht

Sörenberg-Direktor René Koller will keinen Streit in den Gondeln. Darum akzeptiert das Unternehmen keine Atteste. (Bild: David Kurth / ewi)

Die Sörenberg-Bergbahnen setzen diesen Winter auf ein resolutes Schutzkonzept. So gilt in den Gondeln für alle Passagiere eine Maskenpflicht – selbst wenn sie ein Attest haben. Sörenberg-Direktor René Koller erklärt.

Die Situation kennen wir alle. Man sitzt im Bus oder im Zug und gegenüber sitzt eine Person ohne Maske. Das irritiert, weil die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr seit rund eineinhalb Jahren gilt. Sollen wir die Person darauf ansprechen? Sollen wir unseren Ärger für uns behalten? Oder gar das Abteil wechseln? Mit solchen Fragen sehen wir uns im ÖV seit vielen Monaten wiederholt konfrontiert.

Die Unsicherheit besteht, zumal es sich bei den Personen ohne Maske ja nicht ausschliesslich um sogenannte Maskenverweigerer und Gegner der Corona-Massnahmen handelt. Manche sind aus medizinischen Gründen effektiv von der Maskenpflicht ausgenommen. Sie verfügen über ein ärztliches Attest und sind so ganz offiziell ohne Maske im öffentlichen Verkehr unterwegs.

Sörenberg akzeptiert keine Atteste

Nicht aber bei den Sörenberg-Bergbahnen. Denn diese haben während dieses Winters ein resolutes Schutzkonzept eingeführt. In den Gondeln gilt für alle Passagiere eine Maskenpflicht. Ganz egal, ob diese ein Attest besitzen oder nicht. So steht es auf Hinweis-Schildern, die an den Bahnstationen angebracht sind. Auf Twitter ernten die Bergbahnen viel Lob für diese Entscheidung.

Der Beitrag gefällt innerhalb eines halben Tages rund 370 Twitter-Benutzern. Auch in der Kommentarspalte sind die User voll des Lobes: «Richtig so!» ist da zu lesen. «Das sollten alle so machen», schreibt ein anderer. Scherzhaft meint ein dritter Benutzer, er würde gleich eine Saisonkarte kaufen.

«Das gibt plötzlich einen Shitstorm in den Gondeln.»

René Koller, Direktor Sörenberg Bergbahnen AG

Dass die Massnahme plötzlich viral geht, überrascht Sörenberg-Direktor René Koller. Denn die Regel ist nicht etwa neu, sondern war seit Saisonbeginn Teil des Schutzkonzepts. Koller begründet die Massnahme damit, dass es in den Gondeln teilweise zu Streit gekommen sei, wenn ein Passagier keine Maske trug. «Das gibt plötzlich einen Shitstorm in den Gondeln. Personen ohne Maske verweisen auf ihr Attest. Die anderen Passagiere wollen es dann sehen und schon gibt es Streit.» Mit der resoluten Maskenpflicht wollen die Bergbahnen solche Situationen künftig vermeiden.

Gelungener Saisonstart

Negative Reaktionen in Bezug auf diese Regel habe Koller bisher nicht vernommen: «Sowieso handelte es sich bei den Personen mit Attest nur um Einzelfälle. Mir sind darum keine negativen Rückmeldungen bekannt.» Der Sörenberg-Direktor betont hingegen den gut angelaufenen Saisonstart: «Die Stimmung ist gut und die Gäste halten sich diszipliniert an das Schutzkonzept.»

Der frühe Schnee und das gute Wetter hat den Bergbahnen dabei in die Karten gespielt. So öffnete das Unternehmen die Pisten und Skilifte bereits eine Woche früher als geplant. Und seither seien pro Tag immer rund 3’000 bis 5’000 Personen auf den Sörenberg gekommen, um sich an der Sonne und dem Schnee zu erfreuen. René Koller fasst zusammen: «So macht es Spass.»

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