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Rammstein & Co. bescheren der Stadt einen Geldsegen
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Die Konzerte von Rammstein und Iron Maiden (hier auf dem Bild) bieten nicht nur eine riesige Feuershow, sie werden auch Geld in die Kasse der Stadt Luzern spülen. (Bild: Montage les)

Heisse News zu Luzerner «Allmend Rockt» Rammstein & Co. bescheren der Stadt einen Geldsegen

4 min Lesezeit 24.03.2016, 18:01 Uhr

Das mit 70’000 Zuschauern grösste Zentralschweizer Rockfestival aller Zeiten rückt näher. Nun ist bekannt, was die Konzerte von Rammstein und Iron Maiden für die leere Stadtkasse bedeuten. Doch trotz diesem Riesenbatzen wollen die Behörden dem Festival für die nächsten Jahre keinen Freipass ausstellen.

Luzern wappnet sich langsam sicher fürs grosse Spektakel. Am 3. und 4. Juni rocken Rammstein, Iron Maiden und viele weitere Bands der härteren Sorte die Luzerner Allmend. Rund 70’000 Besucher werden an den beiden Tagen erwartet. Dazu braucht es einiges an Organisationstalent seitens Veranstalter und der Stadt – doch finanziell wird sich der Anlass wohl auch auszahlen.

Über eine Million für die Stadt

An beiden Konzerttagen werden nach aktuellen Schätzungen Billettsteuereinnahmen von rund 800’000 Franken und Quellensteuereinnahmen von rund 300’000 Franken generiert. Die Billettsteuer ist zweckgebunden und fliesst in den Fonds zur Kultur- und Sportförderung, erklärt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltung. Das ganze lohnt sich also sehr für die Stadt – wieso prüft sie nicht mehr solche Veranstaltungen?

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«Wir sind nicht an einer Kommerzialisierung der Allmend interessiert.»

Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen

Lütolf erklärt: «Mit dem Nutzungskonzept Allmend ist klar geregelt, dass drei Nutzungen abhängig von Dauer, Saison und Platzbedarf möglich sind.» Dennoch, je grösser umso mehr Billettsteuern kassiert die Stadt. Lütolf meint: «Das schon, aber wir sind nicht an einer Kommerzialisierung der Allmend interessiert.» Wie bereits bekannt, ist auch nicht geplant, «Allmend Rockt» einen Fixplatz auf der Allmend einzuräumen.

Grosser Shuttlebetrieb geplant

zentralplus skizzierte bereits, welche grossen Herausforderungen auf die Stadt Luzern vor allem im Verkehrsbereich zukommen werden (zentralplus berichtete). Nun konkretisieren sich die Pläne langsam. Aufgrund begrenzter Anzahl von Parkplätzen und um grosse Staus auf den Strassen zu verhindern, empfiehlt die Stadt Luzern den Konzertbesuchenden weiterhin die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die SBB wird zahlreiche Regelzüge verstärken, schreibt sie in einer Mitteilung. Zwischen Bahnhof und Allmend verkehren Shuttlebusse.

Zudem ist der Weg zu Fuss zum Gelände ab Bahnhof Luzern signalisiert. Er führt via Zentralstrasse, Bundesplatz, Neustadtstrasse, Eschenstrasse, Mossmattstrasse zur Allmend – also der Fanmarschroute der Fussballfans entlang. Und es wird Strassensperrungen geben, damit die Besucher sich sicher bewegen können, aber auch der Shuttlebus-Betrieb optimiert werden kann.

Diverse Strassensperrungen werden errichtet
  Freitag, 3. Juni Samstag, 4. Juni
Bahnhofstrasse Mittag bis 21 Uhr Mittag bis 21 Uhr
Zentralstrasse 22 Uhr bis 01.00 Uhr Mittag bis 01.00 Uhr
Horwerstrasse ab 22 Uhr für einige Stunden Mittag bis einige Stunden nach Konzertende

Eher überraschend scheint die Sperre der Bahnhofstrasse. Lütolf erklärt, dass diese Sperrung Teil der Shuttlebus-Logistik sei. «Die Bahnhofstrasse dient am Freitag als Einsteigezone und am Samstag als Warteraum für die Busse», erklärt er.

Auch Autofahrer werden mit Shuttlebussen transferiert

Für die Besucher, welche mit dem Auto anreisen, werden wie von zentralplus bereits vermeldet Park&Ride-Anlagen in der Agglomeration eingerichtet. Details dazu gibt die Stadt noch nicht bekannt. Auf Anfrage sagt Mario Lütolf allerdings, dass die Park&Ride-Plätze im Raum Luzern Nord sein werden. Könnte also gut sein, dass der Ikea-Parkplatz in Rothenburg gemeint ist oder Plätze rund um den Flugplatz Emmen.

VBL-Sprecher Christian Bertschi gab bereits einmal Auskunft, was diese Variante für die VBL, die den Shuttle-Bus-Betrieb übernehmen wird, bedeutet: «Gemäss unseren ersten Berechnungen müssten wir 50 bis 70 zusätzliche Busse einsetzen. Das bedeutet, dass wir bei anderen Transportunternehmen Busse dazu mieten müssten, da der normale öV-Betrieb an diesen Tagen ja weitergehen muss.» Über die Details der Offerte macht VBL keine Angaben.

Die Kultband Rammstein wird die Rockfans beglücken:

Photo: Bryan Adams

Posted by Rammstein on Dienstag, 15. Dezember 2015

 

Nie da gewesener Aufwand – Nachtarbeit inklusive

Die Produktion des Festivals ist sehr umfangreich und aufwändig. Daher werden die Aufbauarbeiten bereits am Freitag, 27. Mai 2016, beginnen. Der Abbau dauert voraussichtlich bis Mittwoch, 8. Juni 2016, wobei der Veranstalter aufgrund des engen Zeitfensters auch auf Nachtarbeit angewiesen sein wird. Zum Thema Nachtarbeit sagt Lütolf: «Diese Regelungen sind Teil der Bewilligung des Gesamtanlasses. Der Veranstalter ist für das Einhalten der entsprechenden gesetzlichen Vorgaben verantwortlich.» Der Veranstalter sei bemüht, die Lärmemissionen auf ein Minimum zu beschränken. An den Konzerttagen selber ist logischerweise ebenfalls mit Lärmemissionen zu rechnen.

Erol Tolukan vom Veranstalter Goodnews sagt: «Es gibt bei einer Grossveranstaltung wie dieser viele Herausforderungen.» Eine ist zum Beispiel, dass der Headliner Rammstein am Tag vor dem Auftritt in Luzern noch am «Rock in Vienna» in Wien spielt. Der Umgang des Veranstalters mit den Bands wäre sowieso eine spannende Geschichte. Was stellen die Bands für besondere Wünsche oder was haben sie für Macken? Doch dazu will der Veranstalter leider keine Auskunft geben. Ganz diplomatisch sagt Tolukan: «Wir freuen uns auf zwei schöne Tage mit tollen Bands und tollem Publikum.»

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