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Real entzieht Privatfirmen Auftrag für die Abfall-Sammlung
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Real-Gebührensäcke: Der eidgenössische Preisüberwacher steht für die Weitergabe von Kostensenkungen an die Konsumenten ein. (Bild: ben )

Offenbar aus Gründen der Flexibiliät Real entzieht Privatfirmen Auftrag für die Abfall-Sammlung

3 min Lesezeit 07.02.2018, 14:04 Uhr

Bisher wurde die Abfallsammung von privaten Firmen ausgeführt, lediglich die Fahrzeuge gehören dem Gemeindeverband Real (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern). Dieser will die Abfalltransporte ab 2020 nun in Eigenregie durchführen. Eine Mitgliedsgemeinde wehrt sich aber noch gegen die «Verstaatlichung».

Der Vorstand hat beschlossen, dass Real die Sammlung ab 2020 selbst übernimmt. Derzeit führen die Firmen Heggli AG mit Sitz in Kriens und Leisibach Entsorgung AG mit Sitz in Hochdorf die Sammlungen im Auftrag von Real in den Verbandsgemeinden durch. Ausnahme ist die Stadt Luzern, wo das kommunale Tiefbauamt für die Abfallsammlung zuständig ist. Dies wird vorerst auch so bleiben, berichtet die «Luzerner Zeitung» am Mittwoch.

Sammelrouten sollen optimiert werden

Für den Entscheid gebe es mehrere Gründe, habe Real der Zeitung auf Anfrage mitgeteilt. So wolle man die Sammelrouten optimieren, die Firmen hätten das bis anhin nicht getan. «Natürlich muss man nach wie vor alle Strassen abfahren», sagt Adrian Borgula (Grüne), Luzerner Stadtrat und Real-Präsident. «Doch man kann die Reihenfolge so festlegen, dass der Wagen auch auf der letzten Tour am Ende des Tages möglichst voll zur Kehrichtverbrennungsanlage Renergia nach Perlen fährt.» In der Stadt habe man mit verschiedenen Optimierungen die Sammelleistung innert Jahresfrist um über 10 Prozent erhöhen können. 

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«Der Sammeldienst in Eigenregie bietet als einzige Lösung die nötige Flexibilität für laufende Veränderungen in diesem Bereich.» So könne Real direkt Einfluss auf die Anzahl und Ausrüstung der Kehrichtfahrzeuge und Sammelequipen nehmen, was derzeit nicht möglich sei. Zu guter Letzt komme hinzu, dass künftig die Mitarbeiter an der Front direkt von Real instruiert werden und diese ihre Erfahrungen wieder in die Disposition und Routenplanung einfliessen lassen könnten.

Entscheid nicht finanzieller Natur

Welchen Betrag die Firmen derzeit für den Auftrag erhalten, sei nicht kommuniziert worden. Gemäss Real liegen die Kosten rund 10 Prozent über dem ursprünglich mit den Firmen vereinbarten Betrag. Für den gesamten Sammeldienst inklusive Stadt Luzern sind 2018 rund 14 Millionen Franken budgetiert.

Real rechnet ab 2020 nach der Übernahme mit Kosten im selben Bereich. «Die Umstellung erfolgt nicht aus finanziellen Gründen, sondern wegen der Flexibilität», sagt Borgula.

Kriens wehrt sich

Der Real-Entscheid kommt laut dem Bericht auch nicht überall gut an. Der Krienser Gemeinderat habe dagegen eine Petition beim Vorstand eingereicht. «Einerseits geht es darum, das lokale Gewerbe zu fördern», sagt der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) mit Blick auf die Heggli AG.

«Andererseits sind wir grundsätzlich der Meinung, dass eine Verstaatlichung von privaten Leistungen nur erfolgen sollte, wenn die privaten Unternehmungen schlechte Arbeit machen oder sonst wesentliche Vorbehalte gegen deren Arbeit bestehen. Das ist in diesem Fall nicht ersichtlich, wird Senn weiter zitiert. Für die Petition habe man auch andere Gemeinden um Unterstützung angefragt, aber keine Mitstreiter gefunden.

«Einschnitt» für betroffene Firmen

Die betroffenen Firmen wollen den Real-Entscheid nicht öffentlich kommentieren. Sie geben aber Auskunft zu den Auswirkungen auf den Betrieb. «Für uns ist das schon ein Einschnitt. Wir hätten die Aufgabe gerne weiterhin ausgeführt», sagt Brigitte Heggli, Mitglied der Geschäftsleitung der Heggli AG. «Existenzbedrohend ist das aber nicht, die Firma ist gross genug.»

 

 

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